Christliche Sicht: selbstmord?

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16 Antworten

Hallo susanel,

es gibt die unterschiedlichsten Gründe dafür, warum Menschen sich das Leben nehmen. Häufig steckt, wie Du ja auch selbst sagst, dahinter eine schwere psychische Erkrankung wie z.B. Depressionen. Ich kenne Menschen, die haben zeitweise zwanghafte Selbstmordgedanken als ein Symptom ihrer Erkrankung.

Die Bibel sagt zwar nicht direkt etwas zum Thema "Selbstmord" (obwohl darin Beispiele von Selbstmördern beschrieben werden), doch lässt sie aufgrund wichtiger Aussagen über Gott einige Rückschlüsse zu, wie Gott dazu eingestellt ist. Gemäß dem Wort Gottes ist das Leben als heilig anzusehen, das heißt, Gott gehörend und damit für uns Menschen eigentlich unantastbar. Dennoch gibt es Situationen und Gemütszustände, in denen Menschen derart verzweifelt sind, dass sie nur noch im Selbstmord einen Ausweg aus einer unerträglichen Lage sehen. Manche sind auch aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung nicht mehr wirklich Herr ihrer Lage und mögen aus einem gewissen Zwang heraus handeln.

Da Gott das Herz einer Person kennt, ist er sehr gut in der Lage zu verstehen, was in einem Menschen wirklich vor sich geht, der aus Verzweiflung seinem Leben ein Ende setzt. Auch wenn ein Selbstmörder auf etwas übergreift, was nur Gott gehört, und somit eine Sünde begeht, bedeutet das nicht, dass Gott diesen verurteilt oder gar verdammt. In der Bibel heißt es über Gottes Bereitwilligkeit zu vergeben: "So fern der Sonnenaufgang ist vom Sonnenuntergang, so weit hat er unsere Übertretungen von uns entfernt. Denn er selbst kennt ja unser Gebilde, ist eingedenk dessen, dass wir Staub sind" (Psalm 103:12,14). Dieser Text zeigt sehr schön, dass Gott nicht wie ein Polizist über uns wacht oder wie ein Scharfrichter darauf aus ist, Sünder zu bestrafen - ganz im Gegenteil! Wie Moses einmal sagte, ist Gott "barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte" (2. Mose 34:6).

Die Bibel zeigt also sehr deutlich, wie liebevoll, barmherzig und gütig Gott zu uns Menschen eingestellt ist. Ihm liegen sogar diejenigen besonders am Herzen, die emotional am Boden sind und Hilfe benötigen. In den Psalmen steht: "Ein gebrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten" (Psalm 51:17). In einer Prophezeiung macht er denen Mut, die durch das Leben benachteiligt und niedergedrückt sind: "   Denn er wird den Armen befreien, der um Hilfe ruft, auch den Niedergedrückten und jeden, der keinen Helfer hat. Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen, Und die Seelen der Armen wird er retten.   Von Bedrückung und von Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, Und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen.  .  .(Psalm 72:12-14). Ein sehr schöner und zu Herzen gehender Text, der all jenen helfen kann, die vom Leben enttäuscht und ohne jede Hoffnung sind!

Gott verurteilt zwar den Selbstmord als solches, doch nicht unbedingt diejenigen, die ihn begehen. Wie gerade gezeigt, ist Gott nicht schnell dabei, jemanden, der krankhaft oder aus Verzweiflung handelt, zu verurteilen. Er sucht immer nach einer Möglichkeit, mit einer Person, die ein Unrecht begangen hat, barmherzig zu verfahren. Heißt es doch in seinem Wort: "Er wird den Niedergedrückten in seiner Trübsal befreien, und er wird ihr Ohr in der Bedrückung entblößen" (Hiob 36:15). Du kannst also sicher sein, dass Gott großes Mitgefühl für diejenigen empfindet, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung so verzweifelt sind, dass sie nur noch im Selbstmord einen Ausweg aus einer unerträglichen Situation sehen. Außerdem steht es niemanden von uns zu, ein Urteil über jemanden zu fällen, der seinem inneren Drang nachgegeben, und tatsächlich Selbstmord begangen hat.

