Darf das Jobcenter meiner Mutter meinen Lohn anrechnen?

12 Antworten

Dein Einkommen darf nur auf deinen eigenen Bedarf angerechnet werden, eine Ausnahme gibt es nur beim Kindergeld, welches deine Mutter unter 25 in Ausbildung noch für dich bekommt.

Wenn du deinen Bedarf auch ohne deinem Kindergeld bzw.nur mit einem Teil davon mit deinem anrechenbaren Erwerbseinkommen selber decken kannst, dann bist du aus der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) deiner Mutter raus und das nicht mehr benötigte Kindergeld würde wieder zum Einkommen deiner Mutter und dementsprechend auf ihren bzw.den Rest der BG - angerechnet.

Hätte sie außer dem Kindergeld kein weiteres Einkommen, dann könnte sie vom Kindergeld min.monatlich 30 € Versicherungspauschale absetzen, weil sie dann noch keine Freibeträge auf anderes Einkommen berücksichtigt bekommen würde.

Wenn du schon min.18 Jahre alt bist, dann läge dein Bedarf bei derzeit min.339 € Regelbedarf für deinen Lebensunterhalt und wenn du mit deiner Mutter alleine wohnen würdest, käme min.noch dein Kopfanteil der Warmmiete dazu, also bei 2 Personen wären das dann jeweils 50 % davon.

Würde deine Mutter wie du sagst für dich inkl.Kindergeld nur um die 500 € haben, dann müsste sie als Aufstockung für dich ja nur um die 300 € monatlich bekommen haben, weil das Kindergeld derzeit min.204 € beträgt.

Dein Bedarf muss also meiner Ansicht nach höher liegen, denn ich gehe mal davon aus, dass deine Mutter für die Warmmiete insgesamt nicht nur um die 320 € im Monat zahlen muss.

500 € inkl.Kindergeld minus 339 € Regelbedarf = max.um die 161 € für den Kopfanteil der Warmmiete, dass ganze mal 2 Personen = max.um die 322 € an gesamter Warmmiete.

Da du bei diesem Nettoeinkommen keinen Unterhaltsanspruch mehr haben dürftest, könnte es dann nur sein das ihr mehr als nur 2 Personen im Haushalt seid oder das deine Mutter selber Einkommen erzielt und einen übersteigenden anrechenbaren Teil hat den sie selber zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigt und auf deinen Bedarf angerechnet wurde.

Es müsste also erst einmal geklärt werden ob du alleine mit deiner Mutter wohnst, was sie an Warmmiete bezahlen muss bzw.bezahlt bekommt, wie alt du bist, was du genau an Brutto und Nettoeinkommen hast, ob außer deiner Vergütung + Kindergeld evtl.noch andere Einkommen bei dir dazu kämen, was deine Mutter im Monat für den Abschlag für Haushaltsstrom zahlen muss und ob und wenn ja, was du im Monat für notwendige berufsbedingte Aufwendungen über 70 € für z.B.Fahrkosten hast !

Wenn du tatsächlich 800 € Netto aufs Konto bekommst, dann solltest du als Single mit Steuerklasse 1 nach einem kostenlosen Brutto / Netto Rechner aus dem Internet um die 1000 € an Brutto haben.

Auf dieses Bruttoeinkommen werden deine Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll berechnet, dass wären zunächst 100 € Grundfreibetrag, ab 100 € - 1000 € Brutto kommen 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto 10 % an Freibetrag dazu.

Bei min.1000 € Brutto stünden dir also 280 € an Freibetrag zu, diese 280 € würden dann theoretisch von deinen 800 € Netto abgezogen, es blieben dann max.um die 520 € anrechenbares Erwerbseinkommen übrig, es sei denn deine notwendigen berufsbedingten Aufwendungen lägen monatlich über den besagten 70 €.

Dann könnte der übersteigende Betrag auf Nachweis zusätzlich von deinen ca.520 € anrechenbaren Erwerbseinkommen in Abzug gebracht werden, dadurch würde sich das anrechenbare Erwerbseinkommen nochmals verringern.

Zieht man also von den ca.520 € anrechenbaren Erwerbseinkommen deinen Regelbedarf von 339 € ab, dann blieben max.um die 181 € für deinen Kopfanteil der Warmmiete übrig, dann dürfte die gesamte Warmmiete bei 2 Personen aber nicht mehr als ca.362 € betragen, ansonsten würdest du nämlich von deinem Kindergeld noch einen Teil zur eigenen Bedarfsdeckung benötigen.

