Darf der Vermieter einfach so die Miete erhöhen?

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Mieterhöhungen im Sinne des § 558 BGB können unabhängig von Instandsetzungsmaßnahmen "vereinbart" werden.

Hier erfolgt nur eine Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete.

Wenn es also vergleichbare (Lage und Ausstattung) Wohnungen gibt, die tatsächlich teurer sind, als deine, kann die Miete erhöht werden.

Ein entsprechendes Mieterhöhungsverlangen bedarf aber Eurer Zustimmung und muss vom Vermieter auch ausreichend begründet werden.

Eine Ankündigung, wie "ab 01.06.steigt Ihre Miete um XY EUR" reicht nicht aus.

Mängel innerhalb deiner Wohnung solltest Du schriftlich und nachweislich dem Vermieter melden und ihn auffordern, diese innerhalb in einer bestimmten Frist zu beseitigen.

Kommt er dem nicht nach, kannst Du hier entsprechende Mietminderungen durchführen (nach Ankündigung) oder eine Selbstvornahme durchführen und die Kosten von den Mietzahlungen abziehen.


Das Haus ist über 100 Jahre alt und wird von Eurer Familie schon seit ca. 50 bis 70 Jahren bewohnt. Geht man davon aus, dass das Haus in der ersten Phase weitgehend in Ordnung war, sind die meisten Mängel erst nach dem Einzug der Oma, bzw. der Mutter aufgetreten.

Alle Mängel müssen von den Bewohnern umgehend schriftlich gemeldet werden und die Beseitigung ggf. angemahnt werden. Mit Fristsetzung und wenn es sich um schwerwiegende, stark beeinträchtigende Mängel handelt, ggf. Ersatzvornahme und Kosten wieder von der Miete abziehen.

Wenn man das alles nicht gemacht hat, kann man nicht plötzlich daher kommen und alles mögliche reklamieren. Mieterhöhung, also Anpassung an die allgemeine Marktmiete, die auch den Zustand und Lage des Hauses berücksichtigen muss (z. B.: "einfacher Standard" abzgl. fehlende Ausstattung, abzgl. "schlechte Lage", wie es oft in Mietspiegeln vorgegeben ist), ist unabhängig von einer Mängelbeseitigung möglich.

Mieter bekommen dabei ein Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet, dass man als Mieter praktisch indirekt aufgefordert wird, zu prüfen, ob es für die dann erhöhte Miete nicht etwas besseres gibt.

Tut man das nicht, also bleibt man in der Wohnung, muss man schließlich die Erhöhung akzeptieren, wenn sie den örtlichen Rahmen nicht übersteigt und hätte aber immer die Möglichkeit, die Miete zu mindern, wenn gravierende Mängel nicht behoben werden.

In Eurem Fall kommt noch etwas dazu:

Wenn der Vermieter sagt, er hat kein Geld und wenn die Summe der nötigen Maßnahmen so hoch ist, dass es sich für das alte Haus einfach nicht mehr lohnt, könnte er auch beschließen, das Haus abzureissen oder einfach nur leer stehen zu lassen, da sich Vermietung zu dem evtl. viel zu niedrigen, noch erzielbaren Mietpreis nicht mehr lohnt.

In unserer Stadt gibt es leider nichts vergleichbares für diesen Preis.

Das bedeutet, dass die Miete bei Euch schon sehr niedrig ist und wenn sie das immer noch ist, wenn sie nun erhöht wird, müßt ihr erneut überlegen (s. o.). Es haben schon viele ihre Wohnungen und sogar den Wohnort aufgeben müssen, weil das Haus abgerissen oder so von Grund auf saniert wurde, dass man die Miete erst recht nicht mehr zahlen konnte. Für Euch gibt es immer noch die Möglichkeit bei der Stadt oder Gemeinde (Wohnungsamt) nach einer anderen Wohnung zu fragen und sich zumindest mal auf eine Liste setzen zu lassen.

ich würde mir eine neue wohnung suchen oder zum rechtsanwalt für mietrecht gehen... sollte im mietvertag nichts zu mietanpassungen stehen? ich kenne dass so wenn was renoviert oder saniert wird dann kann erhöht werden... wenn die mängel so groß sind dann würde ich eine mietminderung durchsetzen bis die mängel beseitigt sind... wie gesagt ein anwalt kann da besser beraten... oder evtl. eine dieser neuen schlichtungsstellen die sind ja kostenlos... 

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