Dackelmischling im neuen Zuhause. Bitte um Hilfe?

5 Antworten

ohne einen kompetenten Trainer für ein paar Stunden geht es nicht, denn ihr seid zu unerfahren in Sachen Hundeverhalten, Erziehung, Umgang. Für viele Menschen ist es natürlich einfacher einen Hund mit Problemverhalten einfach wieder abzugeben, anstatt seiner Verantwortung gerecht zu werden, mit dem Hund und Unterstützung zu arbeiten. Der Preis für den Trainer ist schon arg überzogen.

geht mal zu einem Hundetrainer, der mit euch arbeiten wird und lasst den Hund sicherheitshalber mal beim Tierarzt untersuchen. Es kann auch sein, dass das momentane Verhalten eine medizinische Ursache haben kann, auch wenn ich das für unwahrscheinlich halte

Also so wie sich das anhört denke ich gibt es zwei "Probleme".

Das eine ist, daß ihr es völlig "missversteht" wenn sich der Hund bei Körperkontakt dazwischendrängelt. Das ist keine "Eifersucht" oder sowas - der Hund versucht aus seiner Sicht "Frieden" zu stiften. Es gibt ganz viele Hunde die es nicht ertragen können wenn Menschen Körperkontakt haben. Weil die Hunde glauben dass ihr Euch streitet und es gleich eine "Keilerei" geben wird. Deshalb versucht der Hund Euch quasi auseinander zu treiben. Er meint es nicht böse - er will nur dass alle friedlich miteinander sind.

In diesem Konsens würde ich auch den Vorfall gestern sehen. Der Hund spürt dass es Dir nicht gut geht. Er will irgendwie trösten/helfen. Dann kommt Dein Mann und geht noch nah an Dich heran. Der Hund hat sicher irgendeine Reaktion gezeigt bevor er zubissen hat. Entweder hat er versucht zu beschwichtigen oder er hat gedroht. Dein Mann hat das völlig ignoriert und hat einfach zugegriffen. Da blieb dem Hund nichts anderes mehr übrig als zu beissen. Wenn Dein Mann den Hund noch irgendwie blöd erwischt hat und ihm wehgetan hat - dann war das noch schlimmer.

In solchen Situationen müsst ihr den Hund beruhigen. Ihm klarmachen dass alles in Ordnung ist und er sich nicht kümmern muss. Schickt ihn in seinen Korb und leint ihn meinetwegen anfangs dort an wenn ihr z.B. mal auf dem Sofa kuscheln wollt. Aber gebt ihm immer die Chance auf ein Alternativ-Verhalten. Sagt einem Hund nie was er nicht tun soll - sondern immer was er anstatt dessen tun soll. Wenn er unruhig wird sagt ihm zwischendurch immer dass alles gut ist und er sich keine Sorgen machen muss. Ruhe und Freundlichkeit ist das Zauberwort. Dann wird der Hund merken, dass nichts schlimmes passiert und irgendwann ist es ihm egal was ihr da treibt.

Jetzt ist der Hund etwas verstört weil er die Welt nicht mehr versteht. Er meinte es gut und bekam Ärger und jetzt hat er Angst und ist verunsichert weil er gar nicht mehr weiss was er tun soll.

Es ist aber überhaupt kein Grund, den Hund jetzt gleich wieder ins Tierheim zu geben.

Was ihr tun solltet ist Euch mit der Körpersprache der Hunde zu beschäftigen und genau darau zu achten welche Signale Euch der Hund gibt. Und nehmt ihn in keinem Fall dauernd hoch wenn er nicht das tut was ihr wollt. Ihr müsst Geduld mit ihm haben und versuchen ihn zu verstehen. Achtet auf seine Zeichen und respektiert diese. Dann muss er auch nicht zubeissen. Er hat wahrscheinlich in der Vergangenheit gelernt dass seine Signale nicht ernst genommen werden und es nur was bringt wenn er gleich beisst. Das kann man aber ändern.

Dein Mann soll ruhig und freundlich mit dem Hund umgehen. Und wenn der Hund in einer Situation auch nur ansatzweise Anzeichen von Beschwichtigung, Verunsicherung zeigt - dann geht sofort mal innerlich einen Schritt zurück und überlegt wie die Situation aus Sicht des Hundes aussehen könnte.

Beispiel - Hund liegt in seinem Körbchen und hat keinen Bock rauszugehen. Ihr wollt aber los. Ihr geht zum Korb und wollt den Hund da rausholen. Hund liegt da und dreht den Kopf zur Seite, leckt sich über die Lippen, klappt die Ohren nach hinten usw. Dann heisst das "Lass mich bitte - ich möchte jetzt nicht aufstehen".

Wenn Du dann näherkommst kann es sein dass der Hund ganz minimal die Lefze hochzieht - wenn ihr das auch ignoriert dann könnte es sein dass er sichtbarer droht. Und spätestens wenn ihr dann hinlagt werdet ihr gebissen. Aber eben nicht ohne Warnung. Ihr müsst das beachten.

In dem Fall würde ich mich ein Stückchen entfernt auf den Boden setzen und den Hund z.B. ganz freundlich und auffordernd mit einem Leckerchen rauslocken. Dann war es seine Entscheidung aufzustehen und dann besteht auch keine Gefahr dass etwas passiert.

Und bitte niemals einen Hund ohne Vorwarnung einfach hochnehmen. Wenn Du das tun willst, dann sprich den Hund immer vorher an und signalisiere ihm dass Du ihn hochnehmen willst. Und auch hier wieder auf seine Signale achten.