LG Philipp

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"Aus Verzweiflung" sehe ich als eine Sache und "wg. psychischer Krankheiten" als eine andere, wobei es da durchaus Überschneidungen gibt.

Wenn man psychisch krank ist, kann man oft die Dinge nicht objektiv einschätzen und Erlebnisse nicht richtig einordnen. Das macht es sehr schwer, wenn nicht unmöglich, rationale Entscheidungen zu treffen.

Wenn es "nur" Verzweiflung ist, sollte man sich nicht unterkriegen lassen und vor allem nicht "das Kind mit dem Bade ausschütten".
Denn man löst keine Probleme im Leben, indem man das Leben -ein Geschenk Gottes übrigens- wegwirft.

Und damit wären wir bei wichtigen Fakten: Gott ist Herr über Leben und Tod und mMn steht uns nicht an, darüber zu entscheiden.

Außerdem missfällt mir bei dem Gedanken (der mir im übrigen nicht fremd ist), dass man, um das Ziel "sterben" zu erreichen, etwas "kaputtmachen" muss :-/

Dann steht noch in der Bibel, dass (u.a.) kein Mörder in das Reich Gottes hineinkommt.
Wenn man jetzt davon ausgeht, dass jeder, der ein Leben beendet hat (eben auch das eigene) ein Mörder ist, ...
Das ist meine Interpretation bzw. Herleitung und darum lasse ICH das lieber sein und hole mir -wenn "die Hütte brennt"- lieber Rat bei Fachleuten, als ein für allemal "den Stecker zu ziehen" :-)

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Hier muß man unterscheiden:

- Krankheit, z. B. psychische Krankheit.

- Verzweiflung, die krankhafte Züge annimmt.

(siehe auch: http://www.bptk.de/patienten/wege-zur-psychotherapie/wann-bin-ich-psychisch-krank.html )

Immer dann, wenn der betroffene Mensch in seiner Handlung nicht mehr frei ist, wird ihm die entsprechende Handlung auch nicht angerechnet. Das gilt übrigens auch für Notlagen, Zwang etc.

Das Christentum lehnt allerdings Mord in jeder Form ab. Wenn also jemand bei vollem Sinn und Verstand ist und frei und ungezwungen handeln kann, dann wir ihm der Mord angerechnet. Dabei macht keinen Unterschied, ob man sich oder jemand anderen ermordet.

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Kommentar von Solaris80
22.07.2016, 05:35

„Gott will, dass wir natürlich sterben, im hohen Alter, nach Jahren voller Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit“.
Marge Simpson...

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Man kommt in die Hölle!

Bei uns orthodoxen wird es sehr streng genommen und wir sind auch Christen. Wer bei uns Selbstmord begeht kommt in die Hölle. Ich kenne einen Mann der hat versucht sich das leben zu nehmen, aber er hat es doch sein gelassen. Denn als er versuchte sich umzubringen sah er vor sich den Teufel umso stärker er am strang zog umso näher war der Teufel vor ihm.

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"Zu Beginn des Christentums galt der Freitod nicht als verwerflich. Solange Märtyrer gebraucht wurden, war er eine ehrenvolle Todesart. Erst als die Donatisten im sechsten Jahrhundert den Suizid als Weg propagierten, um schneller in das Paradies zu gelangen, wurde der Freitod als Todsünde erklärt, um Massensuizide zu verhindern.
Thomas von Aquin bestimmte im Jahre 693 auf dem Konzil von Toledo, wer sich umzubringen versuche, werde exkommuniziert."

Quelle: G. Grote, M. Völkel, K. Weyershausen: Das Lexikon der prominenten Selbstmörder, Lexikon Imprint Verlag, 2000

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Kommentar von Solaris80
22.07.2016, 05:56

P.S.: Das ist allgemein zum Thema Suizid.
Wer meint wegen einer psychischen Krankheit Suizid begehen zu müssen, sollte sich erst einmal Hilfe suchen!

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Ist zwar nicht die christliche Sicht, aber ich glaube, man "erwacht" auf der "anderen Seite" ungefähr in dem Zustand, in dem man gestorben ist. Vielleicht gibt es geistige Helfer und Engel, die einen heilen, wenn man es zuläßt. Dann wird die Essenz des Lebens absorbiert (das dürfte der Rückblick sein) Irgendwann wird man in einem neuen Körper wiedergeboren, um weiterzumachen.
Daraus folgt, daß es am besten ist, im jetzigen Leben zu bleiben und möglichst auf seine Heilung hinzuwirken.

