(Christentum)Ist Masturbation eine Sünde Ich kann nicht darauf verzichten?

10 Antworten

So wie ich es aus deinem Text oder deiner Frage herauslesen kann, scheinst du dir Gedanken zu machen, ob du trotz Selbstbefriedigung noch ein guter Christ sein kannst bzw. ob du trotz Selbstbefriedigung immer noch für Gott lebst. 

Deine persönliche Antwort scheinst du besonders davon abhängig zu machen, was die Bibel zu dem Thema sagt und was die Meinung der Kirche ist. Viele versuchen gegen Masturbation mit der Bibel zu argumentieren; Allerdings wird in der Bibel an keiner Stelle von Masturbation berichtet und was dies für folgen hat. 

Die Kirche hat dies aber - so wie vieles andere auch - jedoch missinterpretiert und gegen Masturbation gehetzt.Ist ja auch nicht besonders unüblich, dass die Bibel falsch ausgelegt wird. Guckt man sich den Vatikan mal genauer an, wird man feststellen, dass auch da nicht alles wirklich christlich verläuft und auch diverse Priester und Pastoren nicht im Sinne Gottes handeln. Dementsprechend sollte der Meinung der Kirche nicht unbedingt blind gefolgt werden. Das hat natürlich jeder für sich selbst zu entscheiden.

Wie du also sehen kannst, hat Masturbation grundsätzlich erstmal gar nichts damit zu tun, ob du ein guter Christ bist oder nicht. Sollte doch jemand kirchliches dir das vorwerfen, kannst du ganz beruhigt sein, denn du weißt es besser.

Nun ist dein zweites Anliegen, ob du trotz Selbstbefriedigung immer noch für Gott lebst bzw. ob Gott dich trotz Selbstbefriedigung weiterhin liebt. 
Dazu werden verschiedene Personen natürlich verschiedene Meinungen haben und auch wenn ich mich selbst eher als Agnostiker betitel, möchte ich dir gerne meine Meinung und meine Herangehensweise präsentieren.

Grundsätzlich ist es natürlich erstmal schwer zu sagen, ob es überhaupt einen Gott gibt. Du selbst scheinst ja gläubig zu sein, weshalb ich daran erstmal festhalten werde und nicht weiter auf diese Frage eingehen werde. Wie man unschwer in der Bibel lesen kann, hat Gott uns Menschen erschaffen und hat uns noch dazu unsere Gaben gegeben. Demzufolge hat Gott uns auch die Möglichkeit gegeben, uns selbst anzufassen und unsere Lüste zu verwirklichen und zu leben. Wieso hätte Gott uns also diese Gabe bzw. Möglichkeit geben sollen, wenn er nicht gewollt hätte, dass wir uns selbst Glück schenken können? Du siehst also, dass Gott dich nicht für Selbstbefriedigung verurteilen oder dich gar hassen würde. Im Gegenteil; Mit dieser Gabe möchte Gott ja genau, dass du solche Dinge tun kannst. Genau wie Gott uns Hände fürs Handwerk gegeben hat und um überleben zu können. 
Nun weiß ich nicht, wie du zum Verhältnis Mensch-Tier stehst. Ich für meinen Teil sehe die Menschen nicht als ein höheres Wesen an. Ich zähle die Menschen genau so zu den Tieren, wie alle anderen Lebewesen auch. Genau wie andere Tiere haben auch wir Triebe. Dazu zählt nun mal auch der Sexualtrieb. Dieser möchte natürlich gestillt werden und da nicht immer ein bereitwilliger Partner da ist, muss zum eigenen Wohl auch mal selbst nachgeholfen werden. Wir Menschen sind dabei übrigens nicht die einzigen Lebewesen/Tiere, die Selbstbefriedigung praktizieren und auch diese Lebewesen hat Gott nach seinen Vorstellungen erschaffen. 

