Darf der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer zur Fahrgemeinschaft zwingen?

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3 Antworten

Nicht nur die Privatzeit ist eingeschränkt!

Wenn ich als Beifahrer / Passagier bei einem anderen Autofahrer mitfahre, bin ich auch auf dessen fahrerische Fähigkeiten angewiesen, und hätte bei einem fatalen Fehler des Fahrers keine Reaktionsmöglichkeit.

Davon abgesehen, dass dies versicherungsrechtliche Probleme aufwerfen, ggf. Regressansprüche auslösen würde usw., bin ich der Meinung, dass der Arbeitgeber schon aus diesem Grunde ohne Weiteres aufgrund seines Diektionsrechts keine Fahrgemeinschaft verordnen könnte, sondern dies zunächst einmal nur auf freiwilliger Basis regeln könnte, sobald ein Mitarbeiter (oder die Mehrheit der Mitarbeiter) dies ablehnen würde(n).

Andererseits macht es aus Kosten- und Umweltgesichtspunkten naturlich keinen Sinn, dass sieben Mitarbeiter mit sieben Fahrzeugen zu demselben Kunden fahren.

Hier könnte sich der AG bei einer Weigerung natürlich andere Dinge einfallen lassen, z.B. eine Arbeitsanweisung, dort mit dem Zug hinzufahren, oder auch (so vorhanden) mit dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung über die Fahrzeugnutzung / Bildung von Fahrgemeinschaften aushandeln.

Hier ist guter Rat teuer...

Kommentar von gnuman79
16.03.2016, 23:02

Hm, das ist sehr interessant. Natürlich will ich nicht mit meiner Unzufriedenheit seiner Idee bei dem Chef mit der Tür ins Haus fallen ... Aber ich muss mir da was einfallen lassen. :-/

Danke für deine Antwort

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Prinzipiell ja. 

Die Fahrzeuge sind Dienstfahrzeuge und die Fahrzeit wird als Arbeitszeit bezahlt. Damit seid ihr während dieser Zeit auch an die Weisungen des Arbeitgebers gebunden. 

Nun, es werden sich bei erwachsenen Menschen doch Möglichkeiten finden lassen, dass nicht jedes mal 7 Leute in 7 Autos den selben Weg fahren müssen. 

Wenn jeder für sich fährt, ist das weder wirtschaftlich, noch ökologisch. 

Kommentar von gnuman79
16.03.2016, 22:43

Die Arbeitszeit zählt nur die Zeit vom Büro zum Kunden. Die Anfahrt zum Büro ist private Zeit. Und da wir die Dienstfahrzeuge zu hause stehen haben, gilt nicht die ganze Anfahrt zum Kunden als Arbeitszeit. Und ein Kollege fährt die Strecke Heim - Kunde zu 60% privat, da er so weit vom Büro wohnt.

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Ohne die Dienstwagenregelung in Detail zu kennen bin ich mir sicher, dass der AG sie einseitig ändern dürfte.

Und es spricht nun nichts dagegen, statt mit 7 Individualfahrzeigen nur mit 2-3 in Fahrgemeinschaften zu dem gleichen Kunden zu fahren, etwa um die Benzinkosten stumpf halbieren zu können.

Auch damit könnten verschiedener Arbeitsbeginn beim Kunden, unterschiedliche Restaurantbesuche oder Absetzen eines übermüdeten Kollegen im Hotel realisiert werden. Selbst notwendige Taxifahrten vor Ort dürften günstiger sein als mehrere Tankfüllungen von weiteren 4-5 Fahrzeugen.

Vlt. macht ja auch der Kunde diese üppige Spesenabrechnungen einfach nicht mit?

G imager761

Kommentar von Nightstick
17.03.2016, 18:31

So einfach ist es leider nicht!

Immerhin ist es jetzt offensichtlich anders, und eine Änderung würde de facto eine Schlechterstellung der einzelnen Mitarbeiter bedeuten.

Ich denke, hier ist Gesprächsbedarf zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entstanden...

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