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Kommentar von Solaris80
22.07.2016, 05:48

>> ich glaube, man "erwacht" auf der "anderen Seite" ungefähr in dem Zustand, in dem man gestorben ist.

Daraus folgt meiner Meinung nach in einigen Fällen eher das Gegenteil: Dass es besser ist, mit einem Freitod seinen materiellen Körper zu verlassen, solange man noch klar denken kann.
Anstatt nach jahrelangem körperlichen und geistigem Siechtum, womöglich nur noch von Maschinen am "Leben" erhalten hinüberzugehen.

Aber das soll jeder für sich selbst entscheiden, ich glaube an eine Existenz nach dem körperlichen Tod und an Reinkarnation. Aber ich glaube an keinen "Gott" der uns Menschen den Freitod verbietet.

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Biblische Motive Allgemeine Motive für Suizid sind:

der Vollzug in der Hoffnung, „damit dies oder das nicht (mehr) geschieht“ (Ri 9,54; 1Sam 31,4; 2Sam 17,23; 2Makk 10,12-13; 2Makk 14,42); die Erreichung eines höheren Ziels (1Makk 6,44); der Wunsch, sich selbst oder andere durch diese Handlung zu bestrafen (Ri 16,28ff; Mt 27,5). Zentrales Motiv ist in allen dargestellten Fällen die → Ehre als kollektives Ideal und Grundwert alttestamentlichen Ethos. Die Suizidhandlung ist meist Verzweiflungstat, was sich besonders in der Gottverlassenheit von Saul und Judas widerspiegelt. Schon der Fall Saul zeigt, dass Suizid als angemessene Reaktion auf tödliche Bedrohung galt. Dieses Motiv tritt in frühjüdischer Zeit besonders deutlich hervor, etwa bei Rasi. Simsons Suizid dagegen ist ein Racheakt, der den Helden der Simsonsage am Ende doch als Sieger erscheinen lässt.

Ein Mensch kann vom Drang zum Suizid überfallen werden und dann als Opfer erscheinen. Ein unerträglicher plötzlicher Schmerz über einen großen Verlust, eine ungeheure Kränkung oder die eigene Schulderkenntnis können ihn wie ein Schwert töten.

Im strikt moralischen Sinn meint Suizid einen ungesetzlichen moralischen Akt, durch den jemand seinen eigenen Tod direkt herbeiführt. Historisch erfolgt seine Beurteilung gegensätzlich. Auch die Bibel urteilt nicht einhellig. Weder Altes noch Neues Testament verbieten oder verurteilen den Suizid ausdrücklich und eindeutig.

Die biblischen Schriften berichten von den unterschiedlichsten Möglichkeiten der Selbsttötung. Die Akte werden in allen Stellen meist einfach zur Kenntnis genommen. Neben der Verherrlichung finden sich auch negative Urteile, insgesamt jedoch werten Altes und Neues Testament suizidales Handeln kaum. Entscheidend sind Umstände und Intention. Insofern scheint das biblische Ethos den Suizid als tragisches Lebensschicksal zu tolerieren, vor allem in der Form des uneigennützigen Selbstopfers.

Eine Wertung bleibt insbesondere dann aus, wenn die Motive als berechtigt anerkannt werden. Die biblische Begründung, Simris Suizid sei eine göttliche Strafe, gehört zum Rahmenwerk der Königsbewertungen. Möglicherweise kannte der Ausgangstext eine solch moralisierende Bewertung noch nicht.

In der Bibel werden je nach Zählung bis zu zehn Suizide erwähnt: Abimelech (Ri 9,50-56), Simson (Ri 16,28-31), Saul und sein Waffenträger (1Sam 31,4-13), Ahitofel (2Sam 17,23), Simri (1Kön 16,18-20), Eleasar (1Makk 6,43-46), Ptolemäus Makron (2Makk 10,12-13), Rasi (2Makk 14,41-46), Judas (Mt 27,5). Abgesehen von der einzigen neutestamentlichen Stelle kommen alle genannten Suizidfälle in den geschichtlichen Büchern des Alten Testaments vor. Neben den Suizidanten gibt es biblische Gestalten, die zumindest suizidale Gedanken haben.

