Darf die Lehrperson Schüler filmen?

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8 Antworten

Mal wieder viel Mumpitz unter den bisherigen Antworten.

Die Schule ist ein öffentlicher Raum, weshalb hier nicht alle Regeln des Privatrechts gelten.

Grundlegend ist in NRW der § 120, Abs. 1 des Schulgesetzes. Hier steht:

(1) Schulen und Schulaufsichtsbehörden dürfen personenbezogene Daten der Schülerinnen und Schüler, der in § 36 genannten Kinder sowie der Eltern verarbeiten, soweit dies zur Erfüllung der ihnen durch Rechtsvorschrift übertragenen Aufgaben erforderlich ist. Die gespeicherten personenbezogenen Daten dürfen in der Schule nur den Personen zugänglich gemacht werden, die sie für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen.

Also: Lehrern ist das Filmen und Fotografieren von Schülerinnen und Schülern grundsetzlich erlaubt, solange dies der Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich ist- Bewertung und Dokumentation, sowie Vermittlung von Medienkompetenz gehören explizit dazu. Nicht erlaubt ist jedoch eine Veröffentlichung der Daten. Eine Einverständnis des/der SoS ist dafür rechtlich nicht notwendig, solange die Daten nicht veröffentlicht werden. (D.h. "ubefugten Dritten" zur Verfügung gestellt werden). Daraus ergibt sich die Frage, wer "befugter Dritter" ist- ein anderer Fachlehrer der Klasse, Mitschüler, Schulleiter, in Streitfällen Eltern sind (!) "befugte Dritte", irgendein Lehrer, der die besagte Klasse nicht unterrichtet aber schon nicht, ebensowenig wie "Hinz und Kunz", die sich die Daten (z.B. im Internet) ansehen könnten.

Fallbeispiele:

1.) Lehrer macht Fotos von SuS, um die Namen zu lernen (zweifellos im Rahmen der "Erfüllung der übertragenen Aufgaben") = erlaubt, solange die Daten nicht veröffentlicht, oder unbefugten Dritten zur Verfügung gestellt werden. 2.) Lehrer dokumentiert Unterrichtsergebnisse (z.B. Standbild, Verfilmung von Kurzgeschichten, ja sogar Sportchoreographien, Fehlverhalten von SuS) = erlaubt, solange die Daten nicht veröffentlicht werden oder unbefugten Dritten zur Verfügung gestellt werden. 3.) Lehrer fotographiert Projektergebnisse und stellt sie auf die Homepage der Schule/macht Fotos mit SuS auf der Klassenfahrt (=Schulveranstaltung) und postet diese auf z.B. Facebook = nicht erlaubt, sofern keine schrift. Erlaubnis der SuS (falls über 18) oder ihrer Erziehungsberechtigten vorliegt. [Grund: keine Erfordernis]

Man muss also von Fall zu Fall differenzieren- ein generelles Verbot ist jedoch vollkommener Mumpitz.

Wem dies nicht passt (bzw. derjenige, der das Kunstfreiheitsgesetz oder das Urheberrecht höher stellt als das Schulgesetz) der darf seine Schulform relativ frei wählen und sich für eine Institution entscheiden, bei der die Regelung anders angewendet wird.

Der ewige Vergleich: Schüler dürfen das nicht, daher sollten Lehrer das auch nicht dürfen, geht an der Realität vorbei. Lehrer dürfen (müssen) benoten, SuS dürfen das nicht. Eine Person mit Führerschein darf Auto fahren, eine ohne nicht. Lehrer mit mindestens 7 Jahren Ausbildung nach dem erlangten Abitur dürfen mehr als minderjährige SuS- welch Wunder.

Nebenbei gilt eine Schulordnung in der Tat nicht 1:1 für Lehrer- diese haben andere Regeln, die sie einhalten müssen.

In der Praxis sollte man das Gespräch mit dem Lehrer suchen- in der Regel wird er (bei guten Argumenten) dem Schülerwillen folgen und diesen nicht filmen/abbilden, obwohl er dies (in bestimmten Situationen) auch gegen den Willen des betreffenden Schülers/der betreffenden Schülerin dürfte.

Das Recht am eigenen Bild ist ein Grundrecht. Die Antwort der Lehrperson ist eine Unverschämtheit. Ich erinnere mich an einen Fall, da hat ein Lehrer im Kunstunterricht Aktfotos  von volljährigen Schülerinnen mit deren Einverständnis gemacht und diese dann auch noch im Stern veröffentlicht, sehr ästhetisch anzusehen, keine Frage, aber das Disziplinarverfahren folgte postwendend, und zwar zurecht. Wie kann man nur so dumm sein.

Natürlich darf der Lehrer das in der Schule, wenn es zum Unterricht gehört. Warum denn nicht. Die Hausordnung ist dafür nicht gemacht. Gesetze und Gerichtsentscheidungen gibt es nur für Videoaufnahme in der Öffentlichkeit. Die Verwendung der Aufnahmen aus der Schule darf nicht ohne Weiteres veröffentlicht werden, aber auch das ist für Lehrzwecke möglich. Ihr solltet lieber mit dem Lehrer zusammenarbeiten als diese unsinnige Opposition zu bilden. Es ist doch ein schönes Projekt und die Filmaufnahmen sind doch auch sinnvoll.

Naja, da muss man einfach einiges unterscheiden:

  1. Die Zustimmung muss natürlich da sein.
  2. Der Lehrer/die Lehrerin, wird damit wohl kein Schindluder betreiben und irgend einen Kram auf You Tube veröffentlichen (was übrigens auch für Schüler streng verboten ist, wenn es keine Zustimmung gibt!!!)
  3. In der Schulordnung heißt es "Mitschüler", und ein Lehrer hat in der Schule keine Mitschüler... Klar muss er sich auch an die Hausordnung halten, aber rein rechtlich würde ich die Schulordnung von "Mitschülern" in "andere Schulpersonen" oder so ändern.

Der Lehrer dient in gewisser Weise als Vorbildsperson und sollte von Aussagen wie "Da kannst Du garnicht drüber entscheiden. Ich mach es einfach" ordentlich Abstand nehmen!
Wenn er das macht, Schüler dies aber nicht dürfen, ist eine unklare Situation vorprogrammiert. Der Lehrer sollte doch keine Probleme damit haben, seinen Schülern klar und nüchtern zu erklären, warum er das genau macht.

Allgemein muß diejenige Person, die gefilmt, fotografiert ....... wird, ihr ausdrückliches Einverständnis geben. Falls die Aufnahmen zur Analyse der hier schauspielerischen Leistungen und deren Verbesserung beitragen, kann eine Aufnahme erfolgen, diese darf aber nur ausschließlich dafür verwendet werden!

wenn man es ganz genau nehmen würde, nein, datenschutzgesetzt..nur wenn du was schrieflichens vereinbart hast, aber bedenke das dient zum lernen! später lachst du darüber..

soll ich etwa immer wenn ich von meiner freundin ein foto mache sie vorher fragen ob das auch in ordnung geht? deine lehrer haben sie nicht alle wenn du mich ftragst

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