Darf die Feuerwehr bei einem Motorradunfall dem verletzten Motorradfahrer den Helm abnehmen?

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15 Antworten

Ich bin Rettungsassistent, das gleich mal vorweg, um mein Statement dazu aus der Menge der Stammtischparolen hier herauszulösen:

Die eigentliche Frage, ob die Feuerwehr den Helm abnehmen darf, ist mit einem eindeutigen "JA" zu beantworten. Wie bereits mehrmals erwähnt, muss sie es sogar, wenn der Patient bewusstlos ist. Mit Helm auf dem Kopf ist weder eine effektive Seitenlage noch eine Beatmung oder Mundraumkontrolle möglich. Auch die globale Beurteilung des Patientenzustandes ist mit Helm ausgesprochen schwierig.

Aussagen wie die von Computermagic gehören wohl eher in den Bereich der Doku-Soaps denn in eine vernünftige Ersthelferschulung. Behauptungen wie die von Waldweibchen, der Helm dürfe erst im Krankenhaus abgenommen werden fallen jedoch weit in die Kategorie "fahrlässig".

Dieser Kenntnisstand war allerdings auch schon aktuell im Jahre 1986, als ich meinen Führerschein und parallel dazu meine Rettungsdienstausbildung gemacht habe. Ich weiß, dass das Thema in den 70er Jahren noch eifrig diskutiert wurde, wer allerdings seine Fahrerlaubnis später als 1980 gemacht hat, und dennoch der Meinung ist, der Helm sei unantastbar, der sollte tatsächlich über eine Nachschulung nachdenken, und zwar dringend!

Blödsinn !!! Ganz wichtig !!! der Helm muss abgenommen werden egal von wem ! Wenn der Helm nicht abgenommen wird und der Patient Bewusstlos wird könnte er sich erbrechen und dann ersticken wenn das passiert reicht die Zeit nicht mehr um ihm den Helm abzunehmen und ihn zu beatmen ! Ein Motoradfahrer dem es soweit noch gut geht wird den Helm eh schon abgenommen haben ! Helm ab , vielleicht Querschnittsgelähmt ! Helm nicht ab , TOD !!! Also Helm immer ab ! Bewusstlos ? Stabile Seitenlage nicht vergessen ! Wer verunfallten in Deutschland hilft und durch eventuelle "Fehler" seiner seits eine schwerere Verletzung (z.B.Querschnittslähmung ) kann nicht belangt werden ! Wer nichts tut hingegen kann wegen unterlassener Hilfeleistung verurteilt werden !

Der Helm muss SOFORT abgenommen werden wenn er bewußtlos ist ! Wenn der Patient sich erbricht und dann beatmet werden müsste ist es für die abnahme zu spät da er das erbrochene das im helm nunmal nicht abfließen kann, da die helme mittlerweile so gt den Kopf umschließen , vermutlich in die Lunge gelangen würde und bis die beatmung eingeleitet werden würde es bereits zum "Lungenkollaps" ersticken gekommen sein kann und erbrochenes lässt sich nur mit einer speziellen Absaugpumpe aus der Luftröhre entfernen !

Wer eine andere Meinung hat dem empfehle ich dringend einen neuen ERSTE-HILFE-KURS zu machen !P.S. nicht vergessen in jeder Medizinischen Sparte ergeben sich Neuerungen durch neue Studien z.B. Herz-Lungen-Wiederbelebung alt 15-2 neu 30x Reanimation (drücken/pumpen)- 2x Beatmen ! Empfehlenswert wäre ca. alle 2 Jahre ein neuer erste Hilfe Kurs !

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Oft gestellt, viel gestritten, hier der aktuelle Stand: bei Bewusstlosigkeit (somit Erstickungsgefahr) muss der Helm abgenommen werden (nach Möglichkeit zu zweit). Ansonsten nimmt ihn der Motorradfahrer sowieso selbst ab (warum er damit bis ins KH warten sollte/müsste ist mir nicht klar).

Die Geschichten, wo nach der Helmabnahme der Kopf auseinanderfällt, Hirnmasse austritt uswusf. sind genau das: Geschichten!

Details (vor allem zur richtigen Helmabnahme) hier: http://de-cillia.net/bikersplace/content/view/18/36/

Über diese Frage wird schon lange diskutiert. Auf der einen Seite ist das Risiko beim Abnehmen des Helmes an der Unfallstelle, dass eine evtl.erlittene Halswirbelfraktur verschlimmert werden kann. Andererseits kann mit Helm eine Beatmung unmöglich gemacht werden. Jeder Ersthelfer muss das Risiko selbst abwägen, das in der jeweiligen Situation höher ist. Aber auch im Krankenhaus wird der Verletzte nicht mit Helm geröngt. Man hat hier nur die Möglichkeit bei Komplikationen beim Entfernen des Helmes schneller und effektiv zu reagieren.

