darf der Lehrer meiner Tochter ihren Brief lesen und sie für das was drinnen Stand suspendieren?

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6 Antworten

Vor der Entscheidung über einen Schulwechsel solltet ihr das Gespräch mit der Schule suchen, den Lehrern sagen, dass ihr das Gefühl habt, sie würden eure Tochter anders behandeln. Vielleicht bekommt ihr es gekittet.

Lehrer sind auch nur Menschen. Wenn es zum Beispiel in dem Briefchen darum ging, dass deine Tochter mal was gesagt hat, was die Lehrer angegriffen oder beleidigt hat, dann wird sich sowas bestimmt auf den Umgang mit deiner Tochter auswirken. Deine Tochter hat den Brief zwar nicht geschrieben, aber die Lehrer haben über diesen Brief Kenntnis von irgendeinen Vorgang erhalten.

Falls sich herausstellt, dass das Vertrauensverhältnis hin ist, dann wäre ein Schulwechsel eine Alternative. Allerdings kennen sich auch die Lehrer unterschiedlicher Schulen, da wird auch gequatscht und "vorinformiert".

Anscheinend hat deine Tochter keine Ordnungsmaßnahme erhalten, sonst hättet ihr ja die Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten. Und eine erzieherische Maßnahme höre ich hier auch nicht raus. Also gibt es keine direkte Maßnahme, sondern nur das Gefühl, es wäre etwas anders als vorher. 

Wenn diese Aktion immer wieder zur Sprache kommt, scheint es ja eine nette Formulierung im "Brief" gewesen zu sein. Wäre es vielleicht sinnvoll gewesen, sich dafür mal aufrichtig zu entschuldigen, um den Fauxpas wieder gerade zu biegen? Bei einem korrekten Verhalten nach einem Fehler sind die KollegInnen sicher bereit, das Problem beiseite zu legen. 

Ihr könnt natürlich euch an die Schulaufsicht wenden. Die würde die Schule und den Lehrer mit Sicherheit auch rüffeln oder eine mündliche Ermahnung erteilen. Aber dann wird deine Ttochter an dieser Sschule keein Land mehr sehen. Wir mußten das in einem ähnlicchen Fall miiterleben.. Daher rate ich dringend zu einem Einvernehmlichen Schulwechsel.

Hallo saron123,

nach § 202 STGB ist es eine Verletzung des Briefgeheimnisses, wenn man einen verschlossenen Brief öffnet und liest.

Im vorliegenden Fall handelt es sich aber um ein nicht verschlossenes Schriftstück, das im Unterricht angefertigt worden ist. Und das kann der Lehrer immer lesen, auch wenn es dann als "Brief" bezeichnet wird und weitergegeben wird.

Was das Suspendieren angeht: Das ist eine Ordnungsmaßnahme aufgrund eines Konferenzbeschlusses, bei der die Eltern und die Schüler in der Konferenz zur Stellungnahme gehört werden und von der die Eltern schriftlich informiert werden müssen.

Woran deine Tochter da "mitbeteiligt" ist, spielt dann natürlich eine entscheidende Rolle.

Grundsätzlich: Es ist immer ungünstig, wenn man erst etwas verbockt hat und sich dann nachher Gedanken darüber macht, was das für Folgen hat, und fragt, ob wer was darf.

Wie ich hörte gildet es auch als verschlossen wenn es gefallen ist 

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@saron123

Das hat so ein, möglicherweise angetrunkener, Juraprofessor mal bei Spiegel-online abgesondert, gleichzeitig mit der Behauptung das dies auch für Postkarten gilt. Das ist allerdings Blödsinn, kein Richter wird jemanden verurteilen weil er einen zusammengefalteten Zettel auseinadergefaltet und gelesen hat.

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Hallo saron123,

ich muss mich, nachdem ich mal recherchiert habe, korrigieren:

Im Juraforum wird ausgeführt:

Das Briefgeheimnis ist ist durch den Art. 10 GG in Deutschland geregelt. Als Brief wird jede schriftliche Mitteilung zwischen einem Absender und einem Empfänger angesehen. Dementsprechend fallen auch Postkarten unter das Briefgeheimnis.

In einer Handreichung

http://www.schulfuchs.de/cgi-bin/sf.cgi?id=701

…..gilt, wenn sich Schüler Briefchen im Unterricht reichen. Wegnehmen ist okay, lesen oder gar vorlesen dagegen nicht.

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Im vorliegenden Fall handelt es sich aber um ein nicht verschlossenes Schriftstück, das im Unterricht angefertigt worden ist. Und das kann der Lehrer immer lesen, auch wenn es dann als "Brief" bezeichnet wird und weitergegeben wird.

Nein, dass darf er nicht. Hier gibt es immer noch die Diebstahl- und Unterschlagungs § !


cih muss mich, nachdem ich mal recherchiert habe, korrigieren:

Im Juraforum wird ausgeführt:

Das Briefgeheimnis ist ist durch den Art. 10 GG in Deutschland geregelt. Als Brief wird jede schriftliche Mitteilung zwischen einem Absender und einem Empfänger angesehen. Dementsprechend fallen auch Postkarten unter das Briefgeheimnis.

In einer Handreichung

…..gilt, wenn sich Schüler Briefchen im Unterricht reichen. Wegnehmen ist okay, lesen oder gar vorlesen dagegen nicht.

Dann sollte man den § 202 StGB endlich mal anpassen.

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@MaikGold

Dementsprechend fallen auch Postkarten unter das Briefgeheimnis.

Jep, und die Postmitarbeiter bekommen alle Scheuklappen! Leute laßt euch doch nicht von solchen Mist veräppeln.

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Man kann die Subjektivität eines Menschen nicht ändern. Gegen die Schule vorgehen, verschlimmert die aktuelle Lage meist nur noch mehr. Ein Schulwechsel wäre durchaus angebracht.

Und trotzdem sollte man keine Briefe im Unterricht schreiben/lesen.

Sorry, aber Kinder erzählen nie alles, auch sie haben ihre Geheimnisse. Und Millionen von Eltern haben auch vorher schon gesagt das ihre Tochter oder Sohn dies oder das nie tun würden oder getan hätten und dann kam es doch anders. 

Ich an deiner Stelle würde einen Termin mit der Klassenlehrerin und dem Schuldirektor vereinbaren. Deine Tochter nimmst du zu diesem Termin mit und dann versuchst du die Angelegenheit zu klären. Deine Tochter sollte auf jeden Fall die Gelegenheit bekommen ihre Version der Geschichte zu erzählen. 

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