Darf Berufsunfähigkeitsversicherung Erkrankung ausschließen?

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10 Antworten

Nach solchen Vorerkrankungen wirst du gefragt. Du bist gut beraten, dabei bei der Wahrheit zu bleiben. Im Leistungsfall käme das auf jeden Fall heraus. Dannstehst du im Regen. Bei einer Falschaussage kann die Gesellschaft** auch bei einer ganz anderen Krankheit,** dann vom Vertrag zurück treten.

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Hallo,

auf dem Antrag sollte man alle gefragten bisherigen Erkrankungen und Beschwerden lückenlos angeben. Nicht angegebene Erkrankungen/Beschwerden sind die häufigsten Streitpunkte.

Jede Versicherung entscheidet nach eigenen Regeln, welche der drei Möglichkeiten dann angewandt wird:

Gruß

RHW

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Kommentar von RHWWW
13.07.2011, 04:24

Teilweise wird auch gefragt, ob andere Versicherungen bereits eine Entscheidung getroffen haben.

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In der Personenversicherung ist es besonders wichtig, dass die Gesundheitsfragen vollständig beantwortet werden. Werden diese unvollständig oder fehlerhaft eingetragen, ist der Versicherer eventuell zum Rücktritt vom Vertrag berechtigt oder kann diesen kündigen, bzw. wegen arglistiger Täuschung anfechten. Gleiches gilt für die Beschreibung des Berufsbildes und der Angabe zu den Einkommensverhältnissen. Ist ein Versicherer vom Vertrag zurückgetreten oder hat er diesen rechtswirksam angefochten, ist er in der Regel leistungsfrei. Häufig ist es dann nicht mehr möglich, einen anderen Versicherer zu finden, welcher eine Anschlussversicherung anbietet.

„Werden einem Versicherungsnehmer bei Antragstellung Fragen nach seinem Gesundheitszustand gestellt, so ist er nicht dazu aufgerufen, deren Gefahrerheblichkeit aus eigener Sicht zu beurteilen. Er ist vielmehr dazu verpflichtet, die Fragen wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten und deren Prüfung dem Versicherer zu überlassen.“ Kammergericht Berlin, Urteil vom 20. Juni 2006 (Az.: 6 U 46/06

Wer ohne fachmännische Unterstützung eines freien Versicherungsmaklers eine BU abschließt, fährt vermutlich auch ohne Führerschein Auto.

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Hallo,

die BU-Versicherung gehört mit zu den problematischsten Versicherungen wo es, wie in der PKV, zu sehr vielen Streitereien im Versicherungsfall kommt. Die VR fragen im Leistungsfall aufgrund der "Entbindungen von der ärztlichen Schweigepflicht" bei allen angegebenen Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen nach. Die dort gewonnen Erkenntnisse werden dann sehr schnell gegen den VN verwendet, stimmen die Angaben im Antrag nicht mit den Auskünften überein. Auch bei vom VN als Bagatellerkrankung angesehenen Ereignissen. Was eine Bagatellerkrankung ist entscheidet alleine die Gesellschaft nach ihren Annahmerichtlinien. Die Gesellschaften neigen heute sehr schnell dazu den Vertrag anzufechten und den Rücktritt wegen einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung zu erklären. Dies hat folgende Nachteile: Nicht nur dass der VN keine Leistung aus dem Vertrag erhält, nein, auch die bis dahin bezahlten Beiträge sind unwiderruflich verloren und, was viel schlimmer ist, man steht als Sünder in der Kartei und bekommt nun wegen des eingetretenen Schadens und der vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung keinen Vertrag mehr. Damit geht nun endgültig alles den Bach runter. Folgende rechtliche Frage ist dabei auch noch zu beachten: War der seinerzeitige Vermittler ein Versicherungsvertreter gilt das "Auge-undOhr-Prinzip" gegenüber der Gesellschaft. Was man einem Vertreter gesagt hat gilt als der Gesellschaft zugegangen. Dies macht mögliche Gerichtsverfahren etwas einfacher. Ist der Vermittler dagegen ein Versicherungsmakler, so hat man es ungleich schwerer seine Ansprüche durchzusetzen, weil man dann den Makler auf Schadenersatz verklagen muss. Der Versicherungsmakler gilt in der Rechtsprechung, anders als der VersVertreter, als auf der Seite des Kunden stehend. Was der Makler weiß ist also nicht dem Wissen des VR anrechenbar. In beiden Fällen sind natürlich die Behauptungen unbedingt zu beweisen. Deshalb kommt dem Beratungsprotokoll in der Versicherungswirtschaft eine sehr große Bedeutung als Beweismittel zu. Auch dabei gibt es Unterschiede zwischen Vertreter und Makler. Ein Vertreter muss nur ein Angebot vorlegen, Makler müssen laut Literatur aber mindestens drei Angebote vorlegen und ihre Empfehlung hinreichend begründen. Aus diesem Grund ist es ganz dringend geboten niemals auf ein Beratungsprotokoll zu verzichten. Wenn Gesundheitsfragen besprochen werden sollte dies auch ausführlich im Beratungsprotokoll vermerkt werden. Eine Verzichtserklärung muss ausdrücklich, zusätzlich, unterschrieben werden und es muss auf die rechtlichen Folgen der möglicherweise fehlenden Schadenersatzansprüche deutlich hingewiesen werden.

