Darf der Vermieter mehr Miete verlangen?

7 Antworten

Bodenrichtwerte haben kein Einfluss auf die Mieterhöhung. Der Mietspiegel ist nur in den Grenzen des Zulässigen von Bedeutung, wenn es einen Mietspiegel deines Wohngebietes gibt. Ein qualifizierter Mietspiegel deiner Kommune kann als Grundlage des Mieterhöhungsverlangens herangezogen werden.

Deine aktuelle Grundmiete pro m² Wohnfläche hast du nicht genannt. Der Mietspiegel weist vermutlich einen Spielraum des m²-Preises aus. Das Mieterhöhungsverlangen darf 20% oder 15% deines aktuellen Grundmietpreises nicht übersteigen, die letzte Mieterhöhung muss mehr als 1,5 Jahre zurück liegen.

Der Ersatz der Wohnungseingangstür kann als Modernisierung gelten, die unaghängig vom Mieterhöhnungsverlangen berechnet werden könnte. Allerdings muss diese Modernisierung angekündigt worden sein. Bitte gib mehr Informationen.

Was am Haus modernisiert wurde kann Anlass für die Mieterhöhung gewesen sein, aber auch ohne solche Arbeiten hätten die neue Genossenschaft eine Mieterhöhung verlangen können. Das eine hat jetzt wohl mit dem anderen nichts zu tun.

Die Konsequenzen, die es haben kann, wenn man nicht unterschreibt, hat anitari schon erklärt.

Darf die Genossenschaft dies mit den Bodenrichtwerten und den Mietspiegeln der Stadt begründen ?

Nein, aber sie muss, bzw. sie hätte drei Möglichkeiten:

  1. Sie nennt Euch Vergleichsmieten. Mindestens drei von konkreten Wohnungen, die mit Eurer vergleichbar sind
  2. oder sie läßt ein Gutachten über die aktuellen Marktmieten und über Eure Wohnung erstellen
  3. oder (die absolut einfachste Möglichkeit): Sie bezieht sich auf den aktuellen qualifizierten Mietspiegel Eurer Stadt, den es anscheinend gibt. Die Bodenrichtwerte sind unbedeutend.

Da also 1. und 2. eher schwierig umzusetzen sind, wählt man die fairste, nämlich den von einem Ausschuss aus Mieterorganisationen, der Stadt und Vermieterorganisationen qualifiziert aufgestellten Mietspiegel und wenn lt. diesem Mietspiegel die neue Miete in den Rahmen passt und nicht höher als 15 oder 20 % der bisherigen Miete ist, würde ich lieber empfehlen, dem Erhöhungsverlangen zu zu stellen, denn sonst gibt es vor Gericht nur einen kurzen Prozess.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – In diesen Bereichen selbst seit langer Zeit tätig.
Heißt das, nicht unterschreiben bedeutet, dass man die +90€ mehr nicht zahlen muss ?

Sicher nicht.

Der Vermieter kann die Zustimmung zur Mieterhöhung einklagen wenn Du die erhöhte Miete nicht zahlst.

Gibt es ein formell korrektes Mieterhöhungsverlangen? Mit welcher konkreten Begründung?

Gab es eine Modernisierungsankündigung welchen Inhaltes?

Alles das ist bedeutsam und ohneInfo dazu kann hier schlecht hilfreich geantwortet werden. Also: Lass gucken!

Wenn Du nicht unterschreibst, musst Du nicht mehr bezahlen.

Ob das so zulässig ist, kann Dir der Mieterschutzbund sagen.

Wenn Du nicht unterschreibst, musst Du nicht mehr bezahlen.

Dann wird der Vermieter die erhöhte Miete einklagen.

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@anitari

Das wird er nicht - eigene Erfahrung.

Bei uns haben mal etwa 40 Mieter vor ca. 8 Jahten nicht unterschrieben - nie kam etwas.

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@beangato

Das es bei dir so ist heißt nicht das es bei anderen auch so ist.

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@beangato

Wir haben schon ein paar mal Mieterhöhungen mit sehr gutem Erfolg eingeklagt.

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