Dann wäre auch deine Frage mit dem Bescheid deiner Mutter und 0 € für deinen Bedarf geklärt, du würdest zwar rein theoretisch aus der BG - deiner Mutter raus sein, aber auch nur theoretisch, denn solange du von deinem Kindergeld zur eigenen Bedarfsdeckung noch einen Teil benötigst, hast du dich an die Mitwirkungspflichten des Jobcenters zu halten, es gelten dann also auch die Bestimmungen / Regelungen des SGB - ll weiter für dich.

Dir stehen also von deinen ca.800 € Netto min.deine um die 280 € an Freibetrag zu, damit musst du deine sonstigen Bedürfnisse decken, also auch z.B. deine Fahrkosten bis zu monatlich 70 €.

Es käme dann darauf an wie viel du selber vom Kindergeld noch benötigen würdest und wie du dich mit deiner Mutter einigst.

Mal angenommen du bräuchtest vom Kindergeld selber noch 100 € zur eigenen Bedarfsdeckung, dann müsstest du deiner Mutter von deinen ca.800 € Netto nur noch den Differenzbetrag bis zu deinem Kopfanteil selber zahlen.

Dazu käme dann dein Kopfanteil für den Haushaltsstrom, evtl.auch noch für Telefon / Internet usw. und dann käme noch ein angemessenes Kostgeld für deine Verpflegung / Versorgung dazu, da musst du dich mit deiner Mutter selber einigen oder das dann selber übernehmen.

Was dann noch übrig wäre käme zusätzlich zu den ca.280 € Freibetrag dazu.

Das Thema ist sehr komplex, und für wirklich hilfreiche Antworten braucht es mehr als die paar Stichworte aus deiner Frage.

Daten, die man hier nicht unbedingt "veröffentlichen" sollte...

Grundsätzlich musst du "deinen Teil" an den Lebenshaltungskosten selbst zahlen. Was das in eurem Fall ist (Miete, Strom, Telefon/ Internet, Lebensmittel, Kosmetik, Waschmaschinenreparatur usw.) solltest du dir von "Profis" ausrechnen lassen.

Google Sozialberatungen in deiner Nähe, die können dir nicht nur Zahlen nennen, sondern auch Zusammenhänge erklären, Alternativen vorschlagen und Briefe formulieren. Kostet meistens gar nichts oder nur einen kleinen Unkostenbeitrag.

Viel "Erfolg"!

Und du meinst ich habe mir die Antwort auf die Frage aus den Fingern gezogen ?

Ich hatte auch nicht mehr Infos, man muss nur etwas vom SGB - ll verstehen, dann kann man auch solche Fragen beantworten.

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@isomatte

Das war keine Kritik an deiner Antwort.

Dein Betrag ist bestimmt korrekt. Und sehr ausführlich. Aber eben auch sehr konjunktivlastig.

Du schreibst z.B.:

Es müsste also erst einmal geklärt werden ...

Und genau das ist mein Punkt: ich rate dem FS, diese Klärung nicht hier vorzunehmen, sondern bei einer Beratungsstelle vor Ort. Wo er/ sie alle Unterlagen mitbringen kann und zusätzliche Hilfen bekommt, z.B. bei der Formulierung von Behördenbriefen usw.

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@DODOsBACK

Meine Antwort sollte den FS - ler in die Lage versetzen es selber berechnen zu können, da braucht er keine weitere Hilfe, deshalb habe ich auch geschrieben das dies erst einmal geklärt werden müsste und das kann FS - ler mit seiner Mutter machen.

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@isomatte

Lieber FS,

bitte höre auf isomatte!

Sozialberatungen sind absolut überflüssig und unter deiner Würde!

Wenn du den ausführlichen Anweisungen oben folgst, kann gar nichts mehr schiefgehen. Auch ohne Vorkenntnisse oder Erfahrungen kriegst du bestimmt alles ganz wunderbar alleine geregelt, also lass dich nicht entmutigen, wenn das Amt deinen Berechnungen nicht zustimmt oder dir Briefe schickt, die du nicht verstehst.

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@DODOsBACK

Nur weil du meinen Ausführungen nicht folgen kannst, musst du das nicht auch auf andere schließen, keiner rät hier davon ab eine Beratungsstelle aufzusuchen, falls man sich dann dennoch unsicher ist.

