Community Manager Freelance/Gewerbe?

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3 Antworten

Du musst die verschiedenen Rechtsgebiete völlig unabhängig von einander sehen.

  1. Gewerberecht: Wenn du keine Tätigkeit ausübst, die zu den sogenannten Katalogberufen (Mediziner, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler etc.) gehört, musst du bei selbständigen Tätigkeiten ein Gewerbe anmelden. Wenn du das mit dem vorhandenen Gewerbe machen willst, musst du eine Ummeldung vornehmen. Das Gewerberecht kennt keine Umsatz oder Gewinnfreibeträge. Auch Betriebe, die Verluste machen, müssen das Gewerbe angemeldet haben. Entscheident ist, dass eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt. Es gibt auch kein Groß- oder Kleingewerbe ! Es gibt nur stehendes Gewerbe und Reisegwerbe.

  2. Krankenkasse: Wenn du mehr als 395 € im Monat verdienst, fliegst du aus der Familienversicherung und musst dich alleine versichern. Nur weil die KK es noch nicht weiß, wenn du mehr verdienst, schützt dich das nicht davor, dass die Kosten nachfordern, wenn du unberechtigt Leistungen in Anspruch genommen hast.

  3. Steuerrecht: Wenn du als Selbständiger (egal ob Freiberufler oder Gewerbetreibender) arbeitest und dein Umsatz voraussichtlich im ersten Jahr 17.500 € (später 50.000 €) nicht übersteigt, bist du Kleinunternehmer und musst von deinen Kunden keine MwSt erheben und ans FA abführen. In jedem Fall musst du nach jedem Jahr eine Einkommensteuererklärung abgeben. Summieren sich deine Gesamteinkünfte auuf mehr als 8.354 €, wird auf den Mehrbetrag EkSt erhoben. Die 450-€-Grenze hat für Selbständige keine Bedeutung. Das gibt es nur für Mitarbeiter (Beschäftigte). Diese meldet der Arbeitgeber bei der Minijobcentrale an und zahlt einen kleinen auschalbetrag für Steuer und Soz.Versicherung.

  4. Inland/Ausland: Wenn du als Mitarbeiter einer französischen Firma von hieraus dort mitarbeitest, dann musst du hier Steuern zahlen. Mit einem in D angemeldeten Gewerbe kannst du natürlich keine Geschäfte in F tätigen. Die GewO gilt schließlich nur in D.

Vielen Dank für deine Antwort.

  1. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich die Tätigkeit über den Gewerbeschein abrechnen kann, da ja einige Kriterien erfüllt sein müssen, damit sie als "selbstständig" gilt. Aber scheinbar ist es möglich.

  2. Leider bin ich schon nicht mehr über die Familienkasse versichert ;-)

  3. Den Freibetrag meinte ich auch. Der gilt offensichtlich mit und ohne Gewerbe?! Steuererklärung gebe ich auch immer brav ab. Bisher habe ich eben nur sehr wenig verdient und habe mir dann keine Sorgen gemacht.

  4. Gut zu wissen, danke.

Ich habe übrigens beim Finanzamt angerufen und nachgefragt, ob ich mein Gewerbe ummelden muss weil da bisher nur Promotion und Service eingetragen ist und der Herr am Telefon meinte nein. Aber ich werde dann besser drauf bestehen..

Weißt du zufällig auch ob ich zu dem Gewerbe dann noch einen "steuerfreien" Minijob aufnehmen könnte?

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@IzzeIstSpitze
beim Finanzamt angerufen und nachgefragt, ob ich mein Gewerbe ummelden muss ?

Warum fragst du jemanden, der mit dem Rechtsgebiet nichts zu tun hat ? Die Mitarbeiter vom Finanzamt haben doch vom Gewerberecht keine Ahnung. Diese Antwort war dementsprechend auch falsch. Wenn´s um Gewerberecht geht, solltest du beim Gewerbeamt anrufen und fragen, falls du mir nicht glaubst. Die Ummeldung musst du schließlich auch beim Gewerbeamt machen.

ob ich zu dem Gewerbe dann noch einen "steuerfreien" Minijob aufnehmen könnte?

Na klar, das kann dir keiner verbieten. Allerdings sind Minijob nicht wirklich steuerfrei, weil der Arbeitgeber bei der Anmeldung eine kleine Steuerpauschale zahlt.

