Co-Abhängigkeit fördert den Konsum des Süchtigen?

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Ja, ein soziales Umfeld, dass einen auffängt, erleichtert den Drogenkonsum. Die Alternative ist es, den Süchtigen vollkommen fallen zu lassen, selbst wenn er daran zugrunde geht. Diese zweite Möglichkeit hat man nicht,m wenn man noch ein Kind ist. Man hat gar nicht die Mittel seinen Vater auf die Straße zu setzen, denn man ist ja auch auf ihn angewiesen.

Co-Abhängigkeit ist nichts, was du dir ausgesucht hast oder das du einfach mal hättest abstellen können. Wenn deine gesamte Familie in Therapie gegangen wäre, insbesondere dein Vater, hätte sich dein Mitwirken in der gesamten Familien-Konstellation gesünder auswirken können. Wenn dein Vater wieder auf seinen eigene Füßen hätte stehen können, wäre aus deiner Co-Abhängigkeit automatisch eine liebevolle Fürsorglichkeit geworden.

Hättest du deinen Vater beklaut, bis er blank ist, hätte er sich auch weniger Alkohol kaufen können. Aber man kann nicht einfach zum Kriminellen werden, um jemand anderen zu retten.

Was immer du getan hast und welche Auswirkungen es auch hatte, du hast dein bestes gegeben und dein Wunsch ihn zu unterstützen war liebevoll. Dass er sich dabei selbst ruiniert hat, war sein Leben, seine "Entscheidung", sein Problem - nicht deines. Lerne mit diesem Gedanken Frieden zu schließen. Deine Aufgabe ist es, selbst auf dich aufzupassen und die Finger vom Alkohol zu lassen. Wenn du mal Kinder bekommst, sorge dafür, dass sie nicht in solche Konflikte geraten. Wenn du das schaffst, kannst du stolz auf dich sein.

Solange du dir noch Vorwürfe machst und mit deinem Gewissen kämpfst, ist deine Co-Abhängigkeit noch nicht vorbei. Dein Vater ist gestorben - mein Beileid dazu. Jetzt hat er diese Probleme nicht mehr und für dich ist auch die Zeit, sie loszulassen. Die Unterstützung eines Psychologen wäre dabei immer eine sehr gute Idee.

Hey ich bin selber das Kind eines Alkoholikers. ich würde dir auf jeden, jeden Fall empfehlen ein Buch zu lesen, dass gibt dir viele Antworten. ich hab es selber gelesen und mich und meine Familie darin so oft wiedererkannt. Es heißt, "Familienkrankheit Alkoholismus" von Ursula Lambrou. (betrifft nicht nur zwangsweise Alkoholismus, sondern alle Drogen)

Und um es kurz zu fassen. nein du bist nicht schuldig. jeder süchtige wählt sein Leben selber. Und jeder der mit Suchtkranken lange gearbeitet hat, kann dir sagen, dass keiner einem süchtigem Helfen kann, außer der Süchtige sich selbst.

Da ich auch süchtig bin kann ich dir sagen, Junkies finden immer ihren Weg. Keiner kann so gut lügen, oder seinen Willen bekommen wie ein Süchtiger. Dein vater hätte auch weiter gesoffen, wenn du es ihm "nicht einfach" gemacht hättest. Nur dann heimlich vor dir, oder allein.

"Eigentlich wollte ich ihm nur helfen und dachte, er bräuchte Unterstützung, um neuen Mut zu gewinnen. Jetzt frage ich mich, ob ich ihm doch eher indirekt gezeigt habe: Sauf ruhig weiter, ich mache das schon...." :

Du kannst einem Süchtigem keinen Mut machen. Er hört erst auf, wenn er selber am Tiefpunkt ist und sieht, dass es so nicht weiter geht. Du kannst einen Süchtigen so oft du willst in Therapie stecken, er hört erst auf, wenn er es selber will.

