Darf der Arbeitgeber kurzfristig den Urlaub streichen?

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5 Antworten

Hallo!

Nein, dies geht nur unter extremen Voraussetzungen. Details kannst du sehr gut hier nachlesen:


Ist einmal genehmigter Urlaub immer unwiderruflich?


Generell ja. Ein Urlaub gilt als genehmigt, wenn der Arbeitgeber

dem Urlaubsantrag schriftlich zustimmt. Nachträgliche Änderungen sind nur möglich, wenn Chef und Mitarbeiter sie vereinbaren. Treten nach der Genehmigung zwingende betriebliche Interessen auf, aufgrund derer der Arbeitgeber den Urlaub widerrufen möchte, muss der Mitarbeiter der Aufhebung zustimmen. Einfach streichen darf der Chef den Urlaub also nicht. Allerdings gibt es Ausnahmen: Bei einer Katastrophe oder dem plötzlichen Ausfall einer größeren Anzahl von Mitarbeitern, durch den die Produktion generell gefährdet ist, darf der Arbeitgeber den Urlaub ohne ausdrückliche Zustimmung des Arbeitnehmers verlegen. In solchen Ausnahmefällen kann er seinen Mitarbeiter sogar aus dem Urlaub zurückholen – aber er muss dann die Kosten dafür tragen.

Ausgeschlossen ist jedoch, dass der Arbeitgeber Ihren gesamten Jahresurlaub auf diese Weise festlegt. Das Bundesarbeitsgericht verlangt, dass Mitarbeiter über zwei Fünftel ihres Jahresurlaubs frei verfügen können.


http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-04/faq-arbeitsrecht-urlaub

Gruß
Falke


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das hängt wohl mit der planungssicherheit zusammen (auf die auch arbeitnehmer anspruch haben).  buche ich als arbeitnehmer zu einem zugesagten termin (urlaubsschein) und der arbeitgeber nimmt die zusage zurück, muß er zwangsläufig gemäß dem verursacherprinzip die entstandenen/entstehenden mehrkosten tragen. es kann doch nicht sein, daß der arbeitnehmer durch betriebliche belange zusätzlich belastet wird.

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Im Notfall kann ein Arbeitgeber einen Urlaub kurzfristig streichen. Wenn zum Beispiel durch enorm hohen Krankenstand der Weiterbetrieb gefährdet ist, ist es möglich.

Allerdings muss er dann Schadenersatz leisten  für bereits getätigte Zahlungen.

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Weil man Kurz vor der Beurlaubung Vielliecht schon geplant hat. Und nein das darf er Kurz davor eigentlich nicht. Und wenn muss er den Entstandenen Schaden Zahlen. (Bereits gezahltes Hotel. Usw)

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Eine Urlaubsgenehmigung ist eine Freistellungserklärung des AG und gehört zu seinen Pflichten. Ist diese eindeutig erteilt, kann sie nur in absoluten Ausnahmefällen zurückgezogen werden. So ein Ausnahmefall wäre z.B. wenn der Betrieb ohne diesen bestimmten AN einen wichtigen Auftrag verlieren und damit evtl. Arbeitsplätze gefährden würde oder es eine Naturkatastrophe gibt, bei deren Bewältigung jede Hand gebraucht wird.

Dieses Gesetz gibt es, weil sonst AG ihre Urlaubsbewilligung zurücknehmen könnten und ein AN dann z.B. auf den Stornokosten einer geplanten Urlaubsreise sitzen bleiben würde. Das ist dem AN nicht zuzumuten, daher muss eine Urlaubsbewilligung immer eindeutig sein (unter Vorbehalt gibt es keine Genehmigung) und damit bindend.

Ohne diese Regelung wären dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet und viele AG würden ihren MA z.B. wegen Krankheit anderer MA den Urlaub streichen.

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