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Sobald du Einkommen hast, brauchst du eine Gewerbeannmeldung solange du nicht Journalist, Autor oder Künstler bist. Es empfiehlt sich, in jedem Fall. Kostet nicht viel und du bist steuerrechtlich auf der sicheren Seite. Steuererklärungen musst du selbstverständlich jedes Jahr machen. Der Sitz deiner Kunden spielt keine Rolle, da deine Rechnungen Umsatzsteuerbefreit sein dürften (bitte recherchieren).

Das kannst du über dein bereits angemeldetes Gewerbe laufen lassen.

Vielen Dank für die Antwort.

Dazu müsste ich mein Kleingewerbe aber "umbenennen" oder? Weil da bisher nur "Promotion, Service, Messe" und so etwas steht. Gibt es da dann nicht das Problem der Scheinselbstständigkeit, wenn ich zu sehr von einem Arbeitgeber abhängig bin? Ich würde dann ja kaum noch andere Tätigkeiten ausüben.

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@IzzeIstSpitze

Du solltest in jedem Fall noch wenigstens einen weiteren Auftraggeber haben, sonst wird es mit der Scheinselbstständigkeit ein Problem. Ich hatte dich so verstanden als gäbe es die ohnehin. Umbennenen musst du da nichts, denke ich. Die Steuer interessiert es nicht, was drauf steht, nur was drin ist.

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@Simmie89

Ja, es gibt auch andere Auftraggeber aber wenn ich die 500€ im Monat fest habe, kann ich nicht mehr so viel für andere arbeiten, da ich ja sonst über den Freibetrag komme.

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@IzzeIstSpitze

Ich bin nicht sicher wieviel % aus wie vielen Quellen stammen müssen. Bist du noch Student? Dann gelten ohnehin andere Regeln und da wird niemand soo genau hinschauen, wenn du unter den 8.000 bleibst.

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@Simmie89

Bin Student, ja. Ich werde später mal am Gewerbeamt vorbeigehen und nachfragen, ob die Bescheid wissen. Vielen Dank, auf jeden Fall :)

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@IzzeIstSpitze

Das ist selbstverständlich immer eine Option und deren Aussagen gelten. Im Zweifelsfall auch mal beim Finanzamt nachfragen. Die haben auch eine Hotline, da kann man auch anonym mal nachhorchen wie genau das gehandhabt wird.

Ich habe selbst eine Weile als Student ungefähr so gearbeitet wie du und mein Einkommen war 70% von einem Arbeitgeber und 30% von anderen. Gab auch keinerlei Probleme.

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Hallo,

also du wirfst da zwei Sachen durcheinander.

Wenn du unter 8000 € verdienst brauchst du keine Steuern zu zahlen - aber wohl angemeldet (selbständig) sein. Du weißt auch, dass du dann langsam in den Bereich kommst, wo die KK die Hand aufhält? Oder hast du noch einen angemeldeten Job?

Oh, hätte vielleicht erwähnen sollen, dass ich Studentin bin. Es wäre also nur nebenbei.

Ich habe oft Promotionjobs gemacht und dabei Rechnungen mit Gewerbeschein geschrieben. Aber mir wurde auch schon angeboten ohne Gewerbeschein Rechnungen mit Steuernr und SteuerID zu schreiben (weiß nicht genau wie man das nennt? ) Und dabei darf man dann nicht über diesen Freibetrag kommen. Dachte mir, vllt könnte ich dann für 450€ im Monat arbeiten und Rechnungen schreiben (ohne das Kleingewerbe).

Da ich ja sowieso eine Steuererklärung schreiben muss (wegen des Kleingewerbes) würden diese Einkünfte ja dort eingetragen

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@IzzeIstSpitze

Als Selbständiger hast du keine 450 €, bevor die KK zuschlägt - lass dich mal beraten. Ob Student als "Hauptbeschäftigung" reicht, weiß ich nicht - bekommst ja kein Geld dafür. Der gute Mann soll dich auf 450-Euro-Basis anstellen ... und das Problem ist gelöst.

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@JillyBean

Ich habe ja bereits das Kleingewerbe und da hatte ich auch noch nie Probleme mit der KK (da ich ja unter einem best. Betrag bleibe)

In Frankreich gibt es ja andere Regelungen und m. E. keine 450€-Jobs. Deswegen müsste er für mich Beiträge bezahlen und um das zu vermeiden, soll ich Rechnungen schreiben.

Vielen Dank für die Antwort. Ich frage am besten mal einen Steuerberater oder ich bestehe darauf, dass er mich als regulären MA einstellt.

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