Darf der Arbeitgeber mir nach der Kündigung Geld abziehen?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Ist das wirklich Rechtens?

Nein!

Unabhängig davon, dass es für die genaue Beantwortung Deiner Frage schon wichtig wäre, zu wissen, was zu Deinen Arbeitszeiten/zur Arbeitsdauer in Deinem Arbeitsvertrag vereinbart ist, gilt grundsätzlich:

Zur Entgeltfortzahlung:

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 4 "Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts" Abs. 1 hast Du dasjenige an Entgelt zu erhalten, was Du erhalten hättest, wenn Du nicht krank geworden wärst.

Lässt sich das nicht bestimmen, bist Du nach dem Durchschnitt dessen zu bezahlen, was Du z.B. in der vergangenen 13 Wochen/3 Monaten verdient hast.

Die Lohnfortzahlung für die Krankenwoche hast Du erhalten?

Zum Nichteinsatz nach der Erkrankung:

Hier kommt es entscheidend darauf an, was ich eingangs angeführt habe: Was ist vertraglich zur Arbeitszeit vereinbart?

Wenn keine bestimmte Arbeitszeit/Arbeitsdauer vereinbart wurde, dann gilt nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG § 12 "Arbeit auf Abruf" Abs. 1 eine Mindestarbeitszeit von wöchentlich 10 Stunden, wenn keine Wochenarbeitszeit vereinbart wurde (Satz 3), oder von täglich 3 Stunden, wenn keine Tagesarbeitszeit vereinbart wurde (Satz 4).

Wurde eine bestimmte monatliche, wöchentlich oder tägliche Arbeitszeit vereinbart, dann gilt diese.

Du bist dann für diese Zeiten zu bezahlen, auch wenn Du nicht zur Arbeit eingeteilt wirst. Teilt der Arbeitgeber trotz vereinbarter oder nach dem Gesetz (TzBfG) anzunehmender Arbeitszeiten Dich nicht ein, gerät er mit Deiner Arbeitskraft in den sogenannten "Annahmeverzug" nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko": Du bist dann so zu bezahlen, als wenn Du "normal" gearbeitet hättest, und musst die tatsächlich nicht gelisteten Arbeitsstunden auch nicht nachholen.

Etwas problematisch könnte die Frage der "Anbietung der Arbeitskraft" sein. Normalerweise reicht die vertragliche Vereinbarung der Anbietung der Arbeitskraft durch Dich und seiner Annahme durch den Arbeitgeber (also der Arbeitsvertrag). Du musst also nicht unbedingt ausdrücklich Deine Arbeitskraft anbieten in der Form: "Arbeitgeber, du teilst mich nicht zur Arbeit ein, ich will aber unbedingt arbeiten!". Es gehört zu den arbeitsvertraglichen Hauptpflichten des Arbeitgebers, den Arbeitnehmer für die vereinbarte Arbeitszeit mit Arbeit zu versorgen; tut er das nicht, verstößt er gegen eine zentrale arbeitsvertraglich Pflicht (auf ein Verschulden kommt es dabei nicht an).

Wenn Du allerdings gegenüber dem Arbeitgeber in irgend einer Weise zum Ausdruck bringst, dass Du mit der Nichteinteilung zur Arbeit "einverstanden" bist - z.B. durch eine Aussage wie "Keine Arbeit für mich? Ich soll zu Hause bleiben? Okay, dann ruh' ich mich 'mal aus!" -, dann ist der Arbeitgeber nicht zur Zahlung entsprechend dem genannten Paragraphen aus dem BGB verpflichtet.

Nochmals also die Frage: Was steht im Arbeitsvertrag zu Deinen Arbeitszeiten?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein, nach deiner Schilderung hast du deine Arbeitskraft zur Verfügung gestellt, musst also den vollen Lohn bis zum Ende deines Arbeitsverhältnisses bekommen. Wenn du mehr als 4 Wochen beschäftigt warst, muss der Arbeitgeber dir auch die 1 Woche AU voll bezahlen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein ist es nicht ... Da du entschuldigt Krank warst zähl das nicht als Ausfall. Und wenn du jeden Tag da warst und Arbeit bereit warst muss er dich bezahlen. Egal ob du nur rum gesessen hast weil er nix für dich zu hatte oder nicht. 

Steht in deinem Vertrag drin wie viel du bekommst ? ... Wenn ja muss er sich daran halten. Alles andere währe Vertragsbruch. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von xTwinky
26.08.2015, 15:13

Da ich nie Eingetragen war bin ich auch nicht Hingegangen.. auf WhatsApp hat er mir nicht Geantwortet also dachte ich ich bin für ihn quasi schon weg. :/

0

Dein Arbeitgeber scheint wohl geknickt so zu sein das du einen Krankenschein genommen hast kurz bevor deine Kündigung ausläuft, diese Trotzreaktion begründet aber noch lange nicht dir deinen Lohn vor zu enthalten, ich schlage vor du fragst dein Arbeitgeber mündlich ansonsten musst du leider zum Rechtsanwalt und vors Arbeitsgericht notfalls ziehen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?