Da habe ich eine andere Information aus meinem letzten Sanitäterkurs vor etwa einem Jahr. Demnach soll prinzipiell (!!) der Helm abgenommen werden. Die Technik dafür wurde ausführlich gelehrt. Nach neuestem Stand ist das Risiko, im Helm zu ersticken, wohl größer als mögliche Schäden durch das Belassen des Helms am Unfallopfer.

Blöd ausgedrückt vorhin,korrigiere: also das Risiko des Erstickens sei wohl größer als das Risiko, das durch das Helmabziehen eventuell entsteht.

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Genauso habe ich es beim Auffrischungskurs "Sofortmaßnahmen am Unfallort" vor 5 Monaten auch gelernt.

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Der Helm darf nur an der Unfallstelle abgenommen werden, wenn ein Atemstillstand eingetreten ist, um somit eine Beatmung zu ermöglichen.

Der Ersthelfer kann bei einem Patienten, der ansprechbar ist den Helm am Kopf belassen. Sollte der Patient nicht ansprechbar sein, muss der Helm - wie bereits erwähnt- abgenommen werden, da sonst weder Check noch lebensrettende Sofortmaßnahmen möglich sind.

Der Rettungsdienst wird den Helm auf jeden Fall abnehmen, auch wenn obensteht "Darf nur vom Arzt abgenommen werden!" oder so irgend ein Sch***!

Gerade bei den Ersthelfern ist die Angst vor der Sturzhelmabnahme sehr groß! Man hört oft Dinge wie:

  • Da bleibt eventuell die Schädeldecke im Helm!
  • Da breche ich ihm doch das Genick!
  • Den Helm darf nur der Rettungsdienst abnehmen!
  • usw.

Unterstützt werden solche Aussagen noch durch fachlich wertvolle Sendungen wie Medikopter- wo Ersthelfern unterstellt wird, an der Querschnittlähmung des Patienten schuld zu sein.

Wichtig ist generell, dass Sturzhelme (wenn möglich) durch 2 Helfer abgenommen werden!

Erste-Hilfe-Tipp der Johanniter Unfall Hilfe e.V. zum Saisonstart:

Motorradunfall: Helm muss runter

Wer einen verunglückten Motorradfahrer findet, muss schnell Erste Hilfe leisten. Die Johanniter erinnern zum Saisonstart der Biker an die richtigen Hilfsmaßnahmen bei Motorradunfällen.

Nachdem der Ersthelfer die Unfallstelle abgesichert hat, muss er dem Motorradfahrer den Helm abnehmen, damit der Verletzte nicht an Erbrochenem oder seinem eigenen Blut erstickt. Das gilt insbesondere dann, wenn der Betroffene bewusstlos ist. Der Helfer greift in den geöffneten Helm, spreizt ihn seitlich und zieht ihn vorsichtig über Nase und Ohren vom Kopf ab. Wenn eine weitere Person greifbar ist, muss diese Hals und Kopf waagerecht festhalten.

Dann muss der Verunfallte in die stabile Seitenlage gebracht werden, auch wenn er an der Wirbelsäule verletzt sein könnte. Jetzt wird der Rettungsdienst über die 112 gerufen.

Wer auf diese Weise eingreift, rettet möglicherweise nicht nur Leben, sondern unternimmt auch alles, was das Gesetz von dem Zeugen eines Unfalls verlangt. Selbst Unfallsituationen, die kompliziert erscheinen, können mit diesen einfachen Handgriffen vorübergehend gelöst werden.

Die Johanniter weisen darauf hin, dass ein verunglückter Motorradfahrer weitaus mehr durch Ersticken gefährdet ist, als durch eine lebensgefährliche Wirbelsäulenverletzung. Deswegen empfehlen Erste-Hilfe-Experten auch dann den Helm abzunehmen, wenn am Helm ein Hinweis steht, dass er nur von einem Notarzt zu öffnen sei.

Quelle: Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) Link: http://www.juh-presse.de/newsfeed/detail.php?id=133

.. ich kenne jemanden, dem man, obwohl ansprechbar, den Helm abgenommen hat. Die Schädeldecke war geplatzt und der Mann nun tot ..

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@Computermagic

aber sicher nicht weil man ihm den Helm abgenommen hat! Das wäre auch passiert, wenn das die Feuerwehr oder Rettungsdienst getan hätte.

Warum fahren die ...... jetzt immer mit Pudelmützen auf dem Motorrad? Sie sind auf einen Leuchtturm gegangen und haben einen Motorradhelm runtergeworfen. Der ist kaputt gegangen. Dann haben sie eine Pudelmütze runtergeworfen. Die ist heil geblieben!

