darf der Chef jede Woche überstunden verlangen?

6 Antworten

Wichtig sind hier zunächst einmal die genaue Formulierung zum Thema "Überstunden" im Arbeitsvertrag, durchschnittliche Höhe pro Woche / Monat an geleisteten Überstunden gegenüber der vertraglich geregelten Norm-Arbeitszeit und etwaig enthaltene Klauseln im AV mit ungefährem Wortlaut : " Ein Anteil an möglichen Überstunden oder Mehrarbeit ist bereits in der Grundentlohnung enthalten " .

Weitere Unwägbarkeiten könnten hier zudem noch in der bisherigen Folge ( gesamter Zeitraum ) regelmässig angefragter Überstunden und ggf. ( z.B. saisonal- / auftraglich- / Personalasfallsbedingter ) "wichtiger betrieblicher Gründe" zeitweise und vorübergehender Anfrage nach Überstunden vom Betrieb sein.

Insgesamt darf dadurch aber nicht gegen das grundlegende Arbeitszeitgesetz ( Dauer der täglichen / wöchentlichen Höchst-Arbeitszeiten, damit verbunden Pausenzeiten als auch zusammenhängende Ruhezeiten ) einseitig verstossen werden.

Eine Abmahnung sehe ich hier aber grundlegend höchstens als MÖGLICH, wenn :

 - ein gewisses Kontingent an Überstunden / Mehrarbeit bei wechselndem Bedarf  bereits in Deiner Entlohnung vertraglich vereinbart wurde

 - Du andernfalls bereits von Deiner Seite aus zugesagte Überstunden für einen bestimmten Tag / geplanten Zeitraum gänzlich ohne Rücksprache mit Deinem AG plötzlich NICHT ableistest 

 - Du in dieser Hinsicht anderweitig gravierend gegen ( ggf. rechtswirksame ) Vertragsbedingungen verstossen würdest durch "Verweigerung" .

Wie Du anhand der ganz allgemein gefassten Antwort dann erkennst, hängt es somit hier immer ganz klar von der individuellen Fall- / und Sachlagenkonstellation ab.

Sollten Überstunden grundlegend aber per AV und etwaiger Nebenabreden INSGESAMT tatsächlich GRUNDLEGEND freiwillig sein, dann kannst Du Deinem AG auch freundlich und sachlich mal sagen, dass Du demnächst ( erst mal ) keine weiteren Überstunden leisten möchtest. DAFÜR ( als rechtzeitige Ansage ) KANN Dir Dein AG keine Abmahnung geben.

Reden oder fragen ( rechtzeitig ) ist in diesem Fall immer "Gold" gegenüber dem Chef.

Ich würde das in Relation stellen, wenn dein Arbeitgeber z.B. gerade eine hohe Auftragslage hat und viel zu tun ist, ist es ja nicht ungerechtfertigt. So kannst du deinem Betrieb helfen, außerdem wäre es ja dann nicht immer so.

Wenn es immer so ist (bei so einer Firma habe ich auch mal gearbeitet...) bleibt dir nur mit dem Chef zu reden, wenn er dir wie bei mir sagt, dass das so üblich ist und generell uentgeltlich dazu gehört, kann man immer noch kündigen (was ich getan habe).

Geh zum chef und sag ihm FREUNDLICH dass du keine mehr machen möchtest. Er darf dich nich zwingen.

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