Und genau so, wie Gott uns die Möglichkeit gab uns selbst zu beglücken, hat Gott uns zugleich die Möglichkeit gegeben, Sex nicht nur im Sinne der Fortpflanzung zu praktizieren, sondern auch um seine Lüste und Triebe zu stillen, sowie einfach Spaß zu haben. Diese Eigenschaft teilen wir übrigens unter anderem mit Delphinen. 

Ich persönlich halte nicht so viel von Kirche, der Bibel und Religion an sich. Dies könnte ich noch weiter erläutern, was aber eher weniger zu deiner Frage passen würde. Was ich dir noch mit auf den Weg geben möchte, ist die Philosophie. Dieser sollte man sich bei Moral- und Gewissensfragen wahrscheinlich eher zuwenden. Denn im Endeffekt legt die Bibel oder die Kirche nicht fest, wie du dich zu verhalten hast. Das tust immer noch du selbst. Immanuel Kant zum Beispiel beschreibt mit seinem kategorischen Imperativ die Selbstgesetzgebung. Damit sind keine staatlich festgelegten Gesetze gemeint, sondern deine persönlichen moralischen Prinzipien. Du selbst musst deine Handlungen akzeptieren und nachvollziehen können. Viele sprechen ja immer von der Vernunft, die uns Menschen gegeben ist, womit wir unsere Handlungen reflektieren können. Ich denke, Kant bezeichnet uns Menschen zurecht eher als vernunftfähig (animal rationabile). 

Um diesen doch recht lang gewordenen Text einmal zusammenzufassen, lässt sich wohl sagen, dass du nicht einfach blind der Meinung der Kirche oder der Bibel Folge zu leisten hast. Gott gab dir die Fähigkeit zur Selbstbefriedigung, also nutze diese ruhig. Dabei solltest du aber nicht gegen deine dir persönlich gegebenen moralischen Gesetze verstoßen. Siehst du für dich Selbstbefriedigung unabhängig von der Kirche oder der Bibel als etwas schlechtes bzw. als Sünde an, dann ist das eben so. Dann folgst du wenigstens deinen moralischen Gesetzen, die du dir selbst auferlegt hast, solltest du Selbstbefriedigung nicht länger praktizieren. Und auf der anderen Seite kannst du ganz beruhigt mit der Selbstbefriedigung fortfahren, wenn Selbstbefriedigung nicht im Widerspruch zu deinen dir selbst auferlegten moralischen Gesetzen steht. 

Bei weiteren Fragen und Anmerkungen stehe ich gerne zur Verfügung. Sollte jemand Diskussionsbedarf haben, kann auch dies gerne erfüllt werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Kevidiffel

An sich ein aufrichtiger ehrlicher Rat.

Einen kleinen Hinweis erlaube ich mir und bitte Dich um Verständnis:

Gott hat uns mit der Sexualität erschaffen. Sie ist also keine Sünde. Deswegen hat er Adam u. Eva miteinander vermählt:

"Darauf segnete Gott sie, indem [er] sprach: „Seid fruchtbar, und werdet viele ...“" (1. Mose 1:22)

Gott wünschte lediglich, dass Sex in der von ihm vorgesehenen Einrichtung der Ehe stattfindet. Jeder Sex ausserhalb der Ehe wird als Hurerei (griechisch: pornéian) bezeichnet:

"Ertötet daher die Glieder eures Leibes, die auf der Erde sind, in bezug auf Hurerei, Unreinheit, sexuelle Gelüste, schädliche Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist." Kol. 3:5)

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@OhNobody

Nun, ich muss zugeben, dass ich die Bibel wahrscheinlich weniger gut kenne, als du es tust.

Dennoch möchte ich einmal als Einwand einbringen, dass dein erstes angebrachtes Zitat (1. Mose 1:22) zwar zeigt, dass Gott die Sexualität als Mittel der Fortpflanzung ansieht, dies aber nicht darauf festlegt. 

