Darf die Krankenkasse das? Und: Keine Rente, wenn nicht rechtzeitig eingezahlt?

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8 Antworten

Die erste betrifft die Rente meines Großvaters

Und welche Rente ist das - die gesetzliche Rente in der DRV oder eine private Rente?

allerdings meinten die von der (wie nennt man sowas, wo man wegen Rentenzahlungen hingeht? Tut mir leid),

DRV - Deutsche Rentenversicherung Bund (wenn es um die gesetzliche Rente geht).

dass mein Großvater aufgrund der Tatsache, dass er nicht lange genug eingezahlt habe und erst 63 ist, trotz Arbeitsunfähigkeit keinen Anspruch auf Rente hätte.

Einen Rentenanspruch erwirbt man in der DRV erst nach 60 Monaten Beitragszahlung, aber ich vermute mal eher, hier geht es um etwas anderes. In der Tat ist Dein Großvater mit 63 für die reguläre Altersrente zu jung; ob er einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente hat, wäre zu prüfen. Das bitte direkt mit der DRV abklären; Hotline unter 0800 1000 4800.

Zu meiner zweiten Frage: Die Reha, in die mein Großvater geschickt werden soll, kostet selbstverständlich einiges an Geld. Nun meint die Krankenkasse,

Das dürfte dann eine private Krankenkasse sein.

in die jeden Monat der fällige Betrag eingezahlt wurde, sie könne ja meines Großvaters Lebensversicherung und andere Versicherungen für sich nehmen/auflösen, um so selbst Kosten zu sparen und diese stattdessen auf unserer Seite abzulegen. Ich hoffe, dass sich jemand damit auskennt und mir sagen kann, ob das tatsächlich rechtens sein kann.

Du verstehst das falsch. Die PKV zahlt überhaupt keine Reha-Maßnahmen - und das völlig zu Recht. Denn gem. § 6 SGB IX sind Kostenträger für medizinische Reha-Maßnahmen

  1. Die BfA,
  2. die gesetzliche Unfallversicherung,
  3. die Alterssicherung für Landwirte,
  4. die Kriegsopferversorgung und die Kriegsopferfürsorge,
  5. die öffentlichen Jugendhilfen und
  6. die Sozialhilfe.

(Quelle: http://www.nobilitas.de/private-krankenversicherung/wesentliche-leistungsmerkmale/reha/ )

Und da Dein Großvater als Selbstständiger bei keiner dieser Kostenträger Mitglied war, ist nur die Sozialhilfe (Auffangbecken) für ihn zuständig - und die wiederum ist berechtigt (und verpflichtet), den Patienten und seine Angehörigen finanziell weiterzubelasten. D.h., bis auf das Schonvermögen muss zur Finanzierung der Reha zunächst das Vermögen des Patienten selbst aufgebraucht werden, ehe der Staat einspringt. Dazu gehören u.a. bestehende Lebensversicherungen und auch Immobilien etc. Um dies zu verhindern, hätte der Versicherungsschutz entsprechend erweitert werden müssen. Ich empfehle dringend die Kontaktaufnahme mit einer Patientenberatungsstelle, oder z.B. einer karitativen Organisation mit entsprechenden Sprechstunden, etwa der caritas, der Diakonie o.ä. Dort sitzen die Fachleute, die täglich mit derartigen Problemstellungen zu tun haben.

FordPrefect 26.06.2014, 16:08

Nachtrag: Die primären Kostenträger für Reha-Maßnahmen sind natürlich die DRV und die GKV - das hat es mir beim Formatieren leider rausgeschmissen. Sorry.

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Erst einmal ist ein Schlaganfall eine ganz normale Angelegenheit der Krankenkasse. Sie zahlt die notwendigen Heilmaßnahmen, Eine Reha dient dazu, dass der Versicherte wieder dem Arbeitsleben (und damit der Beitragszahlung) zugeführt werden kann. Daher ist dafür normalerweise der Rentenversicherer der Kostenträger.

Wenn sich heraus stellt, dass der Kranke nicht rentenversichert ist, sind Maßnahmen, die über den reinen Heilungsprozess hinaus gehen, über das Sozialamt zu leisten.

Das Sozialamt leistet aber (aus Steuermitteln) nur dann, wenn "Bedürftigkeit" vorliegt. VORHER wird also das Einkommen und das Vermögen des Anspruchstellers in Anspruch genommen.

Wenn dein Großvater also, aus welchen Gründen auch immer, keine Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt hat, ist er dort natürlich auch nicht versichert.

Wieso sollte eine Versicherung an Leute zahlen, die gar keine Beiträge entrichten?