Als → Abimelech zur vollständigen Eroberung der von ihm belagerten und eingenommenen Stadt Tebez die Burg stürmen will, wirft eine Frau ihm am Burgtor einen Mühlstein auf den Kopf. Trotz zerschmetterten Schädels gibt Abimelech seinem Waffenträger einen letzten Befehl: er solle ihn mit seinem Schwert töten, damit niemand sagen könne, eine Frau habe ihn umgebracht. Daraufhin durchbohrt der Gehilfe ihn und beschleunigt damit seinen Tod.

Diesen Fall eindeutig zu klassifizieren ist schwierig, da drei Aspekte hier zusammenspielen: Der Mordanschlag auf Abimelech, sein sich anschließender Todeswunsch und die ausführende Mitwirkung seines Waffenträgers. Hilfreich ist die Übersetzung M. Bubers für den letzten Königbefehl Abimelechs an seinen Diener: „und töte mich vollends“. Im Gedächtnis blieb seine Ermordung als König (2Sam 11,21), die durch die Hand einer Frau erfolgte, wodurch Abimelechs Ableben als unehrenhaft galt (Ri 4,21-24, Ri 5,26.31; Jdt 16,5-9 [Lutherbibel: Jdt 16,7-11]). Der Brudermörder, der seine 70 Brüder auf „ein und demselben Stein“ (Ri 9,5.18) tötete, wurde selbst durch einen Stein erschlagen. Moralisch werden sein Suizidgedanke und die Hilfe seines Dieners im Alten Testament nicht kommentiert.

3.1.2. Simson (Ri 16,28-31) Der → Nasiräer → Simson gerät in die Gefangenschaft der → Philister, nachdem ihm die von den Philistern beauftragte → Delila die Haare abgeschnitten und er dadurch seine göttlichen Kräfte verloren hat. Er wird geblendet und ins Gefängnis geworfen, wo seine Haare wieder nachwachsen. Seinetwegen feiern die Philister ein Freudenfest zum Ausdruck des Triumphes über die Feinde. Als sie ihren Spott mit ihm treiben wollen und ihn dafür zu sich rufen, stemmt Simson sich mit aller Kraft gegen die tragenden Mittelsäulen des Hauses, worauf es mit allen 3000 Frauen und Männern zusammenstürzt.

Tatmotiv Simsons ist Rache (Ri 16,28) für die ihm widerfahrenen Demütigungen. Vor seiner Tat bittet er Gott um Kraft für diesen letzten Akt. Seine Worte „So mag ich denn zusammen mit den Philistern sterben“ (Ri 16,30) erklären sein Tun sowohl als Selbstvernichtung als auch Vernichtung der Feinde. Insgesamt wird die Simson-Gestalt im Alten Testament positiv beurteilt, was auch in der Schilderung eines ehrenvollen Begräbnisses im Grab des Vaters zum Ausdruck kommt und den biblischen Respekt vor seiner Tat beweist.

3.1.3. Saul und sein Waffenträger (1Sam 31,4-13 par 1Chr 10,4-14) Im Kampf Israels gegen die Philister müssen die Israeliten fliehen. Nachdem die drei Söhne → Sauls bereits erschlagen worden sind, wird auch er durch Bogenschützen schwer verwundet. Seinem Waffenträger befiehlt er daraufhin, ihn mit dem Schwert zu töten. Als dieser aus Angst verweigert, stürzt Saul sich selbst ins Schwert. Der Waffenträger tut es ihm gleich und stirbt mit ihm.

Saul gilt als bekanntester Suizidant im Alten Testament; sein Ableben wird oft mit der konkreten militärstrategischen Situation der Gilboa-Schlacht (→ Gilboa) begründet. Unterschiedliche Bewertungen für Sauls Ende finden sich in den beiden anderen Stellen, die von seinem Tod berichten. 2Sam 1 spricht von einem Schwächeanfall Sauls (2Sam 1,9); das erste Chronikbuch fügt der ansonsten identischen Schilderung von Sauls Ende eine Begründung hinzu und bewertet seine Tat dadurch negativ: „So starb Saul wegen der Treulosigkeit, die er gegen den Herrn begangen hatte. Er hatte das Wort des Herrn nicht befolgt und den Totengeist befragt, um Auskunft zu suchen; an den Herrn aber hatte er sich nicht gewandt. Darum ließ er ihn sterben und übergab das Königtum David, dem Sohn Isais“ (1Chr 10,13-14).

