Darf der Betrieb ihn einfach so kündigen?

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15 Antworten

Dein Freund soll sich da mal keine Sorgen machen. So schnell kann man im Ausbildungsverhältnis nach der Probezeit nicht gekündigt werden.

Kündigungen nach der Probezeit sind für den Arbeitgeber bei Azubis nur aus einem "wichtigen" Grund möglich (§ 22 Abs. 2 Satz 1 Berufsbildungsgesetz).

Der Gesetzgeber setzt hier aber hohe Anforderungen, bevor ein "wichtiger" Grund gegeben ist. Ich zitiere Dir mal einen Abschnitt aus dem § 22 BBiG, Arbeitsrechtkommentar Prof. Dr. Peter Wedde:

"Das Ausbildungsverhältnis kann nach der Probezeit von den Ausbildenden nur aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Ausgehend von dem Zweck des Ausbildungsverhältnisses, den Auszubildenden das Eerlernen eines Berufes zu ermöglichen, und der ohnehin begrenzten zeitlichen Bindung, sind an die Kündigung nach der Probezeit besonders hohe Anforderungen zu stellen (BAG 1..7.1999 - 2 AZR 676/98).

Gründe, die in einem Arbeitsverhältnis einen wichtigen Grund für eine außerordentliche Kündigung darstellen, müssen in einem Ausbildungsverhältnis noch lange nicht greifen. Bei Abwägung, ob bei Berücksichtigung der Interessen beider Vertragsparteien ein wichtiger Grund für die vorzeitige Beendigung des Ausbildungsverhältnisses besteht, ist insbesondere die bereits zurückgelegte Ausbildungszeit im Verhältnis zur Gesamtdauer der Ausbildung zu berücksichtigen.

Je mehr sich das Ausbildungsverhältnis seinem Ende, der Abschlussprüfung nähert, desto schärfer sind die Anforderungen an den wichtigen Grund. Kurz vor dem Prüfungstermin wird eine fristlose Kündigung durch die Ausbildenden nur in krassen Ausnahmefällen zulässig sein."

Ich hoffe, das beruhigt etwas. Ich halte die Aussagen, man würde einen Kündigungsgrund suchen, für Säbelrasseln und Einschüchterungsversuche. Dem AG und Ausbilder dürfte klar sein, dass sie hier mit einer Kündigung keinen Erfolg haben würden und versuchen es jetzt auf eine ganz linke Tour.

Bei der Post wird es doch einen Personalrat/Betriebsrat und evtl. sogar eine JAV geben. Dein Freund soll sich sofort an die zuständigen Personen wenden und die Sachlage schildern.

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Darauf bitte nicht einlassen! So einfach ist er nicht zu kündigen und "nen Grund suchen" geht schon mal gar nicht. Toll, dass sie ihn da so massiv unter Druck setzen!


Gibts nen Betriebsrat? Da hin, erklären. Die setzen sich dann für ihn ein.

Außerdem würde ich das mal der prüfenden kammer erklären, was ist das bei ihm: IHK oder HWK?

Ihn so kurz vor Abschluß abschießen und dann so windig, das soll er sich auf gar keinen Fall gefallen lassen!


In der Ausbildung muss man sich schon nen ziemlichen Knaller leisten, um gekündigt zu werden. Und wie gesagt "wir suchen was",d as geht gar nicht.


Auf jeden Fall die Ausbildung zuende machen! Sonst war die ganze Zeit verschenkt- und er steht doch kurz vor Ende!

So hat er dann wenigstens einen Beruf, was er danach macht.. kann er immer noch entscheiden.

Keine Ausbildung, da wirds einem hier bei uns echt schwer gemacht.


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Nein, in der Ausbildung hat man einen besonderen Kündigungsschutz, da muss man sich entweder viel leisten oder was ganz krasses. Dein Freund sollte aber zu sehen, dass er dann in den Prüfungen besonders gut abschneidet. Ansonsten Betriebsrat informieren und ggf. Gespräch mit der Kammer suchen


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So lange er nicht unentschuldigt fehlt, gibt es keinen Kündigungsgrund.

Ein Ausbildungsverhältnis kann sowieso nicht so ohne weiteres aufgekündigt werden. Das soll er ruhig auf sich zu kommen lassen.

Natürlich darf er keinen anderen Anlass zur Kündigung liefern.

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Kommentar von feirefiz
27.01.2016, 13:37

Das stimmt so nicht - wenn der Auszubildende so selten die Schule oder den Betrieb besuchen konnte - auch entschuldigt, dass der Abschluss gefährdet ist oder wegen fehlender Noten gar keine Prüfungsanmeldung erfolgen kann, dann ist das sehr wohl ein Kündigungsgrund! In Fällen von chronischer Krankheit wird ein Unternehmen sicher verlängern und eine Chance geben, sie müssen aber nicht.

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Was ist das für ein Laden? bzw Vorgesetzte?

Auf keinen Fall selber kündigen! Das Arbeitsamt kann das schnell als selbstverschuldete Arbeitslosigkeit ansehen und eine Sperre verhängen.

