darf der Vermieter Besuch mit anrechnen?

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7 Antworten

und meinte ihm wäre zu Ohren gekommen

Ihm ist was zu Ohren gekommen und er musste darauf reagieren. Die anderen Bewohner des Hauses haben einen Anspruch darauf, dass der Vermieter der Sache nach geht.

daher will er sie als eine dritte Person in der Nebenkostenabrechnung mit einrechnen.

Und wenn ihr einverstanden seid, dann darf er auch. Zwei verschiedene Personen als eine Dritte. Warum nicht? Wenn es Euch gelingt, auf diese Weise den Hausfrieden zu bewahren, wäre das doch eine Möglichkeit. Immerhin geht es nur um die Kostenpositionen, die nach Anzahl der Bewohner aufgeteilt werden. Alles was nach Wohneinheit, Wohnfläche oder nach gemessenem Verbraucht abgerechnet wird, belastet nicht die übrige Hausgemeinschaft, sodass am Ende nur ein geringer Eurobetrag pro Monat als Mehrkosten entstünde.

Wenn ihr nicht einverstanden seid, was Euer gutes Recht bei dieser Sachlage ist, kann der Vermieter nichts machen und es wird ihn auch nicht so besonders interessieren, denn dann wird eben umgelegt, wie bisher. Es gehört zum allgemeinen Vermieterrisiko, aber auch zum Lebensrisiko aller Mieter, dass man es manchmal mit Mitbewohnern im gleichen Haus zu tun hat, die eben öfters mal Gäste haben, die auch über Nacht bleiben. Im übrigen kann es genauso gut sein, dass ein Bewohner unter Waschzwang leidet und doppelt oder dreimal soviel Wasser verbraucht, wie normal. Auch dagegen könnte man nichts machen, wenn die Verbräuche nicht gemessen werden können.

die erste Frage ist, wie wird Wasser abgelesen. Besitzen die Mietparteien eigene Erfassungsgeräte? Ich mutmaße, dieses ist nicht der Fall. Die zweite Frage ist: Ist eine Pauschalmiete vereinbart oder gibt es eine „Kalt-Miete“ plus „monatlicher Betriebskostenvorauszahlung“. Also: Bitte einen Blick in den Mietvertrag werfen. Wie werden (kalte) Betriebskosten umgelegt?? Im Mietvertrag muss stehen, ob diese Kosten nach Wohnfläche (bzw. Wohn- u. Nutzfläche) oder Personenzahl umgelegt werden. Der Regelfall ist die Umlage nach Wohnfläche, die Umlage nach Personenzahl muss ausdrücklich im Mietvertrag feststehen. Wird lt. Mietvertrag nach Wfl. umgelegt, darf der Vermieter selbstverständlich nicht nach Personenzahl umlegen (beide Verfahren können für den Mieter Vorteil oder Nachteil sein) - Punkt. Ist im Mietvertrag festgelegt, dass nach Personenzahl umgelegt wird, dann spielen zuerst einmal selbstverständlich nur die Personen, die in der Wohnung "fest" wohnhaft sind eine Rolle. Ob ein „Dauer“-Gast sozusagen auch zu einem Faktor bezüglich der Umlage wird, ist nicht so einfach zu beantworten. Grundsätzlich dürfen Gäste regelmäßig und natürlich auch über Nacht empfangen werden und dürfen nicht bei der Umlage berücksichtigt werden. In diesem Falle hätte der Vermieter wohl die Aufgabe, sehr präzise „Aufenthaltszeiten“ aller Besucher des Hauses zu protokollieren. Dieses dürfte wohl als unangemessen und schlicht nicht durchführbar sein (es ist der geschützte Rechtsbereich des Mieters, in seinen Räumen Besucher zu empfangen). Die Grenze, ab wann ein „Dauergast“ möglicherweise in ein „Untermietverhältnis“ übergeht, ist fließend und kann nicht klar beantwortet werden. Nach einem Urteil vom AG Frankfurt Main soll die „normale Besuchszeit“ nach 3 Monaten überschritten sein. Fazit: Was dem Vermieter oder mir oder Dir "zu Ohren kommt" ist völlig wurscht. In Deine/ Eure Privatsphäre einzudringen und über Besucherzahlen und -zeiten zu spekulieren, obliegt dem Vermieter nicht.