Ich habe es mir einmal erlaubt meine Bibel zur Hand zu nehmen, um auch dein zweites angebrachtes Zitat darin zu finden. In Kol. 3:5 ist von "Unzucht, Ausschweifung, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht" die Rede. Was mich jetzt nur wundert ist der Anfang dieses Verses:"Darum tötet alles, was an euch noch irdisch ist". Also ist das, was Gott für uns in seinem Sinne erschaffen hat etwas schlechtes, was sich aber erst durch Jesus Tod so ergeben hat (vgl. Kol. 3:1-4)? Denn es war schließlich Gott, der uns unsere Heimat gegeben hat und uns Menschen nach seinen Ebenbild erschaffen hat. 

Ich halte es grundsätzlich für fragwürdig einem Buch zu folgen, das von der Kirche so verändert wurde, dass es ihren Vorstellungen entspricht. Desweiteren ist diese Schrift nun mehr als 2000 Jahre alt und wurde damals von ein paar verlumpten Männern niedergeschrieben, die natürlich zu ihrer Zeit andere Vorstellungen von der Wirklichkeit hatten. 

Die Bibel ist dementsprechend ein Buch, das nicht bloß stark veraltet ist, sondern auch von bestimmten Männern niedergeschrieben wurde und dann später von der Kirche bearbeitet wurde. 

Die Bibel sollte genau so wenig wie auch die Kirche die Richtlinie unseres christlichen Handelns sein. Das Christentum ist weitaus mehr als nur ein altes, verstaubtes, längst überholtes Buch. 

Und nun zu einem letzten Problem, das ich habe: Gott hat uns ja nach seinem Ebenbild erschaffen, so dass wir ihm ähnlich sein können. Kombiniert man diesen Fakt nun einmal mit dem Theodizeeproblem und dessen Lösungsvorschläge, handelt es sich bei Gott möglicherweise auch nur um ein Tier, dass genau wie wir Menschen seinen Lüsten und Trieben unterlegen ist. Eine sowohl erschreckende als auch logische Vorstellung.

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@Kevidiffel

Vielen Dank für Deine Antwort.

Wieder stimme ich Dir in einigen Aussagen zu.

Es macht nicht immer Sinn, christlichen Kirchenführern zu folgen. Sie haben ihre Lehren regelmäßig dem Glauben und der Meinung angepasst, die von ihren Mitgliedern und von der Gesellschaft allgemein unterstützt werden.

Man sollte sich bei Entscheidungen von Gottes Wort leiten, nicht von der landläufigen Meinung. Auch wenn Gottes Wort schon 2000 Jahre alt ist, so bleibt es doch göttlichen Ursprungs. Die bbl. Moralvorstellungen sind noch heute weltweit von allen Volksschichten anwendbar.

Und die Schreiber waren durch aus nicht ungebildete "verlumpte Männer". Da waren welche bei, die haben die besten Schulen der damaligen Zeit besucht — vergleichbar mit Harvard heute.

Lukas war Arzt. 

Saulus (später Paulus) hatte bei einem der berühmtesten Gelehrten seiner Zeit jüdisches Recht studiert. Der Hohe Priester hatte ihn mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet. Auch machte er „größere Fortschritte im Judentum“ als viele seiner Zeitgenossen (Apg. 9:1, 2; 22:3; 26:10; Gal. 1:13, 14).

Selbst Moses war sehr gebildet:

"Infolgedessen wurde Moses in aller Weisheit der Ägypter unterwiesen. In der Tat, er war machtvoll in seinen Worten und Taten." Apg. 7:22)

"Und Sạlomos Weisheit war größer als die Weisheit aller Orientalen und als alle Weisheit Ägyptens." (1. Könige 4:30)

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Nun nochmal zu den Bibelzitaten:

Du hast völlig recht, wenn Du sagst, Gott beschränkte die Sexualität nicht auf die reine Fortpflanzung. Es gibt kein Verhütungsverbot. Im Gegenteil — Gott wünscht, dass Ehepaare sich durch Sex gegenseitig Freude bereiten — auch ohne Kinderwunsch:

"Entzieht es einander nicht ..." (1. Kor. 7:5).

