Clicker Training für katzen

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3 Antworten

Meine Katzen haben alles, was sie können, ohne Clicker gelernt. Katzen lernen durch ständige Wiederholung am besten und einer meiner Kater folgt sogar auf "Befehl", allerdings nur, wenn ich das Wörtchen "bitte" anhänge. Meine Katzen kennen die Bedeutung von Leckerli, Fressen, warten, nein (eines der wichtigsten "Befehle"), heiss, komm, runter, hüpf und noch einiges weitere und das alles ging ohne Clicker, sondern mit Streicheln und kraulen und Lob, wenn sie etwas befolgt haben. Ich brauchte noch nicht mal irgendwelche Leckerlis zu geben.

Mit Hilfe eines Klickers (einem Gerät, das ein akustisches Signal oder Geräusch in Form eines "Klicks" erzeugt) werden erwünschte Verhaltensweisen verstärkt.

Aus wissenschaftlicher Sicht fällt das Klickertraining unter die operante Konditionierung, bei systematischer Verwendung des Klickers als konditioniertem, sekundärem Verstärker.

Klickertraining ist mit nahezu jeder Tierart möglich und kann erfolgreich sein.

Es wird bei Delfinen oder Haustieren wie Hund und Katze eingesetzt, jedoch auch bei Pferden, Vögeln oder gar Amphibien.

Das Geräusch des Klickers ist für das Tier zunächst bedeutungslos. Wird der Klicker unmittelbar vor der Gabe einer kleinen Futtermenge betätigt, lernt das Tier nach einigen Wiederholungen, dass der Klicker Futter ankündigt (Klassische Konditionierung). Somit wird aus einem bisher „neutralen Reiz“ ein „bedingter Reiz“, der ankündigt, dass ein Bedürfnis (nach Futter) befriedigt wird.

Wesentlich für das „Lernen am Erfolg“ ist, dass das Tier die Konsequenz seines Verhaltens innerhalb eines möglichst kurzen Zeitraumes erfährt, so dass der Zusammenhang zwischen Verhalten und Konsequenz (die Verknüpfung) erhalten bleibt (das Verknüpfungszeitfenster für Hunde und Katzen liegt beispielsweise im Bereich von maximal 0,48 bis 0,7 Sekunden).

Der Klick selbst ist keine Belohnung, sondern nur ein Markierungssignal für den präzisen Moment des gezeigten Verhaltens, wie ein fotografischer Schnappschuss. Im Englischen wird auch von bridging signal gesprochen. Das Signal überbrückt den Zeitraum von Markierung des Verhaltens bis zur Belohnung.

Vorteil:

Der Klicker erzeugt ein Geräusch (Reiz), das im üblichen Umfeld des Tieres nicht vorkommt und auch nicht zufällig auftreten kann. Der Klicker lässt sich „punktgenau“ betätigen, so dass das Verknüpfungszeitfenster eingehalten werden kann. Er ist, im Gegensatz zur Stimme des Ausbilders, frei von dessen Emotionen und Stimmungen und immer gleich.

Jedes Gerät, das diese Bedingungen erfüllt, kann als „Klicker“ verwendet werden, also auch eine Pfeife oder ein Fotoblitzgerät bei Tieren ohne Gehör. Der Klicker in der Art des „Knackfrosches“ ist jedoch das am häufigsten eingesetzte Gerät.

Hausschweine fangen üblicherweise vor der Fütterungszeit zu schreien an, sobald jemand den Stall betritt (beispielsweise um auszumisten). Gewöhnt man die Tiere daran, dass beim Füttern eine Klingel ertönt, also dass es nur Futter gibt, wenn die Klingel ertönt, haben die im Stall Arbeitenden mehr Ruhe.

Bedenken:

Klickertraining ist generell nicht geeignet, einem Tier unerwünschtes Verhalten abzugewöhnen. Unerwünschtes Verhalten lässt sich nur durch „Löschung“ oder Aufbau eines Alternativverhaltens beseitigen. Unerwünschtes Verhalten kann aber auch mit einem Signal verknüpft werden, so dass das unerwünschte Verhalten nur noch auf ein Zeichen ausgeführt wird.

Wenn du es ohne Klick versuchen möchtest, kannst du es problemlos. Mit Klick geht es vermutlich schneller.

LG DaRi

Der Clicker ist ein Marker, der es dir ermöglicht kleinschrittig deinem Tier etwas zu erklären. Die meisten Tiere reagieren sehr positiv auf das und du kannst sie damit mental total auslasten.

Prinzipiell kann man auch alles ohne Clicker erarbeiten, das erschwert einem die Arbeit aber teilweise sehr, wenn man das Prinzip einmal verinnerlicht hat.

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