Darf das Jobcenter einen Hartz4 empfänger in einer Trainingsmassnahme dazu zwingen in einem Gruppentheaterspiel in Form eines Bewerbungstrainings mitzuwirken?

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10 Antworten

Langsam.

Das Rollenspiel einer Bewerbungsmaßnahme ist genau das, was solche Bewerbungsmaßnahmen nun mal beinhalten.

Da ist es schnuppe, ob du gerne vor anderen den August machst oder nicht.

Aber du kannst dich weigern, dich dabei filmen zu lassen! Kritik kann auch direkt nach dem Rollenspiel erfolgen ohne Film.

Bringe das sehr deutlich zum Ausdruck: Du machst mit, aber eben NICHT vor laufender Kamera.

Was die Maßnahme bringt? Einen regelmäßigen Tagesablauf. Und man erfährt was man für Rechte laut SGB2 hat... angeblich.

Ich hatte 6 Jahre lang in 7 gleichen Maßnahmen das Vergnügen dieser Bespaßung. Ich habe mir einen Spaß daraus gemacht, die Aussagen der Dozentin fachgerecht zu zerpflücken.

Ja, ich habe den Querulanten gegeben...aber immer sachlich, freundlich und nachweisbar mit richtigen Aussagen. Habe alles mit aktuellen Urteilen belegt...wozu hat man Google?

Gegen die Zuweisung der Maßnahme wehren geht nicht, leider. Es sei denn, dass....der Träger einem die Fahrtkosten nicht gleich am Anfang zahlt! Von den paar Kröten, die sich Regelsatz schimpfen, kann Hartzy das nicht "vorfinanzieren"! Da hab ich zuerst angesetzt!

JC verwies mich an träger, der wollte nicht sofort Fahrgeld zahlen...also habe ich noch aus der Maßnahme heraus meinen SB angerufen und angekündigt, am Folgetag mangels Kohle nicht teilnehmen zu KÖNNEN. Jedenfalls bekamen wir dann am 2. Tag unsere Fahrtkosten!

Aber nicht teilnehmen? No Way. Bis auf eine Teilnehmerin...die brachte ihre 4 Kinder (alle unter 6, 3 davon noch im Windelalter) mit, weil die Massnahme teilweise auch über die Ferien lief und sie keine Betreuung hatte...die Krippe hatte über die Ferien aber zu! Sie durfte dann noch am selben Tag folgenlos die Maßnahme abrechen wegen fehlender Kindesbetreuung.

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Kommentar von Fliege49
08.02.2016, 23:03

Kommt eine Eingliederungsvereinbarung nicht zustande, haben Jobcenter die Möglichkeit, den Inhalt der Eingliederungsvereinbarung durch einen sog. “ersetzenden Verwaltungsakt” nach § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II zu ersetzen. Es entspricht dabei der üblichen Praxis der Jobcenter, lediglich die Überschrift “Eingliederungsvereinbarung” in “Verwaltungsakt nach § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II” abzuändern. Wie schnell diese Vorgehensweise zu rechtswidrigen Eingliederungsverwaltungsakten führen kann, zeigen anschaulich die richterlichen Hinweise im Verfahren SG Kiel, S 38 AS 458/12 ER vom 15.01.2013, die im Erwerbslosen Forum Deutschland () diskutiert worden sind.

Gefunden unter Suchmaschine Ixquick    Eingabe : Keine Sanktion bei Abbruch einer Massnahme



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Ich gebe dir vollkommen recht. Bei manchen Maßnahmen vom Job-Center sind wirklich zu Hinterfragen.

Ja das Job-Center darf dich in jegliche Maßnahme vermittel die sie für dich nützlich findet.

Allerdings spricht nichts dagegen wenn du deinen Sachbearbeiter oder in kontaktierst und dort erläuterst warum du nach deiner Meinung in dieser Maßnahme keinen Sinn siehst.

Auch während der Maßnahme kannst du jeder Zeit beim Sachbearbeiter vorsprechen.

Letzte Möglichkeit. Die Sache einfach aussitzen. Wie weit du jetzt mitmachst oder nicht, ist dir überlassen und man kann dir daraus keinen Strick drehen.

Ich weiß letzte Möglichkeit nicht gerade Abendfüllend aber immer noch besser als Kürzung zu riskieren.

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Kommentar von Fliege49
02.02.2016, 09:30

Ich habe die Unterschrift auf der EGV verweigert.Jetzt erfolgt Verwaltungsakt und Zwang. Habe ich chancen vor dem Sozialgericht dass ich den prozess gewinne und mir die Massnahme erspart bleibt ?

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Kommentar von Fliege49
02.02.2016, 09:47

Nein,ich sitze das nicht aus da ich in den Jahren 2004,2006 und 2008 diese menschenverachtende Massnahmen bereits hatte. Ich werde so wie es aussieht den Rechtsweg gehen und mir alle rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln nutzen und mir solche Massnahmen vom Hals halten.  Hier ein Gerichtsurteil das wieder Mut macht :

Aufgrund einer Weigerung, eine Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben, wollte die Arge einem Leistungsempfänger das Arbeitslosengeld II (ALG II) kürzen. Das Dortmunder Sozialgericht entschied: Der Zwang zum Abschluss einer Eingliederungsvereinbarung stellt einen Eingriff in den Schutzbereich der in Art. 2 Abs. 1 GG normierten Vertragsfreiheit dar. Die Kammer schließt sich insoweit der Auffassung des LSG Niedersachsen-Bremen (Az.: L 8 AS 605/06 ER) an, daß dieser Eingriff in die Vertragsfreiheit aufgrund eines Verstoßes gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt ist. Das Urteil (s.u.) interessiert die Dortmunder Arge jedoch nicht im Geringsten. Daher mußte der vom Dortmunder Sozialgericht zugebilligte einstweilige Rechtschutz per Zwangsvollstreckung gegenüber der ARGE durchgesetzt werden (Sozialgericht Dortmund – AZ S 28 AS 361/07 ER).