Weiterhin ist unbedingt darauf zu achten, wo die Belehrung über die möglichen Rechtsfolgen bei unrichtigen Antragsangaben stattfindet. Ist die Belehrung vor der Unterschrift ist davon auszugehen, dass dieser Antrag dem Transparenzgebot entspricht, stehen die Belehrungen nach der Unterschrift, oftmals sogar auf der Rückseite des Antrages, gibt es auch wieder Ärger, wobei dann aber die Gesellschaften den Kürzeren ziehen. Anträge also niemals blind unterschreiben!

Ergebnis: Die Gesellschaften dürfen alles mögliche ausschließen, wobei aber ein Risikozuschlag immer zu bevorzugen ist, der nach Jahren reduziert oder sogar ganz gestrichen werden kann, wenn keine weiteren Behandlungen stattgefunden haben. Deshalb ist es bei diesem sehr komplexen und rechtsintensiven Thema den Rat eines wirklich neutralen Beraters zu suchen. Es damit also klar herausgestellt, dass hier mehrere Angebote unter all diesen Kriterien einzuholen sind. Ein Vertreter kann eben nur seine Gesellschaft empfehlen. Die Gesundheitsfragen sind auf jeden Fall 200%-ig zu beantworten. Das, was oben über den Versicherungsmakler geschrieben wordenist, gilt selbstverständlich auch für den Beruf des Versicherungsberaters.

Viel Erfolg bei der Wahl der richtigen Gesellschaft.

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Kommentar von baraba
14.08.2011, 16:36

Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht, aber man sollte schon erwähnen, dass die Streitigkeiten im Versicherungsfall sehr wohl von den Antragstellern mitverursacht werden. In der BU genauso wie in´der Krankenversicherung werden die Gesundheitsfragen sehr oft unzulänglich oder schlicht und einfach falsch beantwortet. Der Versicherer kann das meist auch erst im Schadenfall feststellen und die vorvertragliche Anzeigepflicht ist eben eine Pflicht im Abkommen zwischen Prämie und Leistung, auf die der Kunde mehrmals und offen hingewiesen wird.

Wenn man in diesem Forum liest, wie oft zum Versicherungsbetrug regelrecht aufgerufen wird kann man sich ausrechnen, wie oft dieser auch ERFOLGREICHT in anderen Sparten durchgeführt wird. Nur wenn es um Gesundheitsfragen geht, wird der VN meist von der Vergangenheit eingeholt. Da nützt auch keine Maklerhaftung, denn diese Fragen und den Wahrheitsgehalt der Antwort bestätigt der VN mit seiner Unterschrift am Antrag

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Hi, alle Gesundheitsfragen richtig beantworten und mehrer Anfragen bei Anbietern starten. Vorteil eines unabhängigen Fachmanns (Versicherungsmakler) mit BU Erfahrung, das er dies für dich erledigen kann. Mache keinen Antrag sonst kommt dies in die Wagnisdatei. Eventuell kann ein Fragebogen WS/ Rücken mit deim Arzt ausgefüllt und gleich bestätigt werden vom Arzt und dies mit einreichen, wenn dadurch eine Kronische Erkrankung ausgeschlossen werden kann. Die Versicherung kann die WS und folgen aus der bekannten Erkrankung aus dem Versicherungsschutz auch rausnehmen. Achte dann darauf , daß Unfälle und Tumor(Krebs) weiterhin mit eingeschlossen sind. Dies bestätigen mehrer Anbieter. Bei weiteren Fragen mache ein Freundschaftsangebot! Viel Glück! constein

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Kommentar von Candlejack
17.07.2011, 00:11

Man kann auf dem Antrag auch vermerken, dass kein Eintrag in die Wagnisdatei erfolgen soll. Geht ohne Probleme, wissen nur die wenigsten Berater und verbrennen den Kunden damit für Anträge der nächsten 5 Jahre.