Lege mir bitte nichts in den Mund, was ich nicht behauptet habe !

Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass meine Ausführungen auch bei Unkenntnis ausreichen sollten eine Berechnung zumindest in etwa selber durchführen zu können.

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Das Kindergeld bekommt deine Mutter weiterhin. Und mit 800 € ist DEIN Lebensunterhalt gedeckt.

Also fällt "dein" Anteil an der Hartz IV Leistung weg. Hoffentlich habt ihr das rechtzeitig dem JobCenter mitgeteilt. Sonst wird daraus schnell ein Betrugsversuch

ALG II Bezug, Kindergeldnachzahlung für behindertes erwachsenes Kind

Sehr geehrte Damen und Herren,

bin durch die Internetrecherche auf die Seite von Ihnen gestoßen und habe eine rechtliche Frage.

Vielen besten Dank im Voraus!

Allgemeine Informationen:

Meine Ehefrau und ich sind 62 Jahre halt und beziehen leider seit ca. 7 Jahren ALG II und haben einen volljährigen (29 Jahre alt) behinderten Sohn der mit uns lebt und ebenfalls ALG II bezieht und vom JobCenter aus in verschiedenen behindertengerechten Maßnahmen teilgenommen hat bzw. teilnimmt aktuell im integrationsfachdienst (IFD) da sucht er mit seinem Betreuer Stellen aus und schreibt Bewertungen.

Wir haben für ihn bis Mai 2010 ganz normal Kindergeld erhalten da er in einer Berufsausbildung war. Das Kindergeld wurde vom JobCenter angerechnet da wir damals schon ALG II bezogen haben - was auch klar ist.

Habe letztes Jahr 2014 Oktober erfahren, dass die Familienkasse unter bestimmten Voraussetzungen für Behinderte erwachsene Kinder Kindergeld zahlt und im November 2014 Kindergeld für meinen Sohn beantragt. Nach genau 4 Monaten kam der Bescheid von der Familienkasse dass mein Sohn Kindergeld für erwachsene behinderte Menschen von Juni 2010 - Dezember 2014 nachgezahlt bekommt und laufend. Die Familienkasse hat die Nachzahlung nun auf meinem Konto überwiesen.

Wie es ausschaut hat das JobCenter bei der Familienkasse keinen Erstattungsanspruch (EA) oder eine Abzweigung beantragt denn sonst hätte ich das Geld von der Familienkasse nicht erhalten sondern das JobCenter.

Habe auf der Seite von der Agentur für Arbeit folgendes gefunden:

Berücksichtigung einer Kindergeldnachzahlung für Zeiten des Leistungsbezugs Eine erwerbsfähige leistungsberechtigte Person erhält von der Familienkasse aufgrund eines erstrittenen Urteils eine Kindergeldnachzahlung. Wie wird die Nachzahlung angerechnet?

Grundsätzlich ist Kindergeld (KG) während des Alg II-Bezugs im Anspruchsmonat anzurechnen, da es in diesem auch zufließt (Zuflussprinzip). In Fällen, in denen trotz Kindergeld-Anspruch tatsächlich kein Kindergeld gezahlt wird und der SGB II-Träger deshalb ohne Kindergeld-Anrechnung leistet, ist bei der Familienkasse ein Erstattungsanspruch (EA) anzumelden, so dass bei einer späteren Nachzahlung das Kindergeld direkt an die Grundsicherungsstelle gezahlt wird und so zeitraumidentisch berücksichtigt werden kann.

Wurde kein Erstattungsanspruch angemeldet, fließt die Kindergeld-Nachzahlung in voller Höhe dem Leistungsberechtigten zu.Eine Aufhebung für die Vergangenheit nach § 48 Abs. 1 Satz 3 SGB X ist hier nicht zulässig, da das SGB II - als besonderer Teil des Sozialgesetzbuchs - keine Berücksichtigung von Einkommen für die Vergangenheit kennt, sondern über § 11 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 SGB II die Anwendung des Zuflussprinzips vorgibt. Die Nachzahlung ist folglich als eine einmalige Einnahme nach den Vorgaben des § 11 Abs. 3 SGB II zu berücksichtigen.

Meine Frage ist: Da ich das nicht so genau verstehe... Ist das JobCenter nun berechtigt für die Forderung

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