Darf der Vermieter die Kaution nach Auszug beliebig verprassen?

15 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wann bist du ausgezogen (genaues Datum) und wann kam die Rechnung für das Fenster (genaues Datum)? Wenn hier die Differenz größer als 6 Monate ist (taggenau), ist der Anspruch auf Schadenersatz verjährt.

Wenn nicht verjährt, wärest du bei (tatsächlichem) Eigenverschulden lediglich für die Reparatur (neue Scheibe) heranzuziehen, keinesfalls für ein komplettes neues höherwertiges Fenster. Demnach dürftest du die Rechnung als unangemessen zurückweisen.

Woran machst du dein Eigenverschulden fest?

Eine sehr gute Antwort. In der Tat ist der Auszug über 6 Monate her. Ich werde jetzt mein Geld mit Hinweis auf die Verjährung zurückverlangen.

Eigenverschulden: Ich hab die Scheibe mit einem Metallregal getroffen. Das war allerdings schon vor Jahren und nur ein winziger Kracks, der aber dann immer länger geworden ist.

Vielen Dank für deine Hilfe :-)

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@Satixman

Ich werde jetzt mein Geld mit Hinweis auf die Verjährung zurückverlangen

Beziehe dich bitte dabei auf § 812 BGB (Herausgabe wegen ungerechtfertigter Bereicherung).

Setze eine Frist von 14 Tagen und kündige Rechtsmittel für den Fall der Verfristung an. Deinen Brief bitte per Einwurfeinschreiben.

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Das hat eine frühere Vermieterin auch versucht. Lasse Dich einmal unverbindlich bei Eurer Rechtsschutzversicherung, wenn ihr eine habt, beraten. Deine Eltern haben bestimmt eine. Die können auch  für Dich fragen.

Welche Gründe gibt er denn vor?  Bist Du sicher, dass Du/ihr den Riss in der (inneren)Scheibe verursachten?  Und wie kann sowas dort passieren? 

In einem guten Mieterratgeber (neueste Ausgabe) stehen solche Fälle drin und es ist immer gut, ein solches Buch zuhause zu haben. (

Rechte und Pflichten eines Mieters)

Ein Beitritt in den Mieterbund ist ebenfalls empfehlenswert.

Reden kann man mit dem Vermieter nicht. Er ist 56 Jahre, wohnt noch bei
seiner 80-Jährigen Mutti und hat den Intellekt eines 12 Jährigen.

...oder auch die Pfiffigkeit eines vermeintlich cleveren Vermieters mit mehr Gottvertrauen als Gerechtigkeitssinn.

Ihr Gedankenansatz ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Klarheit über die Art der kostenmäßigen  Zulässigkeit des neuen Fensters oder einer neuen Einfachverglasung bzw. die Höhe der tatsächlich anrechenbaren Kosten können Sie nur gerichtlich klären lassen.

Sie haben bis zu einem Urteil den Nachteil Geld herausklagen und kostenmäßig mit Gutachter- und Anwaltskosten in Vorlage treten zu müssen, auf dem der Vermieter z.Z. sitzt.

Ihre Chancen auf einen Teilsieg dürften mit etwas Geduld und Kapitaleinsatzbereitschaft nicht ganz vergebens sein.

Der Schadenersatzanspruch ist verjährt, deshalb muss der Mieter keinen Cent bezahlen. Der Vermieter hatte 6 Monate Zeit, Schadenersatzansprüche zu prüfen und geltend zu machen. Nur durch Gerichtsanhängigkeit während der 6-Monatsfriste wäre der Anspruch gehemmt worden. Das ist aber nicht geschehen.

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