Darf das Fitnesstudio die Sonderkündigung ablehnen?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Darf ich den Fitnessvertrag wegen einer Erkrankung kündigen?

Ja, die sofortige Kündigung des Fitnessclub-Vertrags aufgrund von Krankheit ist erlaubt und gerichtlich anerkannt. Ihr Fitnessstudio muss eine derartige Kündigung akzeptieren. Bestätigt Ihnen Ihr Arzt, dass Sie keinen Sport mehr im Fitnessstudio machen dürfen, so reichen Sie das ärztliche Attest zusammen mit Ihrer Kündigung ein.

Ihr Sportstudio muss die vorgelegte Bescheinigung akzeptieren, es darf Sie nicht zu einem anderen Arzt bzw. zu einem angeblich speziell für das Fitnessstudio zuständigen Arzt schicken. Auch ein Verweis auf einen Amtsarzt ist nicht erlaubt. Ergibt sich aus Ihrem beigefügten Attest, dass Sie derzeit dauerhaft keinen Sport machen können, so kann Ihr Fitnessclub hiergegen keine Einwendungen vorbringen.

Sollten Sie jedoch nur für einen bestimmten abgrenzbaren Zeitraum sportunfähig sein, so muss das Fitnessstudio keine Kündigung akzeptieren. Stattdessen kann es Sie für die in der ärztlichen Bescheinigung benannten Monate vom Vertrag befreien und die Zahlungspflicht der Mitgliedsbeiträge vorübergehend pausieren.

Eine vollständige Kündigung ist in derartigen Fällen nicht möglich, es sei denn, der Fitnessclub gewährt diese aus Kulanz. Sind Sie am Ende des vom Arzt bescheinigten Krankheitszeitraums noch immer nicht gesund, so sollten Sie Ihrem Sportstudio ein weiteres neues Attest vorlegen, das auf die Fortdauer der Erkrankung hinweist.

Für eine sofortige Kündigung wegen Krankheit können Sie das folgende Musterschreiben verwenden: (...) http://www.kanzlei-hollweck.de/ratgeber/der-vertrag-mit-dem-fitnessstudio/

Ja das habe ich auch schon gelesen, dass die das akzeptiren "sollten" aber was tun wenn das Studio die Kündigung eben nicht akzeptiert.

0
@ladyell

Diese Info dem Studio zukommen lassen (Ausdruck aushändigen oder per E-Mail zusenden) und die Beitragszahlung einstellen. Dann muss das Studio reagieren bzw. klagen.

0

Müsste im Zweifelsfall ein Richter entscheiden- ich würde die monatlichen Zahlungen einfach einstellen und das Training beenden- mit einem solchen Attest wird kein Studio versuchen die Beiträge einzuklagen.

Ich kenne diese Dr.-Wolf-Rückenschule, das ist tatsächlich sehr zu empfehlen. Aber mal ehrlich, so wie du den Fall schilderst, hat das ganze zumindest einen faden Beigeschmack. Dein Freund will ein Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen, weil ein anderes Fitnessstudio verkehrsgünstiger liegt und ein besseres Angebot hat? Ich kann die Vermutungen des Fitnessstudios zumindest nachvollziehen.

Aber ich will deinem Freund nichts unterstellen. Wenn aus dem Attest des Arztes hervorgeht, dass das Training seiner Gesundheit schadet, hat das Fitnessstudio die Kündigung zu akzeptieren. Steht denn im Vertrag bzw. den AGB etwas zur (Sonder-)Kündigung aus gesundheitlichen Gründen?

Dein Freund soll das Studio nochmal anschreiben (per Einwurfeinschreiben), sich auf das Attest und dessen Korrektheit berufen und mitteilen, dass die Sonder-Kündigung aufrechterhalten wird. Er sollte dazu schreiben, dass er bei erneuter Ablehnung sich rechtliche Schritte vorbehält.

Nur: der fade Beigeschmack und der Eindruck, dass es sich um ein Gefälligkeitsattest handeln könnte, bleibt.

Was möchtest Du wissen?