Ahitofel (2Sam 17,23) Das Wort des königlichen Beraters → Ahitofel am Hofe Davids gilt nahezu so viel wie ein Gotteswort. Als er sich am Aufstand → Absaloms gegen dessen Vater → David beteiligt und Absalom einen guten Rat Ahitofels zugunsten eines weiteren Ratgebers verwirft, kehrt Ahitofel in seine Heimatstadt zurück, bestellt sein Haus und erhängt sich. Er wird im Grab seines Vaters beigesetzt. Ahitofels Ableben ist ohne weiteres als Suizid aufzufassen. Mit einer für viele Suizidanten charakteristischen, letzen gewissenhaften Sorgfalt bestellt er noch sein Haus, bevor er sich tötet.

Ein Urteil über Ahitofels Person und Tod enthält das zweite Samuelbuch nicht. In der biblischen Erwähnung von seiner ehrenvollen Beisetzung im väterlichen Grab kommt eine gewisse Ehrerbietung für den Selbstgetöteten zum Tragen; sie kann als wertschätzenden Kommentar zu Ahitofels Suizid gedeutet werden.

Verschiedene Bibelkommentare vergleichen seinen Tod mit dem von Judas Iskariot im Neuen Testament. Eine Rückübertragung vom negativen Bild der Judas-Gestalt im Matthäusevangelium und ihres Endes auf Ahitofel und seine Selbsttötung bleibt hypothetisch.

Simri (1Kön 16,18-20) → Simri, Knecht und Befehlshaber über das Heer des Königs Ela, zettelt eine Verschwörung gegen diesen an, erschlägt ihn und wird statt seiner König. Als die Israeliten daraufhin die Stadt → Tirza einschließen, zieht sich Simri in den königlichen Palast zurück, steckt ihn über sich in Brand und findet den Tod.

Der Vorgang wird als Strafe für die Sünden gedeutet, die Simri begangen hatte (1Kön 16,19). Damit wird sein gewaltsames Lebensende als frühzeitiger Tod, als verdienter Niedergang eines Verschwörers und Königsmörders negativ gewertet. Diese moralische Verurteilung seiner Lebensführung ist dem redaktionellen Rahmenwerk zuzuschreiben, das das Verhalten eines jeden Königs im Nachhinein bewertet.

Eleasar (1Makk 6,43-46) Eleasar beteiligt sich unter dem → Makkabäer → Judas am Kampf gegen das königliche Heer von Antiochus Eupator, dessen Übermacht durch 32 Kriegselefanten begründet ist. Auf dem Schlachtfeld entdeckt er bei einem Elefanten, der alle anderen überragt, königlichen Schmuck. In einer Fehlannahme vermutet er Eupator darauf. Eleasar schlägt sich eine Bresche durch die feindlichen Reihen bis zum Elefanten, stellt sich unter ihn und durchbohrt das Tier, worauf es über ihm zusammenbricht und ihn erdrückt.Eleasars Kriegstod wird nur von wenigen Exegeten als Selbsttötung gewertet. Dennoch verrät er insofern eine suizidale Neigung, als Eleasar bereit ist, sich im Krieg töten zu lassen. Die biblische Begründung, er opfere sich, „um sein Volk zu retten und sich ewigen Ruhm zu erwerben“ (1Makk 6,44), erscheint als spontane Erfüllung einer soldatischen Pflicht, die grundsätzlich einen Sterbewillen bekundet. Allerdings ist dieser nicht frei von persönlicher Ruhmsucht. Der selbstlose Aspekt wird also mit einem egoistischen verbunden. Aufgrund von Eleasars tragischem Irrtum verfehlt der angezielte Heldentod die intendierte nationale Ehrung. Jedoch finden sich im ersten Makkabäerbuch weder eine Geringschätzung noch eine Verurteilung von Eleasars Selbstopfer.

