Darf Arbeitgeber mich um ein persönliches Gespräch während Krankenzustand bitten?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Seit ich krankgeschrieben bin, terrorisiert mein Chef mich täglich mit Nachrichten und Telefonaten über meinen Grund für Krankheit.

Das darfst du getrost ignorieren. Die Diagnose geht deine AG nicht das geringste an.

Darf er mich trotzdem im Krankenzustand in die Firma verlangen?

Verlangen darf er vieles, aber da du krankgeschrieben bist, brauchst du dem nicht nachzukommen.

Allgemein gilt: Wenn du krankgeschrieben bist, darfst du alles tun, was deine Genesung nicht beeinträchtigt oder verhindert. Und das ist bei jedem Krankheitsbild unterschiedlich. Du darfst - sofern du dich fit genug fühlst und du deine Genesung nicht beeinträchtigst - sogar trotz AU arbeiten gehen.

... wohlgemerkt bei demselben Arbeitgeber!

Aber das kommt in diesem Fall ja wohl nicht in Frage. Ich halte das Arbeitsverhältnis (so wie ich es aus dem Text der Frage heraus verstehe) ohnehin für zerrüttet, so dass es wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit sein wird, bis dieses Arbeitsverhältnis endet.

Was die Diagnose angeht, hat der Arbeitgeber schon ein gewisses Interesse, wenn er dann eine mögliche Kündigung darauf stützen will. Er muss dann auf eine negative Gesundheitsprognose hoffen.

Der nächste Schritt wird sein, den Arbeitnehmer über die Krankenkasse zum MDK vorzuladen.

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'Darf er mich trotzdem im Krankenzustand in die Firma verlangen?'

Verlangen darf er vieles, aber da du krankgeschrieben bist, brauchst du dem nicht nachzukommen.

Das dürfte auf den konkreten Fall zwar zutreffen, dennoch darf ein Arbeitgeber auch einen erkrankten (wobei es selbstverständlich auch auf die Art der Erkrankung ankommt) Arbeitnehmer zu einem Gespräch in den Betrieb bestellen, bei dem es um Fragen geht, die vom Weisungsrecht des Arbeitgebers nach der Gewerbeordnung GewO § 106 erfasst werden.

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So wie Nightstick bemerkt hat, ist das Arbeitsverhältnis wirklich stark zerrüttet. Und bis ich eine neue Stelle bekomme, sehe ich mich leider gezwungen, dort zu bleiben. Ich kriege Mitte nächster Woche von einer anderen Firma Bescheid, ob ich die Stelle bekomme und wenn ja, ab wann. Und wenn der neue Arbeitsvertrag unterschrieben ist und es gut in die Kündigungsfrist kommt, dann kann ich mit einem großen Grinsen da reingehen und ihm meine Kündigung aufn Tisch knallen. Und dann wird entschieden, ob ich überhaupt noch reinkommen würde oder ob die mich nervlich so zerschossen haben, dass ich bis zum Schluss auf krank gehen werde, weil mir ist Gesundheit wichtiger als alles andere

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@Siggi27

Dann ist es auch wohl das Beste, dort die Segel zu streichen, und dann wirst Du die Übergangszeit auch dringend benötigen, um Dich auf die neue (hoffentlich bessere) Stelle vorzubereiten.

Du solltest nur gleich in der Kündigung ein qualifiziertes (!) Arbeitszeugnis anfordern, das wir uns gemeinsam genauestens anschauen sollten.

Dies kannst Du gerne hier anonymisiert, jedoch vollständig (von der Überschrift bis zum Aussstellungsdatum/Unterschrift) einstellen - dann werden die Experten dazu Stellung nehmen.

Bis dahin wünsche ich Dir gutes Gelingen!

Gruß @Nightstick

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Er dürfte dich nicht mal kontaktieren.
Ignoriere ihn auf allen Kanälen!

Krank heißt, du bist nicht fähig, deine Arbeit zu machen.
Also bist du auch nicht gezwungen, in die Arbeit zu fahren, erst recht nicht, wenn du krank bist.

Unterschreibe bitte NICHTS. Keinen Auflösungsvertrag (da gewinnt immer die Firma) und auch keine Kündigung. Wegen Krankheit darf er dich nicht kündigen.

Nimm dir am Besten einen Anwalt und übergib ihm alles, was du aktuell hast (Telefon Anrufliste, SMS, Screenshots, usw.).

Wegen Krankheit darf er dich nicht kündigen.

In diesem Fall ist das wohl richtig, aber im Allgemeinen kann Krankheit durchaus ein zulässiger Kündigungsgrund sein.