Ist er wirklich in einem Ausbildungsverhältnis? Dann ab zur IHK (wenn diese dafür zuständig ist)


Und ganz wichtig: sich immer notieren wer was gesagt hat. Das kann in einem späteren Rechsstreit von Vorteil sein. (auch evtl Zeugen notieren. Das kommt besser wenn man sagen kann: herr xx hat am xxx im Beisein von Herrn xxx das gesagt ...


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"irgendeinen Grund" gibt es nicht, das dürfen sie auch gar nicht. Da kann man gegen vorgehen, wenn er Beweise dann auch hat. Er soll mti seinem Vorgesetzten mal sprechen und mit ihnen wegen den Prüfungen im Mai sprechen, dass er das eventuell noch fertig machen kann und danach geht er, oder so. Wäre zumindest ne Idee.

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Es kommt darauf an, was mit "Grund suchen" gemeint ist. Wenn die einen rechtlich "koscheren" Grund meinen, dürfte das eine leere Drohung sein. Schlimmstenfalls schieben die ihm irgendwelche Sachen unter und bezichtigen ihn des Diebstahls. Was tatsächlich gemeint sein soll, müsst ihr selbst abschätzen.

BTW: Lasse besser den Unternehmen bei solchen Beschreibungen weg, sonst endet das in einer "üblen Nachrede". Werde gleich bei GF eine entsprechende Textänderungen vorschlagen.

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Einen Grund suchen können sie schon, werden aber dabei Probleme haben.

Wenn er in der Ausbildung/Lehre ist kann man recht schwer gekündigt werden. Der Betrieb hat nicht umsonst verlangt das er selbst kündigt, eben weil er es nicht kann.

Fraglich ist natürlich ob es nicht besser wäre den Beruf zu wechseln. Wenn er ihn lernt und nicht ausüben kann ist das irgendwie umsonst. Gibt es Stellen im Betrieb die er mit dem Beruf ausüben könnte? 

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Kommentar von DerHans
27.01.2016, 12:44

Eine Ausbildung kurz vor dem Abschluss abzubrechen, ist der schlechteste Rat, den man erteilen kann.

DANACH kann er sich immer noch anders orientieren. Mit einer abgebrochenen Ausbildung hat er GAR NICHTS

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Wenn er selber Kündigt, ist die Ausbildung weg, also auch die Zeit, die er bereits vollzogen hat.

Ich würde zur Handelskammer gehen und denen das melden, das er "gezwungen" wird.

Die können natürlich für alles Abmahnen was die finden, deshalb sollte er möglichst immer alles genau nach Vorschrift machen.

Wenn der Betrieb so ist, würde ich zum Arzt gehen, den das Schildern und mich für paar Wochen Krankschreiben lassen. Dem Betrieb direkt am 1. Tag die Krankschreibung hinlegen und fertig. Da werden die nichts machen können. Die Zeit kann er dann sicher gut zum lernen nehmen :)

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Kommentar von Ifm001
27.01.2016, 10:23

Was soll das mit der Krankschreibung bringen? "Krank sein" bewirkt keinen Kündigungsschutz, eskaliert dafür die Situation. Wer krank ist, sollte sich auch krankschreiben lassen, wer gesund ist, nicht. 

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Nein dazu fehle es an einiges. In einer Aubildung hat man besonderen Kündigungsschutz. Diese könnten ihn nur belangen wegen z.B. Diebstahl in der Firma, Unterschlagung von Paketen und Briefpost, also kurz und knapp schwerwiegende Fälle. Mir kommt es so vor das sie ihn unter Druck setzen und los haben wollen. Doch wie gesagt ist nicht so einfach wenn man es schon fast sagen kann unmöglich. Es sei denn die würden selber die Sachen unterschlagen, doch dann machen sie sich selber strafbar und verlieren ihren Job. Er solle auch niemals selber kündigen, sonst bekommt er eine Sperrrfrist vom Amt.


Achja und noch etwasihr könntet den wo das ausgesprochen hat auch anzeigen wegen Erpressung.


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Direkt an den zuständigen Ausbildungsleiter wenden. Bei sowas sollte man direkt die höhere Stelle informieren!

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so einfach dürfen die nicht kündigen und während der Ausbildung gleich gar nicht!

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nein. In der Ausbildung genießt man einen besonderen Kündigungsschutz. Da muss einem schon ein schweres Vergehen nachgewiesen werden.

Dein Freund kann ganz locker sein. Sollte er eine Kündigung erhalten, sollte er sich an die IHK wenden.

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Soweit ich weiß  tritt auch kurz vor der Prüfung eine Sperre ein. Es ist sehr schwer einen Azubi zu kündigen. Solang er sich nichts zu Schulden kommen lassen hat kann sein Chef gar nichts.

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Man kann sich nicht "irgendeinen Grund" suchen. Sowas geht gar nicht und ist rechtlich auch nicht OK. Zumal er im Mai mit der Ausbildung fertig ist.

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