Dass Kirchenführer das Zölibat oder ein Verhütungsverbot eingeführt haben, ist unbiblisch. Umgekehrt werden in Kirchen homosexuelle Ehen geschlossen, was jedoch nicht Gottes Zustimmung hat (1. Kor. 6:9-11).

Das stößt auf allgemeinen Wiederstand. Aber sollten Kirchenlehrer deshalb göttliche Maßstäbe den sinkenden Moralvorstellungen der Welt anpassen?

Wie soll man also den Text aus Kol. 3:5, 6 im Zusammenhang verstehen?

"Ertötet daher die Glieder eures Leibes, die auf der Erde sind, in bezug auf Hurerei, Unreinheit, sexuelle Gelüste, schädliche Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist. 6 Dieser Dinge wegen kommt der Zorn Gottes".

Das ist kein Sexverbot. Es ist ein Hurereiverbot. Ein Verbot, unreine Handlungen zu begehen und "sexuelle Gelüste" ausserhalb der Ehe nachzugehen. Was heisst also "ertötet die Glieder eures Leibes"? Es heisst, gib Deinem Geschlechtstrieb nicht ausserhalb der Ehe Raum — übe Dich in Selbstbeherrschung.

Wenn jemand seinen Appetit auf Speisen sozusagen ertöten sollte, würde er sich dann Zeitschriften ansehen, in denen köstliche Speisen abgebildet sind, oder würde er sich bei Personen aufhalten, die ständig über das Essen sprechen? Wohl kaum! 

Dasselbe trifft auf jemand zu, der Probleme mit der sexuellen Selbstbeherrschung hat. Er muss Pornographie meiden, denn sie kann unreine und widernatürliche Begierden wecken. Er muss auch im Umgang mit allen Personen vom anderen Geschlecht auf seine Gedanken und Handlungen achten.

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Die Bibel ist inhaltlich im Wesentliche die gleiche wie vor 2000 Jahren. Das beweisen die Funde der Schriftrollen vom Toten Meer (Qumram).

Aber Du hast recht, wenn Du sagst, ihre Lehren wurden von den Kirchen dem Zeitgeist angepasst.

Und das darf man mit den Lehren der Bibel nicht machen.

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P. S.: Gott ist kein instinktgesteuertes Tier mit sexuellen Gelüsten. Er ist die mächtigste Geistperson im Universum.

Und wenn Gott sagt: "Laßt uns Menschen machen in unserem Bilde, gemäß unserem Gleichnis" (1. Mose 1:26), dann hat er uns so erschaffen, dass wir seine Eigenschaften wie Liebe und Weisheit nachahmen können.

Dass wir nicht wie Gott aussehen können, ist klar: wir sind aus Fleisch und er ist ein Geist.

Wenn andere von Deinem Sohn sagen: "ganz der Papa", dann ist damit nicht unbedingt das völlig gleiche Aussehen gemeint, sondern eher die Ähnlichkeit im Wesen.

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@OhNobody

Erstmal danke für deine lange und ausführliche Antwort.

Dass die Schreiber einen so hohen Stand hatten, war mir nicht bewusst. Dennoch halte ich es für abwegig das Wissen von damals mit dem von Heute ("Harvard") zu vergleichen. Dass die Bibel gerne Dinge überspitzt darstellt wie z.B. das Wissen, das du als Zitat anbringst, sollte wohl auch bekannt sein. Generell meint die Bibel vieles ja gar nicht wörtlich, sondern vielmehr als Metapher oder Vergleich. 

