Christliches Abendland?

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Die Frage ist absolut berechtigt. Denn die Werte die wir hier so sehr schätzen sind keineswegs christlich. Sie sind das Ergebnis der Aufklärung und der französischen Revolution. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Und das verbunden mit der weitestgehenden Entmachtung der Kirche. Die allerdings hat es verstanden es als ihre Barmherzigkeit zu vermarkten.

Zum Glück haben wir die Sekularität im Grundgesetz. ( dagegen wird eh schon viel zu oft verstoßen, siehe Religionsunterricht und das Einziehen der Kirchensteuer durch den Staat und das bezahlt werden der Bischöfe aus Steuergeldern. Egal dass die Hälfte der Bevölkerung keiner der großen beiden christlichen Sekten angehört)

Am Abendland ist wenig christlich. Aber man tut als ob, schon aus Gewohnheit. Man denke nur an die Gleichberechtigung der Frau, Homosexuelle, Ehebrecher ( Scheidung), Vorehelichen Verkehr, Abtreibung, Obrigkeitshörigkeit usw.

Wollt ihr da christliche Werte?

Ich denke wohl nicht.

Dass die Würde des Menschen laut unserem Grundgesetz unantastbar sein soll, stammt u.a. auch aus dem Gedanken der Ebenbildlichkeit der Menschen zu Gott. Zugleich ist es auch ein Wert der Aufklärung. Warum muss man christliche Werte gegen Werte der Aufklärung ausspielen?

Als Wissenschaftlerin meine ich, dass die (Natur-)Wissenschaft nicht die Ziele bestimmen kann, an denen wir unser politisches und sonstiges Handeln ausrichten - sie kann eher die Mittel erforschen und benennen, mit denen wir bestimmte Ziele mehr oder weniger gut erreichen. Das Wertfreiheitsgebot der Wissenschaft kommt hier zum Tragen. Zu meinen, man käme ohne Werte aus, wenn man sich an der Wissenschaft orientiert, ist daher m.E. falsch. Wir brauchen beides!

Deswegen kann ich auch als Wissenschaftlerin gläubige Christin sein, das ergänzt sich wunderbar!

Thea (Kirchenbotschafterin)

Der Begriff "Christliches Abendland" stammt aus dem Mittelalter, als man sich gegenüber anderen Bereichen der Welt (spez. dem Islam) eindeutig abgrenzen wollte und als man sich als besonders "gottesfürchtig" verstand.

Der Begriff, egal wie oft und von wem er benutzt wird, ist aber falsch.

Wir leben tatsächlich in einer Fortsetzung der griechisch-römischen Kultur und zwar sowohl bezüglich unseres Wissensdurstes, unseres technologischen Anspruchs, unserer Ausschweifungen, als auch unseres kriegerischen Potentials.

Das Abendland wurde 2000 Jahre lang vom christlichen Glauben geprägt, er war und ist fester Bestandteil. Die Menschen glaubten/glauben an Christus und seine Botschaft und richteten bzw. richten noch ihr Leben danach aus. Auch unsere Gesetze gehen teilweise auf die christlichen Werte zurück. Das ist im Morgenland anders.

Die Wissenschaft hat ihre Berechtigung. Aber sie hat noch lange nicht den über Jahrhunderte prägenden Stellenwert in der Gesellschaft wie das Christentum. Deine aufgezählten Werte der Wissenschaft sind schon okay. Das Christentum geht darüber aber weit hinaus:

  • Barmherzigkeit
  • Nächstenliebe
  • Hilfsbereitschaft
  • Gelassenheit
  • innerer Friede
  • Feindesliebe
  • Zusammenhalt
  • Geduld
  • Friedfertigkeit

uva.

Merkst du was? Die Wissenschaft ist eben rein rationell gestrickt, während das Christentum etwas Geistliches ist.

Nein, ich finde nicht, dass wir unsere christliche Kultur durch eine wissenschaftliche ersetzen sollten. Würden wir das tun, ginge sehr viel verloren. Es gibt noch viele Christen hier, die versuchen Jesus zu folgen und nach seinem Vorbild zu leben. Ohne sie wäre unser Abendland noch gefühlskälter, liebloser und unmenschlicher als es eh schon ist.

Du hast die Errungenschaften der Aufklärung vergessen eben das, was bei Französischen Revolution ausgerufen wurde. Zum Wissenschaftlichen sollte sich das Humanistische (oder sowas ähnliches) dazu gesellen.

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