CO haftet mehr an den Blutkörperchen als O2 - deshalb erstickt man bei CO-Vergiftung - hilft da ...

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6 Antworten

Ja, genau so macht man es tatsächlich auch.

Man beatmet mit reinem Sauerstoff und häufig auch noch in einer Druckkammer, um den Sauerstoffgehalt im Blut zu erhöhen.

Mfg Mondscheinpoet

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Kommentar von aptem
28.03.2012, 11:21

Wat nö? Wenn man den kritischen Punkt überschritten hat hilft kein Sauerstoff mehr. Und eine gewisse Prozentzahl vom befallenen Hämoglobin hat man immer im Blut.

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Wir fassen zusammen:

Wenn die Kohlenmonoxidvergiftung zu weit fortgeschritten ist und alle oder fast alle roten Blutkörperchen CO angekoppelt haben, dann hilft keine Therapie mehr und der Patient muss an Sauerstoffmangel sterben.

Die Therapie der Wahl bei einem Vergiftungsfall ist auf jeden Fall die Gabe von reinem Sauerstoff mit einem Druck der deutlich höher ist als der normale Luftdruck, nämlich 3 bar. Dadurch kann das CO am schnellsten aus seiner Bindung an das Hämoglobin wieder herausgelöst werden. Es dauert aber immer noch 22 min, bis die Hälfte des Kohlenmonoxids aus dem Blut entfernt ist. So lange hält das menschliche Gehirn nicht ohne Sauerstoffversorgung durch, so dass die Versorgung in der Zwischenzeit durch die unbetroffenen Erythrozyten übernommen werden muss.

Die Erythrozyten brauchen aber nach der Sauertofftherapie nicht ausgetauscht zu werden, weil die Bindung zum CO reversibel gewesen ist und die Funktionsfähigkeit der Erythrozyten danach wieder gegeben ist.

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Kommentar von icecruiser
28.03.2012, 14:20

Kann man die Blutkörperchen nicht ganz austauschen? Würde das gehen?

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In begrenztem Maße ja. Denn immerhin werden die mit CO beladenen roten Blutkörperchen schneller durch frische ausgetauscht als die nicht "geschädigten". Außerdem stellt sich auch da wieder ein Gleichgewicht ein, wenn auch nur sehr langsam. Wenn wirklich ALLE roten Blutkörperchen mit CO "beladen" sind, ist es allerdings zu spät. Sind es 70 %, gibt es immerhin eine Überlebenschance, wenn auch eine sehr geringe.

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Sauerstoff hilft garnicht es sein denn in sehr hoher Dosis was nicht ungefährlich ist. Es geht um den Anteil des Hämoglobis, der befallen ist. Wenn nicht mehr genug unbefallenes Hämoglobin im Blut vorhanden ist kannst Du noch so viel Sauerstoff zuführen, es fehlt das Transportmittel dafür im Blut und der Mensch erstickt praktisch.

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Kommentar von mondscheinpoet2
28.03.2012, 11:19

Oha, dann scheinen alle Sanitäter und Ärzte es falsch zu machen, seltsam;)

Behandlung Der Vergiftete muss schnellstmöglich aus der CO-verseuchten Atmosphäre gerettet werden. Hierbei ist selbstverständlich auch der Eigenschutz des Retters zu beachten. Sauerstoff und CO sind an ihren Bindungsstellen Konkurrenten, d. h. je mehr Sauerstoff im Körper vorhanden ist, desto schneller wird CO eliminiert. Daher gehört die sofortige Sauerstoffgabe zu den wichtigsten notfallmedizinischen Maßnahmen. Während bei Atmung normaler Luft nach 240 Minuten die Hälfte des Kohlenmonoxids aus dem Körper eliminiert ist, gelingt dies bei Atmung von reinem Sauerstoff in 90 Minuten. Noch mehr Sauerstoff lässt sich im Körper nur mit einer Druckkammertherapie (hyperbare Sauerstofftherapie = HBO) anreichern. Bei einer Behandlung mit 3,0 bar Gesamtdruck (entsprechend 20 Meter Wassersäule) und reiner Sauerstoffatmung verkürzt sich die oben genannte Zeit nochmals auf 22 Minuten. Je nach Zustand des Patienten werden intensivmedizinische Maßnahmen angewendet, die selbstverständlich während einer HBO fortgesetzt werden müssen. Internationale Fachgesellschaften empfehlen die HBO in folgenden Situationen:

bei komatösen Patienten bei allen Schwangeren bei Bewusstlosigkeit irgendwann während der CO-Exposition bei allen neurologisch und/oder psychisch auffälligen Patienten. Dr. med. Christian Plafki

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Kommentar von icecruiser
28.03.2012, 11:32

@ aptem:

so war mein Gedanke auch, aber ich dachte genau an das, was mondscheinpoet ausführt...

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Therapie

So differenziert die diagnostischen Verfahren und die Abschätzung der prognostischen Möglichkeiten sind, so eindeutig ist das therapeutische Vorgehen:

  • Eliminierung des CO,

  • hohes Sauerstoffangebot,

  • Verbesserung der Perfusion.

Die Hyperbare Oxigenation ist auch heute die Therapie der Wahl und durch keine andere Therapie zu ersetzen. Ihre Wirksamkeit ist in den Gasgesetzen begründet.

  • Nach dem Henry’schen Gesetz geht unter steigendem Umgebungsdruck vermehrt Sauerstoff im Plasma in Lösung (derweil das Hb unter normalen atmosphärischen Bedingungen fast vollständig gesättigt ist), damit wird das Hämoglobin für den Sauerstofftransport entbehrlich. Die O2- Sättigung bei 300 kPa beträgt dabei 6,6 ml/dl Plasma. Diese Menge genügt für die Sauerstoffversorgung (Abb. 8);
  • Die Sättigung des Plasmas unter HBO2- Bedingungen entspricht der arteriovenösen Differenz eines Erwachsenen unter Grundumsatzbedingungen und führt durch das dadurch bedingte Diffusionsgefälle zu einer Rechtsverschiebung der linksverschobenen Sauerstoffdissoziationskurve und damit zu einer verbesserten O2-Abgabe ans Gewebe;
  • Sauerstoff unter hyperbaren Bedingungen hat eine größere Diffusionsstrecke (statt 60 μm werden 200 μm erreicht) als unter normobaren Bedingungen. Eine bessere Perfusion ist damit gewährleistet;
  • Durch den hohen Sauerstoffpartialdruck von 3000 mbar unter 300 kPa Umgebungsdruck wird nach dem Gesetz der Massenwirkung nicht nur das CO schneller aus seiner Bindung an das Hb, sondern auch aus seiner Bindung an das Mb eliminiert.

Quelle: http://www.bsafb.de/fileadmin/downloads/pa14_01_2009/pa14_01_2009_aktuelle_therapie_der_akuten_rauchgas_und_co_intoxikation.pdf ... Dr. med. Dieter Tirpitz ...

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Kommentar von icecruiser
28.03.2012, 11:31

Oha, dankeschön!

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Also wenn man dies alles so liest,könnte man meinen oder sich auch fragen :Hat da einer Ahnung?

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