Das hat der Vermieter von meinem damaligen Freund auch mal versucht, obwohl wir uns insgesamt viel länger in meiner (Eigentums-)Wohnung aufgehalten haben als in seiner...

Es gibt sicherlich "Grenzfälle". Wenn z.B. Eure Freunde immer nur zu Euch kommen, Ihr nie zu denen geht, dann würde ich schon mal über die Berechtigung nachdenken. Aber auch dann hängt es natürlich von der Häufigkeit der Besuche ab. Ich denke auch die (individuellen) Gerichtsurteile werden da kein einheitliches Bild liefern.

lealeane 04.02.2015, 12:18

Was habt Ihr dann dagegen getan?

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Nein darf er nicht. Sie wohnen ja schließlich nicht bei euch. Wenn sie am nächsten tag wieder gehen ist das kein Problem. Aber ich bin mir nicht sicher, aber icj glaube Besucher dürfen bis zu 2 Wochen bleiben.

Gerhart 04.02.2015, 12:16

Bitte nur sichere Kommentare abgeben. Die Besuchszeit ist zwar nicht vorgeschrieben aber sollte 8 Wochen nicht überschreiten.

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Natürlich darf er das nicht. Erst wenn der Besuch mehr als 6 Wochen am Stück dauert, geht man eben nicht mehr von Besuch aus. Er hat schon recht, dass eure Freunde natülich auch Wasser verbrauchen, aber deshalb darf er trotzdem nicht eine Person mehr berechnen. Abgesehen davon wird der Wasserverbrauch ja am Jahresende mit der NK-Abrechnung abgerechnet. Was mehr verbraucht wurde, muss halt nachgezahlt werden.

bwhoch2 05.02.2015, 10:33

Wenn der Verbrauch der einzelnen Wohnungen aber nicht mit Zählern gemessen wird, sind die anderen Bewohner evtl. benachteiligt. Dennoch haben weder Vermieter noch Mieter Anspruch bei dieser Art Besuche, dass diese an den Kosten beteiligt werden.

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Natürlich nicht!! Die Nebenkosten zahlt eh Ihr und der Vermieter hat kein Recht darauf,Euren Besuch zu begutachten,wielange der bei Euch verweilt! Ihm hat nur zu interessieren,wer dort gemeldet ist,mehr nicht!

anjanni 04.02.2015, 12:01
Die Nebenkosten zahlt eh Ihr

Und da die in einem Mehrfamilienhaus oft über einen Verteilerschlüssel, der mit der Anzahl der Bewohner zusammenhängt, abgerechnet werden, ist das schon relevant!

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Bastet777 04.02.2015, 12:03
@anjanni

Zahlt dann trotzdem der Mieter. Dann muss halt der Verteiler einzeln aufgeteilt werden,sodas genau ersichtlich ist,aus welcher Wohnung der Strom verbraucht wird. Siehe Klausel zu Wohngemeinschaft!

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ChristianLE 04.02.2015, 14:16
@Bastet777
Dann muss halt der Verteiler einzeln aufgeteilt werden,sodas genau ersichtlich ist,aus welcher Wohnung der Strom verbraucht wird.

bei gewissen Kostenpositionen ist das allerdings nicht möglich. klassisches Beispiel hier ist die Umlage der Müllkosten. Erfolgt hier die Umlage nach Anzahl der Personen, wird der Besuch nicht berücksichtigt und die Gemeinschaft trägt hier die Kosten.

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anjanni 05.02.2015, 11:05
@ChristianLE

Auch beim Wasserverbrauch ist das schwierig, da die Kosten für Einbau von Zählern unter Umständen in keinem Verhältnis zum Nutzen steht...

Siehe Klausel zu Wohngemeinschaft!

Und was bitte soll das in diesem Zusammenhang bedeuten?

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