Darf der Vermieter mir Renovierungen in Rechnung stellen, ohne mich vorher über diese zu informieren?

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5 Antworten

Die mündlichen Aussagen gegenüber Deiner Freundin sind nichts wert. Da steht im Zweifel Aussage gegen Aussage.

Ihr habt kein Übergabeprotokoll vom Einzug und das vom Auszug auch nicht, was wiederum nicht zu verstehen ist. So etwas gibt man, sobald es vom Vermieter unterschrieben ist, nicht mehr aus der Hand.

Fakt ist nun: Der Vermieter bzw. die Hausverwaltung werden sagen, dass die Wohnung bei Eurem Einzug Top in Ordnung war und dass es doch völlig klar ist, dass die Nutzung im Rahmen einer Wohngemeinschaft einer Wohnung immer mehr zusetzt, als wenn es sich nur um Einzelpersonen oder ein Paar handelt.

Der Vermieter wird das Übergabeprotokoll vom Auszug vorlegen, das Deine Freundin vermutlich auch unterschrieben hat. Da drin wird so ziemlich alles aufgelistet sein, was an Mängeln festgestellt wurde. Was der Typ gesagt hat, der die Übergabe gemacht hat, spielt keine Rolle mehr. Als Fakt wird genommen, was auf dem Papier steht und wenn dann noch die Unterschrift der Freundin drunter ist, dann gute Nacht.

Sicher gibt es auf dem Übergabeprotokoll noch so Sätze zum Ankreuzen:

"Mieter erklärt, dass er Mängel bis zum xx.xx.xxxx beheben wird" und als Alternative dazu "Mieter erklärt, dass er die Mängel nicht beheben wird und den Vermieter bittet, dies zu übernehmen". So oder ähnlich. Wurde das bei der Übergabe nicht angekreuzt, hat es der Vermieter/Verwalter vermutlich nachträglich angekreuzt und mangels Belegexemplar ist das nicht mehr zu beweisen. Die Unterschrift ist drunter und fertig.

Natürlich müssen die 4500 € auch irgendwie belegt werden. Auflistung von Arbeitsstunden, Stundensätze, Handwerkereinsatz mit Rechnungen für Material und Arbeit und natürlich auch, was alles gemacht wurde.

Dein Problem ist, dass die Kaution erst mal weg ist. Darüber hinaus wird man von Dir die 3000 € zusätzlich fordern und Dich ggf. auf Zahlung verklagen.

Dem solltest Du auf jeden Fall insofern zuvor kommen, dass Du Dir erst einmal eine Kopie des Übergabeprotokolls und alle Rechnungen und Auflistungen schicken läßt. Wenn Du das alles hast, machst Du einen Termin bei einem Rechtsanwalt, der zusammen mit dem Mietvertrag prüfen muss, was alles berechtigt ist und was nicht. Dementsprechend wird er versuchen, soviel wie möglich abzuwehren und vielleicht, wenn das ein oder andere berechtigt ist, wird er ein Vergleichsangebot machen, das natürlich deutlich unter dem liegt, was im Moment von Euch gefordert wird.

Eine wichtige Sache darf man auch nicht übersehen: Sind Mängel oder Schäden dabei, die eine Sache der privaten Haftpflichtversicherung sind, meldet ihr das dort an. Ihr könnt logischerweise einen Versicherungsfall erst dann melden, wenn Euch eine entsprechende Forderung auf Schadensersatz bekannt gemacht wurde. Somit dürftet ihr noch nicht zu spät dran sein.

Die Versicherung hat einerseits die Pflicht, alle Schäden zu erstatten, die im Rahmen der Police tatsächlich abgedeckt sind und andererseits hat sie die Pflicht alle unberechtigten Forderungen abzuwehren. Insofern wirkt sie wie eine Rechtsschutzversicherung.

Die Frage, ob bei dieser Sachlage und bei der Geldsumme, um die es geht, die Einschaltung eines Rechtsanwalts sinnvoll ist oder nicht, ist eigentlich keine. Aufgrund der verzwickten Situation kann Euch nur ein Rechtsanwalt helfen, von der Höhe der Forderung wenigstens zu einem guten Teil runter zu kommen. Da sind ein paar hundert Euro, die man ggf. investieren muss, schon gut angelegtes Geld.

Zumindest eine erste umfassende Beratung nach Erhalt aller Unterlagen solltet ihr Euch schon leisten.

Wieso habt ihr denn nicht wenigstens eine Kopie des Übergabeprotokolls zum AUSZUG erstellt?

Wenn nichts schriftlich festgehalten wurde, sind "Aussagen" eben Aussagen, die nichts wert sind.

Der korrekte Weg wäre gewesen, bei der Übergabe schriftlich die Schäden und Mängel zu vermerken. Dann wird dir eine Frist gesetzt, innerhalb der du selbst die Schäden beheben kannst oder beheben lassen kannst. Er wenn die Frist abgelaufen ist und du ausgezogen bist, ohne dich darum zu kümmern, darf der Vermieter selbst Hand anlegen bzw. auf deine Mietkaution zurückgreifen.