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Es gibt viele Maßnahmen, bei denen man denken könnte "muss das jetzt sein?"

Aber diese Maßnahme finde ich persönlich nicht schlecht. So kann man ein Bewerbungsgespräch üben und durch die Videoaufnahmen sehen, wie man überhaupt rüber kommt. Vielleicht macht man Fehler, die einem bis dahin nicht bewusst waren.

Aber menschenverachtend ist das überhaupt nicht.


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Kommentar von Fliege49
02.02.2016, 09:26

Ich bin aber wegen erheblicher gesundheitlichen Einschränkungen ohnehin nur auf den zweiten Arbeitsmarkt verfügbar und von daher auch oft Krank wegen chronischen Atemwegserkrankungen.Ich meine,die können zwar zwang durchsetzen ,aber damit erreichen sie nur dass ich noch mehr Krank werde und zum Arzt gehe.Insofern sehe ich diese Massnahme als reine schikane an.Ich werde wahrscheinlich doch den Rechtsweg beschreiten müssen.

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also prinzipiell bin ich ja auch kein Freund der Jobcenter und auch schon gar nicht von den sehr vielen nutzlosen Maßnahmen. Aber nicht alle Maßnahmen sind für alle Hilfeempfänger grundsätzlich nutzlos. Ausgehend von deinem individuellen Wissensstand bezüglich Vorstellungsgesprächen kann es ja evtl. schon nützlich sein- rein auf juristische Konsequenzen bezogen kann dich das Jobcenter aber nur zur Anwesenheit verpflichten- kein Gericht in Deutschland würde wohl irgendwelche Konsequenzen mittragen, wenn man nicht aktiv am Rollenspiel teilnimmt.


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Ich sehe an dieser Massnahme absolut nichts menschenverachtendes.. Je mehr man Bewerbungsgespräche übt, desto sicherer fühlt man sich und desto besser verkauft man sich schlussendlich auch. Ausserdem ist es doch super, dass ihr euch mal selbst "beobachten" könnt, da fallem einem teilweise Sachen auf, die bei anderen einen schlechten Eindruck erwecken könnten. Du solltest die ganze Angelegenheit versuchen aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Schlussendlich kannst du aber auch einfach aufs Geld der arbeitenden Bevölkerung verzichten und dein Leben selbst finanzieren. Wer das Recht auf Geld in Anspruch nimmt, muss auch seinen Pflichten nachkommen - ganz einfach.. 

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Du bist Hartz4 Empfänger und schon sehr lange arbeitslos. Diese Maßnahme kostet viel Geld. Nutze dieses "Theaterspielen" um dich fit zu  machen. Wenn anschließend die Fehler besprochen werden ist das sehr positiv. Man selbst merkt seine Fehler nur selten.

Wenn du dich weigerst kann dir dein Geld gekürzt werden. Oder möchtest du keinen Job finden?

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Ich habe schon Fälle mitbekommen, da wurden es als Maßnahme verkauft zurückgesende Puzzels zusammenzusetzen um zu schauen, welches Teil fehlt.

Meiner Ansicht nach sind solche Trainingsmaßnahmen völlig sinnlos aber du wirst dagegen wenig machen können. :/

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Kommentar von KleinToastchen
02.02.2016, 09:32

Ein Bewerbungstraining hat mit Puzzels zusammensetzen nichts zu tun.. Der Fragesteller gehört einfach zur besonders faulen Sorte. 

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Wahrscheinlich kannst Du Dich nicht wehren. Und mal ehrlich, so eine Art des Bewerbungstrainings ist nicht von der Hand zu weisen, auch wenn es nicht mein Ding wäre.

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Kommentar von Fliege49
02.02.2016, 09:19

Zwang führt zu gar nichts.Am besten immerwieder sich krankschreiben lassen 

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Leider ja, außerdem ist Jahresanfang, da sind die finanziellen Töpfe für Wiedereingliederungsmaßnahmen voll.

Das Theaterprojekt "Jobact to connect" ist schon ziemlich perfide. Egal welche Argumente Du gegen diese Maßnahme vorbringst ("das ist unter meinem Niveau, so verblödet bin ich noch nicht, an meinen Kerndefiziten wird diese Maßnahme nichts ändern..) es wird immer Super-Argumente geben, wie fruchtbar eine solche Maßnahme für Teambuilding, Selbstbewusstsein, Selbstoptimierung ist.

http://www.mz-web.de/sangerhausen/nach-ende-des-theaterprojekts---jobact-to-connect--teilnehmer-treffen-sich-noch-immer-regelmaessig,20641084,26756088.html

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Du scheinst nicht wirklich zu wissen was Menschenverachtend bedeutet.

An solchen Trainingsmaßnahmen musst Du teilnehmen, ob Du dabei gefilmt werden darfst bzw. dies ablehnen kannst, weiss ich nicht. Ich denke aber schon.

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Kommentar von Fliege49
02.02.2016, 09:21

Dann lasse ich mich krankschreiben wegen unzumutbarkeit und psychischer Erschöpfung.Ein Arzt findet sich dazu immer

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