"Auch wenn Gottes Wort schon 2000 Jahre alt ist, so bleibt es doch göttlichen Ursprungs." Nun bleibt nur noch die Frage, ob es sich dabei wirklich um Gottes Wort handelt, oder um Märchen und Geschichten, die von verschiedenen Personen aufgeschrieben wurden. Ein Mann, dem folge, sagte einmal:"Magst du Fantasie? Dann lies die Bibel." Unrecht hat der Mann nicht. Auch damals gab es Geschichtenschreiber, die eventuell damit die Welt ins Chaos gestürzt haben. Es ist ja keine Frage, dass Religionen und dabei auch besonders das Christentum in den vergangenen Jahrhunderten nicht sonderlich friedlich miteinander umgegangen sind.  

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"Umgekehrt werden in Kirchen homosexuelle Ehen geschlossen, was jedoch nicht Gottes Zustimmung hat (1. Kor. 6:9-11)"
Auch bei solchen Stellen in der Bibel muss ich immer schmunzeln. Denn wieder stelle ich mir die Frage, wenn Gott uns so erschaffen hat, dass wir gleichgeschlechtlich lieben können, warum sollte er dann eine gleichgeschlechtliche Ehe verbieten oder als sündhaft ansehen? Damit verurteilt er ja seine eigene Arbeit. Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass Gott uns die Freiheit gelassen hat, so fühlen zu können. Dann frage ich mich aber auch, mit welchem Recht er diese Form der Ehe dann als Sünde sieht. Welches Recht nimmt sich Gott heraus, so urteilen zu dürfen?

"Das stößt auf allgemeinen [Widerstand]. Aber sollten Kirchenlehrer deshalb göttliche Maßstäbe den sinkenden Moralvorstellungen der Welt anpassen?"
Man könnte die betreffenden Verse in der Bibel natürlich auch einfach streichen, wäre ja nicht das erste Mal, dass sowas gemacht wird. 
Nun bringst du aber noch ein persönliches Urteil in deinen Worten mit:"[sinkende] Moralvorstellungen". Ich würde es eher steigende Moralvorstellungen oder vernünftige Moralvorstellungen nennen. Denn wenn Gott uns geschaffen hat, dann auch mit der Vernunft und mit dieser sind wir in der Lage unsere eigenen Moralvorstellungen zu entwickeln. Und es sollte doch wohl eigentlich in Gottes Vorstellung sein, wenn wir Menschen uns gegenseitig weniger verachten, weil jemand anders ist, oder? Andernfalls würde es bedeuten, dass Verachtung in Gottes Sinne existiert und verübt werden soll, was aber nur schwer mit anderen Bibelstellen vereinbar wäre:"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Diese Worte lassen sich ja an vielerlei Stellen finden. 

Wenn es um Selbstbeherrschung geht, bleibe ich lieber bei den Worten Aristoteles'. Denn unseren Geschlechtstrieb/Sexualtrieb in gewissen Weisen auszuleben, steht nun mal im Sinne der Natur. Genau wie andere Lebewesen sind wir auch nur Tiere und tragen eben in uns ähnliche Triebe. Tatsächlich wird in der Bibel nicht von Hurerei, sondern von Unzucht gesprochen - zumindest in meiner Ausgabe. Guckt man sich einmal die Bedeutung der beiden Wörter an (beispielsweise auf Wikipedia), handelt es sich dabei zwar in der Bibel um den selben Inhalt, allerdings ist in dem Wort Unzucht selbst nicht zwingend der uneheliche Geschlechtsakt mit eingeschlossen. Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass diese Wortbedeutung aus dem Netz stammt und nicht den damaligen Worten entspricht. Aber auch die Bibel wird älter und nicht wir sollten uns ihr anpassen, sondern die Bibel sollte sich dem Jahrhundert und unserer Gesellschaft anpassen. Denn die Worte der Bibel sind und bleiben reine Interpretation. 

