Darf der Vermieter die Miete um 20% erhöhen?

10 Antworten

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Wenn es sich um eine freifinazierte Wohnung handelt oder die Sozialbindung abgelaufen ist, dann darf die Kaltmiete alle 3 Jahre um bis zu 20% steigen, sofern die ortsübliche Miete nicht überstiegen wird.

Quelle (u.a.): http://de.wikipedia.org/wiki/Mieterh%C3%B6hung

Ja bei mir war das schon über der Ortsüblichen Miete aber es wurde umfangreich Modernisiert.

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@Manni9999

Das ist insofern egal, als dass dann die ortsübliche Miete für vergleichbare Objekte zu Rate gezogen werden muss. Also grundsätzlich ist es egal ob modernisiert oder nicht.

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@fungolfer

Nein, eine Modernisierungserhöhung darf auch über die ortsübliche Vergleichsmiete gehen bzw. ändert sich durch die Modernisierung im Zweifel auch die ortsübliche Vergleichsmiete für die Wohnung...

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@XtraDry

Hab ich ja sinngemäß auch so geschrieben. Frage ist, was, wenn kein Vergleichsobjekt zur Verfügung steht?

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Mieterhöhungen jeglicher Art sind reglementiert. D.h., es sind gesetzliche Vorgaben einzuhalten. Für Modernisierungsmieterhöhungen gelten etwas abweichende Vorschriften, spielt in deinem Fall also keine Rolle. Von der letzten Mieterhöhung bis Zugang des neuerlichen MEV müssen mindestens 12 Monate verstrichen sein, ebenfalls seit Einzug in die Wohnung, ansonsten ist es unwirksam. Grundsätzlich sind bei wegen Anpassung an die örtliche Vergleichsmiete erfolgten Mieterhöhungsverlangen drei Vergleichswohnungen exakt mit Name und Adresse der jeweiligen Mieter zu benennen, so dass du die Möglichkeit hast, dich selbst davon zu überzeugen, dass tatsächlich gleiche Lage und Ausstattung vorhanden sind. Desweiteren ist das MEV zustimmungspflichtig. Das bedeutet, nur mit deiner unterschriebenen Zustimmung kann mehr Miete gefordert werden. Ist die Aufforderung auf Zustimmung nicht im MEV beinhaltet, ist dieses unwirksam, wie auch bei Fehlen der Angaben zu den Vergleichswohnungen. Nach Zustellung des MEV hast du, incl. des Eingangsmonats, drei Monate Überlegungsfrist, ob du zustimmst, widersprichst oder kündigst. Falls du kündigst (das müsste innerhalb der Überlegungsfrist erfolgen) kannst du ab Auslaufen dieser Frist mit einer Frist von 2 Monaten kündigen. Du bräuchtest dann die erhöhte Miete bis zum Auszug nicht zahlen. Prüfe nun anhand meiner Ausführungen, ob die Kündigung die gesetzlichen Vorschriften erfüllt und womöglich unwirksam ist. Suche evtl. die Unterstützung des örtlichen Mietervereins, Mitgliedschaft vorausgesetzt.

Ja, die Miete kann alle drei Jahre um 20 % im Rahmen des örtlich geltenen Mietspiegels erhöht werden. Modernisierungsmaßnahmen können zusätzlich mit 11 % p.a. auf die Mieter umgelegt werden.

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