Es ist eigentlich nicht so schwer. Erfordert nur etwas Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen von Eurer Seite.

Der Hund wird sich wieder beruhigen. Gebt ihm eine klare Struktur im Tagesablauf, führt "Rituale" ein. Ein Hund fühlt sich sicher wenn er weiss was als nächstes passiert.

Vergesst diesen Vorfall und interpretiert da nicht zuviel hinein. Denk immer daran dass der Hund nur verunsichert war und Dir halt helfen wollte. Er wollte Deinen Mann nicht beissen und hat sich wahrscheinlich selber darüber erschrocken. Seid ihm nicht böse und gebt ihm eine Chance.

Und vergesst nicht den Hund immer zu bestätigen wenn er etwas richtig macht :-)

Zu dem was gestern passiert ist: Der Hund hat sich einfach sehr erschrocken, weil er plötzlich hochgenommen wurde. Er ist 10 Jahre alt, wer weiß, was ihm mal passiert ist, als er hochgenommen wurde, vielleicht wurde danach ein Mensch aggressiv gegen ihn.

Ihr könnt einiges selbst versuchen: Dein Mann soll ihn öfter mal belohnen. Am besten erst mal mit kleinen Leckerli. Immer, wenn der Hund ihn anschaut, in seine Nähe geht, in seiner Nähe ruhig ist, wirft dein Mann ein minikleines Leckerli Richtung Hund. So lange, bis der Hund sich regelmäßig für deinen Mann interessiert.

Zudem wäre es vielleicht gut, wenn ihr eine Zone einrichtet, in der der Hund weitgehend ungestört ist. Also wenn er tagsüber genug von Menschen hat, kann er dahin gehen und wird in Ruhe gelassen. Dazu reicht es, wenn der Hund dort oft belohnt wurde und danach nichts mehr folgt, er merkt nach einiger Zeit, dieser Platz ist gut, aber da habe ich auch meine Ruhe.

Parallel würde ich mich sehr intensiv mit Training bzw. Erziehung befassen und die Grundkommendos noch mal sehr intensiv üben und auch das Zielverhalten immer wieder belohnen, bis sich der Hund auch aus angespannteren Situationen problemlos abrufen lässt.

Das kann eine Weile dauern.

Eigentlich arbeiten Tierheime meines Wissens mit Trainern zusammen oder zumindest mit Gassigehern oder Tierpflegern, die sich gut mit Training auskennen. Fragt doch mal, ob man euch nicht jemanden vermitteln kann, mit dem ihr mal über dieses Thema reden könnt, ohne dass das gleich ein ausgebildeter Trainer ist. Vielleicht kann man sich ja auch mit einem Gassigeher verabreden und beim Ausführen mit eurem/ beiden Hunden üben.

Wir haben auch probiert über das Tierheim jemanden zu finden der uns weiter hilft angeboten wurde uns ein Hundetrainer der meinte er kann an dem Problem arbeiten aber kann keine tipps für uns geben und er verlangt für 4h 400€ was einfach nicht tragbar ist. Er nimmt auch die ganze zeit leckerlis von meinen mann an und kuschelt gerne mit ihm. Er hat den hund auch schon öfters getragen genauso wie ich weil er das eigentlich mag. Nur gestern hat mein Mann es nicht einmal so weit geschafft weil er direkt zu biss.

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@Claudia1301

Ich würde vielleicht noch nach einem andere Trainer suchen oder mich in einem Hundeforum vergewissern.

Ich würde es so interpretieren, dass der Hund gestern aus welchen Gründen auch immer eine extreme Stresssituation erlebt hat. Er hat aus Angst zugebissen und gleichzeitig das Hochnehmen als traumatisch erlebt und verhält sich jetzt ängstlich. Dafür müsste es von erfahrenen, auch Hobbyhundetrainern, einen Trainingsplan geben.

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Vermutlich hat der Hund in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht (Gewalt gegen ihn). Vermutlich hat ihn das Erlebnis mit deinem Mann getriggert und der Hund fühlt sich deswegen jetzt bedroht zuhause.

Also ich würde sagen dein Mann sollte mehr mit dem Hund unternehmen (spazieren gehen, Tricks üben, kuscheln) und ihn füttern. Wichtig ist, dass dein Mann dabei nicht bedrohlich für den Hund ist, also nicht über das Tier beugen, nicht anschreien, nicht mit den Augen fixieren, keine bedrohlichen Gesten machen. Am wenigsten bedrohlich für das Tier ist es, wenn man sich auf den Boden legt.

Danke für die Antwort es ist aber komisch daher der hund liebend gerne mit meinen Mann rausgeht und auch gerne mit ihm kuschelt. Also so hat er nie ein problem damit nur gestern plötzlich schon er freut sich auch wenn mein Mann nachhause kommt und solche sachen. Deswegen verwundert mich ja auch sein verhalten plötzlich. Daher er meinen Mann bisher auch geliebt hat.

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@Claudia1301

ja, ich kann nur Vermutungen anstellen, aber nicht in das Tier hineinsehen!

jedenfalls denke ich der Hund wollte dich in der Situation, in der es dir so schlecht ging und du am Klo warst, beschützen und sich um dich kümmern

du solltest dem Tier mehr vermitteln, dass du die Sache selber im Griff hast und er dich nicht beschützen muss, also dass du die die Führungsperson bist und der Hund sich keine Sorgen machen muss

dein Mann hat dem Tier in dieser Situation wohl das Gefühl gegeben, dass er was falsch gemacht hat, obwohl er ja nur helfen wollte, und wirkte wohl bedrohlich auf das Tier

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