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@fengshui

Schwachsinn: Eine Ausnahme vom Hörensagen gegen harte Statistiken aus aller Welt zustellen! Genickbruch ist wahrscheinlicher als eine komplette Karlottenfraktur - doch das ist nur dann relevant, wenn er (oder sie) überhaupt überleben. Helmentferung immer unter leichtem Zug, und danach Kopf weiter so halten!

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@Computermagic

Den kennst du nicht. Das gehört in den bereich urban legand. Und selbst wenn, der Schädel wächst auch nicht einfach wieder zusammen, nur weil der Helm 3 Jahre drauf bleibt. -.- Also hör auf hier völlig unbegründete Angst unter potentiellen Ersthelfern zu säen.

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@Computermagic

Eine Schädeldecke platzt nicht, sie bricht höchstens. Und sie bricht nicht durch die Abnahme des Helmes. Es ist zwar durchaus möglich, dass ein Verletzter trotz Schädelfraktur ansprechbar ist, die hier anzunehmende Todesursache dürfte dann aber eine intrakranielle Blutung sein, die auch bei unterlassener Helmabnahme zum Tode geführt hätte. Dennoch sollte daran gedacht werden, dass Motorradfahrer nicht nur durch Schädelverletzungen sterben. Im Gegenteil erliegt ein Motorradfahrer kaum einer singulären Verletzung, sonder meist einem Polytrauma. Was also war die genaue Todesursache?

Diese Geschichten sind fahrlässige Mythen und Legenden.

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@Computermagic

@Computerlegend Krass, dass sich dieses Märchen so hartnäckig hält :D Bitte verbreite es nicht weiter, es ist einfach grundfalsch.

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Also ich kenne es nur so, dass man den Helm nicht abnehmen soll.Mag sein, dass sich das in den letzten Jahren durch neuere Erkenntnisse geändert hat. Werde mich morgen mal im Bekanntenkreis umhören, da sind nämlich 2 bei der Rettung, und mich dann ggf. nochmal melden.

Kira, das hat sich nicht in den letzten Jahren geändert, sondern schon vor gut 30 Jahren.

Man muss dazu einräumen, dass sich der Mythos Helmabnahme durch die Biker selbst so lange hält, weil die einfach fürchten, dass ihnen bei einem Unfall durch unsachgemäße Handhabung des Helmes weiterer Schaden hinzugefügt wird. So erklären sich die Aufkleber oder Hinweise auf Helm und Krad, der Helm dürfe nur durch einen Arzt abgenommen werden. Im Falle der Bewusstlosigkeit stellt diese Aufforderung allerdings keine rechtlich bindende Anordnung des Verletzten dar. Im Gegenteil dürfte dies dann sogar als unterlassene Hilfeleistung gewertet werden. Sollte der Patient ansprechbar sein, wird er seinen Wunsch selbst äußern, dem dann selbstverständlich auch Folge zu leisten ist.

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Das stimmt. Der Helm darf erst im Krankenhaus abgenommen werden, nach dem Röntgen, Wenn sicher ist, dass kein Schädelbruch oder eine andere ähnlich schwere Verletzung des Schädels vorliegt, die durch das Abnehmen des Helms noch schlimmer wird. Auf manchen Helmen steht sogar drauf, dass sie ei Verletzungen nicht abgenommen werden sollen.

Auch wenn die Frage schon uralt ist: Das ist vollkommener Unsinn!

  1. Durch den Helm kann man nicht zuverlässig röntgen

  2. Der Bewusstlose erstickt unter seinem Helm

  3. Wenn der Ersthelfer den Helm nicht runtermacht, dann macht es der Rettungsdienst, aber dann kann es schon zu spät sein.

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Wenn es ein Notfall ist, in diesem Fall evtl. Atemstillstand, darf der Helm abgenommen werden.

Geht man denn heutzutage nicht mehr in den Erstehilfekurs?

Wenn jemand schwer atmet oder bewußtlos ist, muß der Helm abgenommen werden! Dafür gibt es eine Zweihelfer Methode!

Wenn man diese Frage nicht beantworten kann muß der Erste-Hilfe-Kurs wiederholt werden!

Die Feuerwehrleute müssen es besser wissen, was sie dürfen und was nicht. Solange der Motorradfahrer nicht beatmet werden muss, gibt es keinen Grund den Helm abzunehmen...

Auch bei Feuerwehrmänner gibts Leute die Schiss haben...

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Oh doch! Wenn der Helm unten ist, fällt die Beatmung leichter, sollte er oder sie z. B. während dem Transport ins Hospital beatmungspflichtig werden!

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Bei der Feuerwehr gibt es viele Feuerwehrleute mit veraltetem oder komplett falschem Wissen über Erste Hilfe, wie dieser Fall eindrücklich beweist.

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Ich stimme "Anwohner" 100 %ig zu.

Wenn der Patient bewusstlos ist und beatmet werden muss, muss der Helm abgenommen werden.

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