Darf angezahlt Ware verkauft werden?

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1 Antwort

Schwierig.

Grundsätzlich kann der VK natürlich nicht einseitig vom Verkauf zurücktreten, sofern er die Anzahlung entgegengenommen und die spätere Abholung im KV vereinbart hat.

Jedoch wäre hier zu prüfen, ob die erneute Verschiebung des Abholtermins nicht zum Rücktritt berechtigt. In den meisten Baustoffverträgen gibt es m.W. eine Klausel über die Abholung/Lieferung ab Lager, die auch regelt, bis wann die Ware abzuholen ist. Änderungen bedürfen der Schriftform; wenn also die erneute Verspätung nur telefonisch angekündigt aber nie rechtskräftig belegbar Vertragsbestandteil geworden ist, dann kann der Verkäufer hier auch vom Vertrag zurücktreten, und die Ware anderweitig veräußern. Die Anzahlung ist dann natürlich zu erstatten.

Andernfalls wäre es anwaltlich zu prüfen, ob sich der Verkäufer hier ggfs. schadenersatzpflichtig gemacht hat. Bei der langen Zeit zwischen Anzahlung und tatsächlichem Abruf halte ich das aber eher für fragwürdig. Denn auch dem Verkäufer erwächst aus der Lagerung von Baumaterial Dritter letztlich jeden Monat eine Kostenposition, weil er zum Einen für die Fremdware haftet, zum Anderen den Lagerplatz nicht nutzen kann, etwa für Neuware zum Verkauf.


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