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Er dürfte dich nicht mal kontaktieren.

Wie kommst Du denn darauf - und nach welcher Bestimmung soll das denn wohl verboten sein?!?!

Es gibt durchaus Situationen - so jedenfalls die Rechtsprechung inzwischen -, in denen alleine die Tatsache, dass ein Arbeitnehmer erkrankt ist, den Arbeitgeber nicht daran hindern muss, diesen Arbeitgeber zu einem Gespräch in die Firma zu beordern.

Ob er das Recht dazu hat oder nicht, hängt alleine von der Art der Erkrankung und dem Gegenstand des Gesprächs ab. In diesem Fall hier dürfte ein Arbeitnehmer aber ein Gespräch selbstverständlich verweigern

Nebenbei:

Keinen Auflösungsvertrag (da gewinnt immer die Firma)

Das ist so pauschal schlicht und einfach Unsinn, genau so (auch wenn es für diesen Fall wahrscheinlich zutreffen mag - wir kennen die Details nicht) wie die Aussage

Wegen Krankheit darf er dich nicht kündigen.

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Ich glaub auch, dass ich es verweigern könnte. Ich bin zwar nicht bettlägerig, aber es besteht eine Nervenerkrankung, die durch das Arbeitsumfeld ausgelöst wurde. Mir wäre da eher geholfen, wenn ich die Zeit nutzen kann, um wieder einen festen Halt zu bekommen, anstatt mich mit der Belastung auseinander zu setzen.

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@Siggi27

Dass Du - in diesem Fall hier - das Gespräch verweigern dürftest, ist anzunehmen.

Das habe ich in einem anderen Kommentar geschrieben:

Worum es bei dem Gespräch gehen soll, wissen wir nicht - wir kennen nur die Behauptung des Fragestellers, er/sie "wisse", dass es um einen Aufhebungsvertrag oder die Kündigung gehe solle.
Wenn das alleine der Gegenstand des verlangten Gesprächs sein soll, muss sich der betroffene Arbeitnehmer dem nicht fügen - wohl aber, wenn dabei auch die Themen "Inhalt", "Ort" und/oder  "Zeit" der Arbeitsleistung, die eben Gegenstand des Weisungsrechts des Arbeitgebers sind, behandelt werden sollen - und sei es nur untergeordnet.

Der Arbeitgeber hat bei seinem Verlangen nach einem Gespräch auch zwingend zu beachten, dass er es nur nach "billigem Ermessen" darf; d.h., dass er Deine Situation, Deine momentanen Umstände berücksichtigen muss und sich bei seinem Verlangen nicht darüber hinwegsetzen darf.

Und in Deinem Fall dürfte sein Verlangen nach einem Gespräch "unbillig", er also nicht dazu berechtigt sein!

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nein. Wenn du eine Krankschrift hast kann er dich nicht in die Arbeit zwingen. Genaugenommen darfst mit einer Krankschrift sogar nichts tun, was deine Heilung hindert und nicht Lebensnotwendig ist (wie zB ins Kino gehen).

dein Chef muss warten biss du wieder gesund bist.


Mal ganz abgesehen davon solltest du nichts unterschreiben. Das könntest du eh anfechten, weil du wegen deiner Situation nicht fähig bist langwierige Entscheidungen zu treffen und damit verträge zu unterschreiben.


ja, aber das kostet ihn geld und mühe und streß

fechte mal so was an, der hat seinen firmenanwalt vielleicht, du irgendeinen pkh typen

erst gar nicht unterschreiben

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Das könntest du eh anfechten

Ähm, nein!

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"und nicht Lebensnotwendig ist (wie zB ins Kino gehen). "

Vollkommener Blödsinn,

während man krankgeschrieben ist darf man lediglich keine Sachen erledigen die die Genesung verzögern oder verhindern.

Ins Kino kann man so oft gehen wie man möchte.

Das könntest du eh anfechten, weil du wegen deiner Situation nicht fähig
bist langwierige Entscheidungen zu treffen und damit verträge zu
unterschreiben.



Wie kommst Du auf die wahnwitzige Idee, dass die Fragantin hier nicht geschäftsfähig wäre?

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Wegen des Krankheitsbildes was ihr anscheinend enormen psychischen Stress auslöst

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Ich bin ein ER ;) also ich unterschreibe definitiv nichts, weil ich will keine Probleme mit dem Arbeitsamt bekommen. Wenn er mich kündigen will, dann soll er es tun. Da küsse ich ihm sogar die Füße dafür, wenn's eine Kündigung ist, wo ich keine Schwierigkeiten mit dem Amt bekomme.

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