Aufgrund der Höhe der Kosten, die hier von euch verlangt werden, würde ich auf jeden Fall Hilfe bei einem Fachanwalt suchen oder erst mal bei der Rechtsberatung des Mieterbundes (das ist billiger).

Wird schwierig. Ihr habt ja alles nur mündlich abgemacht. Ich wünsche euch sehr, dass es diesmal glimpflich für euch ausgeht und verkneife mir jeglichen erhobenen Zeigefinger. Dass ihr ab jetzt immer alles schriftlich macht und protokolliert, habt ihr aus diesem Schreck bestimmt jetzt schon gelernt.

Alles Gute!

Warst Du bei der Rückgabe der Wohnung alleine?

Ist dieser Forderung eine Rechnung einer Drittfirma angehängt?

Was war genau im Mietvertrag zum Thema Renovierung vereinbart?

Wie lange habt Ihr in dieser Wohnung gelebt?

Nein, meine Freundin war mit dabei und kann auch bestätigen, dass es die mündliche Absprache gab, dass uns für Schäden an Fußboden und Türen nichts berechnet wird. Hätte das vor Gericht Aussagekraft?

An die Forderung ist keine Rechnung einer Drittfirma angehängt. Die werde ich auf jeden Fall noch anfordern, aber es ist davon auszugehen, dass die Hausverwaltung damit rechnet und uns nicht noch zusätzliche Kosten berechnet hat.

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@ego93

Sorry, habe den Rest deiner Fragen eben erst gesehen... Ich habe zunächst 8 Monate und meine Freundin 5 Monate in einer 3er WG dort gelebt. Als der letzte Mitbewohner ausgezogen ist, haben wir anschließend noch 11 Monate zu zweit dort gewohnt (Wobei die Wohnung davon nur 7,5 Monate von uns bewohnt wurde). Die Wohnung war bei meinem ersten Einzug schon in keinem guten Zustand. Da sich dort aber über Jahre immer nur ein- und ausziehende Mitbewohner die Klinke in die Hand gaben, ist das nie großartig zur Sprache gekommen. Das weiß die Hausverwaltung aber auch und beteuerte uns daher auch die Kosten nicht auf uns abwälzen zu wollen.

Im Mietvertrag steht zum Thema "Auszug" lediglich ,dass Schönheitsreparaturen und Renovierungen entsprechend der gesetzlichen Vorgaben vorzunehmen sind. An anderer Stelle im Mietvertrag steht auch noch, dass der Mieter die Kosten für Schönheitsreparaturen und Renovierungen zu tragen hat, worunter man alles versteht, "was sich im Laufe der Zeit abgenutzt hat und sich in der Regel mit Farbe, Tapete und etwas Gips erneuern lässt".

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@ego93

Wart Ihr beide Mieter oder wäre Deine Freundin eine neutrale Zeugin?

Bei der Drittfirma stelle ich mir die Frage inwieweit diese mit            dem / der Vermieter / Hausverwaltung verbandelt ist. Oder ob bei einer größeren Wohnanlage irgendwelche Haushandwerker die Tätigkeiten ausgeführt haben.

Kann Dir jemand im Umfeld bestätigen, in welchem Zustand die Wohnung zum Zeitpunkt der Anmietung war?

Hast Du sie unrenoviert übernommen, ist Dir bei Auszug nicht zuzumuten, dieselbige renoviert zurückzugeben.

Ich gehe zumindest davon aus, dass er Euch vor Ausführung der Arbeiten, nach der mündlichen Wohnungsabnahme hätte informieren müssen.

Laß Dich bitte beraten - aber von einem Fachanwalt für Mietrecht.

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Aufgrund der höhe des Betrages und der Komplexitat des Themas ist ein Rechtsanwalt dein Ansprechpartner

Hallo ich500, meine Sorge ist nur, dass Anwalts- und Gerichtkosten den Rahmen sprengen würden, wenn wir vor Gericht nicht Recht bekämen. Deswegen würde ich gerne vorher ein paar Meinungen hören, ob ein Anwalt mir hier wirklich weiterhelfen kann. Danke dir!

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@ego93

Du sollst mit dem Rechtsanwalt nur ein Erstgespräch führen... deshalb musst du nicht gleich vor Gericht ziehen.

Der RA sollte dir anhand deiner Schilderung relativ schnell sagen können, ob er Aussicht auf Erfolg sieht.

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@ego93

Ich werde nie verstehen, dass es Menschen gibt die sich den Mietrechtsschutz oder die Mitgliedschaft beim Mieterbund sparen....

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@kevin1905

Doch, kann ich mir gut vorstellen. Das sind Vermieter und Vermieter sind auch Menschen, auch wenn manchmal daran gezweifelt wird.

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