Ptolemäus Makron (2Makk 10,12-13) Als der unter Antiochus Eupator dienende, nicht-jüdische Statthalter Ptolemäus versucht, den andauernden Streit mit den Juden friedlich beizulegen, verraten ihn seine Vertrauten bei seinem Herrn. Weil er schon früher als Verräter galt und zu Eupators Vater übergelaufen war, sieht Ptolemäus seine ehrenvolle Stellung gefährdet und setzt seinem Leben durch Gift ein Ende.

Der Hof intrigiert gegen Eupators Günstling von fremder Herkunft und judenfreundlicher Gesinnung und treibt ihn in die Enge. Als letzten Ausweg erscheint Ptolemäus der Suizid, um sich dem kollektiven Urteilsspruch zu entziehen und seine Ehre zu bewahren. 2Makk 10,13 lässt dabei im Wortlaut die Sympathie der Redaktoren für die Person des Ptolemäus und eine einfühlsame Anerkennung seines psychologischen Dilemmas erkennen.

Rasi (2Makk 14,41-46) Als Mitglied des Ältestenrats von Jerusalem genießt Rasi hohes Ansehen und wird wegen seiner Güte „Vater der Juden“ genannt. Aufgrund einer Anzeige bei Nikanor, General des Königs Demetrius über Judäa, will dieser ihn verhaften lassen, um den Juden einen schweren Schlag zu versetzen. Umzingelt von allen Seiten sieht Rasi keinen Ausweg mehr und stürzt sich in das Schwert. Die Verletzung trifft jedoch nicht tödlich, so dass er auf die Mauer läuft und sich in die Menge hinabstürzt, wiederum ohne zu sterben. Schließlich stellt er sich auf einen Felsen, reißt sich die Eingeweide aus dem Leib und schleudert sie auf die Leute hinunter, verbunden mit dem Anruf Gottes, des „Herrn über Leben und Tod“, sie ihm wiederzugeben. So stirbt er.

Der Suizid Rasis ist die mit Abstand breitest ausgefaltete Schilderung einer Selbsttötung in der Bibel. Die überaus detaillierte und bildreiche Beschreibung ist an Dramatik kaum zu überbieten und schwer auszuhalten.

Im Motiv Rasis, lieber in Ehren zu sterben „als den Verruchten in die Hände zu fallen“, zeigt sich, wie er sich der Auslieferung und der unwürdigen Behandlung durch Feindeshand entziehen will. 2Makk 14,46 enthält dabei einen wichtigen Hinweis auf die psychologische Komplexität von Suizidhandlungen und den mehrdeutigen Charakter der Selbsttötung: der Tod braucht nicht ihr primäres und einziges Ziel zu sein. Rasis Verzweiflungstat wird in der Bibel nicht als Fluchtversuch getadelt, sondern mit erkennbarer Empathie und einer gewissen Hochachtung beschrieben.

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Kommentar von Honigdachs50
22.07.2016, 22:11

Das heutige Judentum lehnt Suizid streng ab. Er gilt der Tradition nach als Sünde, die vom künftigen Leben ausschließt. Obwohl die Hebräische Bibel und der Talmud kein ausdrückliches Verbot kennen, untersagt ein seit alter Zeit fortdauernder Konsens Suizid implizit durch das göttliche Gebot zur Bewahrung des Lebens. Abgeleitet wird die Verpflichtung zur Lebenserhaltung aus Dtn 4,14: „Nehmt euch um eures Lebens willen gut in acht!“ Im Allgemeinen wird Suizid deshalb im traditionellen Judentum als Frevel gegen Gott angesehen und ist deswegen verpönt. Als Quelle gilt auch das fünfte Gebot im → Dekalog „Du sollst nicht morden“ (Ex 20,13; Dtn 5,17) sowie Gen 9,5 („Wenn aber euer Blut vergossen wird, fordere ich Rechenschaft, und zwar für das Blut eines jeden von euch“). Ist der Vorsatz und die Zurechnungsfähigkeit erwiesen, sollen die üblichen Ehrungen versagt bleiben. Dies gilt vor allem vor und beim Begräbnis eines Suizidanten. Ausnahmen gibt es beim Glaubenszeugnis oder Martyrium. Hier kann Suizid unter Umständen als geboten erscheinen, wenn ein Jude zu den drei Todsünden Götzendienst, Unzucht und Mord gezwungen wird und sich dem nur durch Suizid entziehen kann. Im Talmud wird vom Suizid mancher Märtyrer berichtet. Die christliche Tradition ist dagegen prinzipiell der Auffassung, dass keine individuelle Mangelsituation den Suizid unmittelbar rechtfertigt. Eine Ausnahme besteht, wenn es sich um ein heroisches Selbstopfer im Hinblick auf die Rettung anderer handelt (z.B. Maximilian Kolbe). Zwar finden sich im Neuen Testament keine expliziten Aussagen zu Suizid, im Subtext überwiegt aber das Souveränitätsargument: Gott als Schöpfer des Menschen bleibt Herr über Leben und Tod; Selbsttötung erscheint daher als selbstherrliche Auflehnung des Geschöpfes gegen seinen Schöpfer. Die ethische Weisung Gottes, das Leben zu achten, rechtfertigt eine Negativsicht der Selbsttötung. Unter dieser Voraussetzung lässt das Ja Gottes zum Leben den Suizid ethisch-theologisch nicht zu.