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Im Laufe der letzten Jahrhunderte wurden vermehrt Stellen aus der Bibel gestrichen. Darunter ganze Evangelien. Unter anderem, weil Jesus dort in einem anderen Licht gezeigt wird, dem man unter Umständen mit diesem Wissen nicht folgen möchte.

Die Kirche sollte diese Worte nicht ändern, man selbst sollte aber die Bibel nach heutiger Gesellschaft anders interpretieren dürfen.

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Interessant, dass du Gott als "Geist" betitelst. Das wusste ich noch gar nicht. Kennst du dich mit dem Theodizee-Problem aus? Daraus ergibt sich, dass es sich bei Gott sehr wohl um ein Instinktgesteuertes Tier handeln könnte, das "im Universum" (wenn es nicht mehrere gibt) lebt. Vielleicht trennen wir lieber das Wort Universum und Religion. Das eine hat mit dem anderen eher wenig zu tun. Das Universum gehört zum Gegenstandsbereich der Wissenschaft (Physik), Gott hingegen zur Theologie. Und Wissenschaft und Theologie haben sich ja noch nie wirklich gut verstanden (*hust* Evolution *hust*).

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In der Bibel kommt sexuelle Selbstbefriedigung nur einmal vor - in der Geschichte von Onan (-> "onanieren"). Dort wird Onan aber nicht wegen der Selbstbefriedigung verurteilt, sondern weil er ungehorsam war. (1. Mose 38). Ansonsten wird dieses Thema nicht erwähnt - also ist es kein Thema und damit ist es auch unwichtig, ob man es tut oder nicht. Kirchliche Lehrmeinungen mögen das anders sehen, aber das ist dann deren Problem.

https://www.bibleserver.com/text/GNB/1.Mose38

Wenn du für Gott leben und ein guter Christ sein willst, dann folge Jesus nach, indem du versuchst, Gott und deine Mitmenschen zu lieben wie dich selbst (d.h. auch, dass du dich selbst lieben / annehmen sollst, so wie du bist) (Mt. 22,37-40):

https://www.bibleserver.com/text/GNB/Matthäus22

Wenn dich etwas bewegt, wenn du etwas auf dem Herzen hast (z.B. sexuelle Selbstbefriedigung), dann wende dich im persönlichen Gebet an Jesus, nimm ihn beim Wort und vertraue auf ihn (Mt. 11,28-30):

https://www.bibleserver.com/text/GNB/Matthäus11

 

Aicas:

Du hast Recht mit "Onan". Der "verschwendete seinen Samen" während des Geschlechtsaktes mit seiner Schwägerin "zur Erde", weil er die damals gesetzlich geregelte Schwagerehe nicht vollziehen wollte (1. Mose 38:8, 9). Er missachtete absichtlich ein Gebot Gottes.

Daher wurde der Begriff "onanieren" geprägt. Der hat mit Selbstbefriedigung aber nichts zu tun.

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Das ist eine Fehlinterpretation, denn Onan hat nicht masturbiert, sondern den Beischlaf unterbrochen (also Coitus interruptus betrieben). Das hat mit Selbstbefriedigung nichts zu tun. Die Ableitung zum "Onanieren" ist also falsch.

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Wie das Christentum in Bezug auf Selbstbefriedigung steht, kann ich dir nicht sagen. Ich kann dir aber sagen, egal wie es dazu steht, es wird immer welche geben, die es für erlaubt erklären (in diesem Forum). Die sieht man öfters wenn man ähnliche Fragen mit islamischen Hintergrund durchliest (ich selber bin Muslim). Im Islam ist es jedenfalls verboten, und es wird versucht (fast) jedem Pubertierenden Kind beizubringen, sich davon ggf zu lösen.

Um deine Selbstbefriedigung zu reduzieren, solltest du keinen unnötigen Kontakt(zB fragen wie ,,Wie geht's dir") mit dem anderen Geschlecht haben, sowie keinen Körperkontakt (zB High Five, oä) um Anreize auszuschließen bzw zu minimieren.