Hallo WynnDorvan,

  1. zur Rente: Um eine gesetzliche Rente zu erhalten, muss man grundsätzlich mindestens 5 Jahre eingezahlt haben. Dann musst du unterscheiden: Für eine Regelaltersrente ist dein Großvater tatsächlich noch zu jung, und für eine frühere Altersrente müssen deutlich mehr Jahre eingezahlt worden sein (35 Jahre). Es gibt aber auch eine Erwerbsminderungsrente, die aber wiederum bestimmte Voraussetzungen hat, sowohl gesundheitliche, als auch beitragsrechtliche. Wenn dein Opa die letzten Jahre nicht in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat, hat er jetzt keinen Erwerbsminderungsschutz. Wenn private Versicherungen abgeschlossen worden sind (wg. Berufsunfähigkeit, Unfall, etc.) sollten dort die entsprechenden Leistungen beantragt werden.

  2. zur Krankenkasse: wie ist dein Opa denn versichert? Privat? Dann muss er in Vorkasse gehen und erhält die Kosten (soweit diese durch den Versicherungsvertrag abgedeckt sind) von der privaten Versicherung erstattet. Wenn er gesetzlich versichert ist, werden die notwendigen Behandlungskosten von der Krankenversicherung übernommen.

Wenn deine Großeltern jetzt ohne Einkommen dastehen, sollten sie sich an das zuständige Jobcenter oder Grundsicherungsamt wenden und dort Grundsicherungsleistungen beantragen. Diese Leistungen sind sehr niedrig und decken nur die notwendigsten Kosten ab. Eigenes Vermögen muss evtl. vorrangig verbraucht werden.

Grüße

FordPrefect 26.06.2014, 16:07

Reha-Maßnahmen sind in der PKV grundsätzlich nicht mitversichert. Diese Risiken sind durch eine eigene Police oder explizit durch den Zusatztarif abzusichern (und dasist nicht billig).

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die krankenkasse zahlt max.18 monate krankengeld und hängt vom vertrag ab wie er versichert ist.die rentenversicherung ist was völlig anderes und da hängt es von den beitragsjahren ab ab wann man anspruch hat.wurde erst im bundestag beschlossen,volle rente ab 63 gibt's nach 45 beitragsjahren.das bedeutet 45 jahre beiträge einzahlen.das andere wäre berufsunfähigkeitsrente,das muss aber anerkannt sei und sowas dauert

Hallo,

1) der Anspruch auf eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung hängt von der Zahl der geleisteten Beitragsmonate ab. Dabneben ist noch wichtig, wann er in den letzten 5 Jahren Beitraäge an die gesetzl. Rentenversicherung gezahlt hat.

2) Ist er in einer gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung versichert? Bei einer Privatversicherung: Ist in den Versicherungsbedingungen etwas zum Punkt "Reha" oder "Sanatorium" angegeben?

3) Ggf. kann er folgende Stellen kontaktieren: bei sehr nierdrigen Einnahmen und ohne Vermögen kann er beim Jobcenter Leistungen beantragen (auch bei Arbeitsunfähigkeit). Falls das nicht erfüllt ist, beim Wohnungsamt der Stadt nach Wohngeld erkundigen und bei der Kindergeldkasse nach dem Kindergeldzuschlag. Ggf. beim Jugendamt nach Unterstützung fragen.

Vorsorglich bei der Krankenversicherung (oder einer Pflegeberatungsstelle) auch nach Leistungen der Pflegeversicherung erkundigen.

Gruß

RHW

Meine Großmutter musste seinen Laden schließen lassen

ist dein Großvater selbständig und privat krankenversichert?

das würde zumindest erklären, warum er keine Rentenansprüche hat und deshalb auf die Lebensversicherung verwiesen wurde. denn wer selbständig ist, zahlt idR nicht in die Rentenkasse ein und muss deshalb auch selbst privat selbst etwas ansparen um später in der Rente etwas zu haben.

ähnlich sieht es mit der Krankenversicherung aus. wenn er privat versichert ist, dann muss er die Kosten dafür idR zunächst selbst tragen und dann die Rechnung bei der PKV einreichen. er erhält dann etwas zurück, sofern er bei der PKV gegen solche Erkrankungen und Folgeschäden versichert war.

wenn es finanziell nicht tragbar ist über deine Großeltern, und sie auch keine Ersparnisse haben, bleibt nur noch der Gang zum Sozialamt.

Ich danke allen für ihre schnellen und stets hilfreichen Antworten. Ich werde mit die Hinweis auf jeden Fall merken und mich diesbezüglich weiter erkundigen. Vor allem wurde ja gesagt, dass Maßnahmen zu Rehabehandlungen entweder generell nicht dabei sind oder extra versichert sind, weshalb ich mich damit nochmal auseinandersetzen werde. Auch in puncto der genauen Versicherung.

Vielen Dank!

Hallo WynnDorvan,

Du solltest auf die Fragen der User hier eingehen und sie mittels der Kommentarfunktion unter einer Antwort beantworten, denn dann kann man auch genauere Antworten bekommen

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