Es gibt keinen biblischen Text, der das Phänomen des Suizids an sich grundsätzlich reflektiert und in bestimmten Situationen den Suizid als beste oder schlechtest mögliche Wahl vorschreibt. Es gibt lediglich Fallbeschreibungen von Ausnahmesituationen, in denen der Suizid gewählt wird. Es sind durchweg individuelle Entscheidungen. So nehmen Simson und Eleasar ihren Tod in Kauf, während sie eine Heldentat vollbringen. Abimelech und Saul sind schon tödlich getroffen und wollen ihren Tod nur beschleunigen. Bei Sauls Waffenträger, Ahitofel, Simri, Ptolemäus, Rasi und Judas kann man noch am ehesten von Suizid sprechen.

Dominierend ist bei der Bewertung in allen Fällen der stille und einfühlsame Respekt vor dem Suizid als einem letzten ehrenvollen Ausweg in alternativloser Konfrontation. Wo die Zumutbarkeit an sichtbare menschliche Grenzen stößt, erfordert die Achtung menschlicher Tragik die Aufhebung des moralischen Urteils. Insofern lehren die biblischen Darstellungen, dass Suizid ein menschlicher Grenzfall ist, der sich allen einseitigen Bewertungen widersetzt.

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Ich glaube,dass es wie bei den anderen Weltreligionen (Islam,Judentum). Das man in der Hölle landet, kann mich aber irren.

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suizidversuch=exkommunikation (th. v. aquin)

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In Gottes Reich kommen alle Menschen wieder zum Leben, die in dieser Welt unter deren "Gott" (Offb. 12,9; 17,1-6) zerbrachen (Offb. 20,5).

Jeder hat dann seine Chance (Offb.20,12-15).

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aus streng biblicher Sicht ist das eine Sünde und man geht in die Hölle, jedoch wird das heutzutage nicht mehr so streng genommen.

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ich frage mich wieso hier immer wieder nach der sichtweise der christen gefragt wird? oder nach der bibel?

wer an gott oder an die bibel glaubt der weis dies ohne grosse worte?

die andere die halbherzige vergleiche machen möchten verstehen es nicht?

also gehe zum pfarrer oder in eine bibelstunde und bringe es dort ein?

wenn du als nicht christ mehr wissen willst dann gehe in kreise die sich da auch auskennen mit anderen glauben und das christentum.

ich bin christ und alles was mein gaube aus macht mache ich sogut wie nicht mit menschen aus sondern mit meinem gott.

wenn ich krank bin dann möchte ich alles tun um wieder gesund zu werden?

und meist haben selbstmord gedanken was mit krankheit zu tun?

das sind problem die man heute lösen kann. wenn man sich helfen lassen möchte.

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Laut der Bibel kommst du in die Hölle. Weil du einfach dein Leben Beendest

Wobei ich glaube das alles nicht so einfach abzutuhen ist und so gesehen ist vieles falsch in religionen , trozdem ist selbstmord keine Lösung.

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Ist er Christ oder nicht  - damit wäre die Frage schon beantwortet.

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