Darf die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses verweigert werden?

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6 Antworten

Man darf hier ein Endzeugnis nicht mit einem Zwischenzeugnis verwechseln!

Auf ein Endzeugnis hat jeder Arbeitnehmer bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses ein gesetzlichen Anspruch!

Wann können Sie ein Zwischenzeugnis verlangen?

Sie können ein Zwischenzeugnis nicht "einfach so", sondern nur dann verlangen könnten, wenn sie ein "berechtigtes Interesse" an einem solchen Zeugnis hätten. Ein solches Interesse soll etwa dann gegeben sein, wenn der Arbeitgeber eine Kündigung in Aussicht stellt, wenn sich Änderungen im Aufgabenbereich des Arbeitnehmers ergeben (Versetzung) oder wenn ein neuer Vorgesetzter kommt.


Da heutzutage aber bereits der Wunsch des Arbeitnehmers nach der Vorbereitung eines beruflichen Wechsels als berechtigtes Interesse nach einem Zwischenzeugnis anerkannt ist, können Sie sich auf den Standpunkt stellen, dass die Darlegung eines besonderen Grundes für die Bitte um ein Zwischenzeugnis nicht nötig ist. Letztlich können Sie daher stets und ohne weiteres ein Zwischenzeugnis verlangen.


Eine Ausnahme von dieser Regel stellt allerdings § 61 Abs.2 BAT (Bundesangestelltentarifvertrag) dar. Nach dieser Vorschrift, die jedoch nur für Angestellte im öffentlichen Dienst gilt, ist der Angestellte nur dazu berechtigt, "aus triftigen Gründen auch während des Arbeitsverhältnisses ein Zeugnis zu verlangen."

Quelle: http://www.hensche.de/RechtsanwaltArbeitsrechtHandbuch_Zeugnis.html#tocitem1

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Kommentar von Marion2
13.10.2010, 16:06

Vielen Dank für die Antwort.

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Die Firma muß dem Arbeitgeber ein Zeugnis ausstellen! Was aber der Sinn davon sein soll, wenn jemand nicht den Betrieb wechseln will, entzieht sich meiner Kenntnis!

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Kommentar von Randberlinerin
13.10.2010, 15:14

Na z. B. wenn der Chef wechselt und man mit dem bisherigen gut konnte...

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Der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis ist nicht gesetzlich geregelt.

Nach ständiger Rechtssprechung muss der Arbeitnehmer einen triftigen Grund (berechtigtes Anliegen) vorbringen können, um ein Zwischenzeugnis verlangen zu können.

Folgende Gründe berechtigen dazu ein Zwischenzeugnis zu verlangen:

  • Wechsel des Vorgesetzten

  • Übernahme einer neuen Funktion im Betrieb

  • Einberufung zum Wehr- bzw. Zivildienst

  • wenn Elternzeit beantragt wird

  • vor einem Betriebsübergang

  • wenn Insolvenz droht

  • für externe Bewerbung

In der Praxis ist es so, dass der Arbeitnehmer immer ein Zwischenzeugnis verlangen kann, da er nur angeben muss das Zwischenzeugnis zur Vorbereitung eines beruflichen Wechsels zu benötigen.

Ob der Arbeitnehmer das Zwischenzeugnis tatsächlich für einen beruflichen Wechsel benötigt, bleibt ihm überlassen - allerdings reagieren viele Arbeitgeber mimosenhaft auf die Anforderung eines Zwischenzeugnisses.

Zusätzlich zu den oben angegebenen Gründen würde ich empfehlen, sozusagen als Zwischenstand, ein Zwischenzeugnis zu verlangen, wenn man schon ein paar Jahre in der Firma ist.

Peter Kleinsorge

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Kommentar von Marion2
13.10.2010, 23:40

Danke Peter ;o)

Es handelt sich, wie schon geschrieben, um die Angst einer derer zu sein, die evtl. gekündigt werden.Naja, im Moment kann das jede/n im Betrieb treffen, leider...

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Nein, das geht nicht. Die können sich zwar denken, warum er eines möchte, aber ablehnen, schon gar nicht mit so einer Begründung, geht nicht.

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Kommentar von Marion2
13.10.2010, 15:19

Danke schön für Deine Antwort.

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Ich weiß nicht ob sich da was geändert hat, aber zu meiner Zeit, konnte man jederzeit ein Zwischenteugniss verlangen, wobei natürlich der AG dann vermutet, daß man sich wo anders bewerben will.

Auf jeden Fall sollte sich die GL dem Grund der Befürchtung seinen Arbeitsplatz zu verlieren nicht verweigern können.

Da muß Dein BR mal kräftig auf den Tisch hauen.

GlG RW

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Kommentar von Marion2
13.10.2010, 18:44

Ja Brummbär, sollte er....

Da ich aber nur noch sage und schreibe 4 Stunden in der Frima arbeiten werd, hab ich mich nur noch dazu bereiterklärt, hier zu fragen.Der Rest....;o)

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