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Ja, und ja! Du musst Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Nach Risikoprüfung kann der Versicherer einen Ausschluß ( hier z.B. Erkrankungen der Wirbelsäule) festlegen.

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Kommentar von DerHans
13.07.2011, 13:13

Einen Ausschluss sollte man auf keinen Fall akzeptieren. Im Leistungsfall können plötzlich ganz andere Erkrankungen darauf zurück geführt werden. Dann lieber auf den Vertrag in dieser Form verzichten. Eine Alternative wäre eine Risikobeitrag. Der kann nach einiger Zeit wieder revidiert werden.

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Alles, wonach im Antrag gefragt wird, muss angegeben werden. Und da wird z.B. gefragt, ob in den letzten 5 Jahren eine Behandlung war und wenn Du beim Arzt warst und das behandeln hast lassen, war das eine Behandlung. Da gibt es nichts dran zu drehen.

Das Ganze ist auch gar nicht so banal, ich könnte mir sogar vorstellen, dass da einige Versicherer komplett ablehnen, ggf. ist die Entscheidung abhängig von der zu versichernden Tätigkeit.

Dein Berater sollte also erst mal eruieren, wo Du Dich wie versichern kannst. Ein versierter Berater hat bei den verschiedenen Versicherungen seine Ansprechpartner und kann das erfragen (ganz ohne Namen). Die Aussagen sind nicht bindend, meist aber richtig.

Gute Infos findet man auch immer noch auf der wegweiser-berufsunfaehigkeitsversicherung.de. Da ist auch ein Forum und man kann unverbindlich einen Vergleich anfordern.

Eine bereits eingetretene Erkrankung kann man im Bereich der privaten Versicherungen sehr häufig nicht mehr versichern. Im Bereich der privaten Versicherungen ist das Prinzip so, dass man sich ganz gesund versichern muss, damit man auch schon einige Jahre Beiträge gezahlt hat, bis eventuell was eintritt, sonst können die das nicht finanzieren. Manche Beschwerden können jedoch gegen einen Zuschlag mitversichert werden.

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Ja, das musst du auf jeden Fall angeben. Wenn es zu einer Berufsunfähigkeit kommt durchleuchten die deine ganze Krankengeschichte bis ins kleinste Detail. Wenn sie etwas finden was nicht angegeben wurde, bekommst du keinerlei Geld. Erfahrungsgemäß gibt es bei ca. 40% der Fälle einer Berufsunfähigkeit so viel Ärger mit der Versicherung, dass die Betroffenen vor Gericht ziehen müssen. Wahrscheinlich bekommst du einen Ausschluss für Erkrankungen der Wirbelsäule. Alternativ bieten manche Versicherungen einen Art Zuschlag an, mit dem dieser Ausschluss mitversichert ist. Falls du noch andere Probleme hast wie z.B. psychische Probleme (da reicht schon ein einziger Gang zum Psychologen), Kopfschmerzen, Operationen etc. und noch mehr Ausschlüsse bekommst solltest du dir überlegen ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt noch Sinn macht.

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Kommentar von Schokolade
13.07.2011, 10:26

Hallo! Woher hast Du die Zahl mit den 40%. Das find ich sehr interessant, da würde ich gerne noch mehr dazu lesen. Hast Du da eine Quellenangabe? Danke!

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Angeben würde ich es in jedem Fall. Ich kann nicht für jeden Versicherer garantieren. Aber eigentlich sollte einer Berufsunfähigkeitsversicherung angesichts dieser Krankengeschichte nichts im Wege stehen.

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Ja musst du angeben und ja die Versicherung kann dann entweder: - ausschließen - ganz ablehnen - gar nichts tun Oder risikozuschlaege verlangen. Verschweigen wuerde aber ggf. Die ganze Police gefährden.

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