Versuche dein Internet auszuschalten bevor du schlafen gehst, bzw es nicht benötigst. Wenn dir langweilig ist, beschäftige dich nicht mit deinem Handy, sondern gehe raus, mache 15 Liegestütze oä. Lösche ggf alle Videos und Bilder in assoziation mit Selbstbefriedigung. Halte dich selten alleine auf, und fülle deine tägliche Zeit, zB mit Fussball spielen, Krafttraining (mit dem Körpergewicht), lesen, usw. 

Ess nicht zu viel, und nicht zu wenig. 
Wenn du wieder Lust drauf hast, schütte kaltes Wasser auf dein ,,Gerät", springe 10-20 Mal in die Luft, oder bete zu Gott.

Du solltest dich über die Gebote und Verbote deiner Religion informieren, aber auch allgemein über den Sinn des Lebens. Frage dich warum bist du Christ, warum Evangelisch oder Katholisch, Warum dies und das. Versuche alles kritisch zu hinterfragen, damit sich deine Meinung festigt, bzw du das richtige kennenlernst. 
Bevor du schlafen gehst, denke darüber nach was du heute (in Bezug auf deiner Religion) erreicht hast. Und was du morgen erreichen möchtest. Lobe dich, aber entmutige dich nicht und setze dir klare Ziele.

Das ist ein sehr fairer, ausgeglichener und religionsneutraler Rat. Vielen Dank ...

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Ich möchte immer bei Gott bleiben und auch an Jesus Christus glauben, das er unser Retter ist. Nur bringt es mich sehr zu wanken. Ich habe Gott gebittet, ob nun SB Sünde ist oder nicht und ich habe dann immer Internetseiten und ähnliches getroffen wo SB als Sünde angesehen wird.

Auch habe ich gelesen, das Gott nur Sex zur Fortpflanzung will, was ich auch nicht verstehe.

Wenn ich verheiratet bin und Sexuelle Lust habe muss ich jedesmal ein Kind zeugen??

Sagt das nicht aus, das Gott mir eine Antwort gegeben hat. Und in der Bibel steht ja auch das Sexuelle Gelüste etc. Sünde sind. Und wenn ich nun längere Zeit nicht SB mache, habe ich ja fast immer sexuelle Gedanken, vor allem wenn ich Mädchen ansehe. Da werde ich doch für Gott unbrauchbar, oder nicht?

Ich habe auch noch folgende andere Fragen:

Ich würde gerne wissen wollen (von Dir und/oder der Bibel):

  1. Wann beginnt Sex?

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  4. Wenn du weißt, du wirst in Versuchung kommen, mit ein Mädchen zu schlafen, weil du zur Party gehst (angenommen, du hast versprochen, dass du zur Party kommst), würdest du dann nicht SB machen, damit du auf der Party nicht so heiß bist weil du schon 'ne zeitlang enthaltsam warst?

  5. Ist Selbstbefriedigung auch noch ein Problem nach oder bzw in der ehe? Wenn ja wieso?

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  7. Ich weis nicht in wie weit du informiert bist im Thema Körperorgane, aber....wenn man ne zeitlang keine SB macht bzw praktiziert, dann passiert (bei jungen Menschen) sowas, das diese "Erektion" von selbst während dem Schlafen passiert, ohne das man was dazu beigetragen hat:)...wie siehst du das dann, ist dass auch Sünde wenn das "von selbst passiert"?

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Ich habe jetzt nun viele Fragen und vielleicht kann mir ein gläubiger Christ weiterhelfen! 

Bitte um ehrliche Antworten.

P.S: AN ALLE MÄNNER! LASST EUCH WEGEN MEINER FRAGE NICHT EINSCHÜCHTERN ODER VOM GLAUBEN ABHALTEN. JESUS IST DER EINZIG RICHTIGE WEG. :)

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