Deswegen darfst du dir keine Vorwürfe machen. Du solltest eher versuchen diese Gefühle zu verarbeiten, warum du Co-Abhängig bist, und warum du Schuldgefühle hast. Es gibt da auch sehr gute Selbsthilfe Gruppen. vergleichbar mit den AA's aber für Angehörige. Da wirst du Deinesgleichen finden und Menschen die das selbe gedacht haben, oder Denken, aber zu einer gesünderen Einstellung gekommen sind.

Auf jeden Fall würde ich dir das Buch empfehlen, ich schwöre dir, es öffnet Augen.

Ich wünsche dir viel Glück und alles Gute. Und vor allem, mach dich für nichts Verantwortlich, was du nicht ändern kannst.

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danke für deine Antwort.

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe du kannst deine Sucht besiegen.

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Hallo Nai!

Was dein Verhalten bei anderen bewirkt, ist absolut unwichtig! Jetzt geht es ausschließluch um dich! Befass dich nicht mit Analysen, was dein Verhalten mit anderen gemacht haben könnte, denn

Du hast den Alkoholismus deines Vaters nicht verursacht.
Du konntest ihn nicht heilen.
Du konntest nichts tun, damit er nicht trinken muss.

Ich weiß, dass es ein langer Weg ist, bis ich begreife, dass mein Verhalten keine Krankheit eines anderen verhindern oder heilen kann. Nur wenn ich bereit bin, mich auf mich zu fokussieren, kann ich selbst gesund werden und begreifen, dass ich keinem anderen helfen kann.

Ich hab dir sicher schon mal geschrieben, dass meine Mutter Alkoholikerin war und auch Suizid beging, als sie auch mit Alkohol nicht mehr leben konnte. Ich hab den 'Schuldrucksack' am Suizid meiner Mutter ca 15 Jahre mit mir rumgeschleppt. Dann durfte ich in Al-Anon kapieren, dass ich es nicht hätte verhindern können.

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Hallo,

ich glaube ich erinnere mich. Du hast mir einmal auf eine andere Frage geantwortet.

Danke für deine Hilfe und das Teilen deiner Geschichte.

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Habe ich zu viel gekifft?

Hallo, erstmal zu mir, ich versuche es kurz zu machen. Ich bin w/14, seit ich 13 bin trinke ich auf partys und rauchen tu ich seit ein paar monaten, aber nicht viel (eine schachtel in 3 wochen und nie alleine) aber irgendwann habe ich angefangen gras zu rauchen, war nie abgeschreckt davon. erst nur auf partys, aber dann 2-3 monate eigentlich jeden tag (abends vorm schlafen). da ich aber gemerkt habe wie  unnötig es ist, versuche ich es zu lassen. hat nicht lange gehalten, ein paar tage dann hab ich wieder was geholt. Ich merke, dass ich ein wenig vergesslicher, gleichgültiger und antriebsloser bin, aber vor allem dass ich sehr viel nachdenke weshalb ich mich in der schule nicht konzentrieren kann. Außerdem benutze ich mehr Schimpfwörter, weshalb ich auf meine Freunde nicht mehr wirklich vertrauenswürdig wirke. Da mir das absolut nicht passt lasse ich dieses tägliche jetzt, nur noch in bestimmten Anlässen. (Falls es wichtig zu erwähnen ist, ich habe bisher an anderen Sachen 'nur' E (mdma) genommen) Meine eigentliche Frage: Bleibt dieses Gleichgültige und Vergessliche?

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Sind die Gene Schuld?

Hallo zusammen,

Ein Freund von mir ist Alkoholiker und ist der Überzeugung, dass die Gene Schuld sind. Ich persönlich glaube zwar auch, dass sich viele Krankheiten mit den Genen erklären lassen (Hautkrankheiten, Unverträglichkeiten, Allergien) aber ich kann mir sehr schwer vorstellen, dass jemand in den Genen ein Sicht potenzial hat.

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