Christen Dürfen Satanistische Musik hören?

14 Antworten

Du kannst ihm ja mal vorschlagen, dass er auch christlichen Metal hören kann. Auf diese Weise hört er gute Musik mit für Christen sinnvollen und erbaulichen Texten.

Ein paar Beispiele von solchen Bands, die ich ganz gerne höre: War of Ages, Seventh Avenue, Narnia, Golden Ressurection, Within Silence, Skillet, Bloodgood, Stryper, Deliverance, Affector, For Today, Barren Cross, Gloriam Die, Theocracy, Harmony, Rob Rock, Sacred Warrior, Saving Grace, The Letter Black, Worldview u. v.a.

Auch das ist mit größter Vorsicht zu genießen. Da kann Zauberei mit drin sein.

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Diese Frage zeigt deutlich die weit verbreitete christliche Ignoranz, was "Satanismus" eigentlich ist. Dein Kollege jedoch scheint eher zu wissen, worum es sich handelt. Vielleicht solltest Du ihn mal fragen, was Satanismus eigentlich ist.

Satanismus hat mit dem christlichen Satan überhaupt nichts zu tun. Der Name ist eine reine Provokation, mehr nicht. Der christliche Satan ist die Verkörperung des Bösen, eine Art "Gegenspieler" zu Gott, sein Widersacher. Das wiederum hat mit dem Satan des Alten Testaments nichts zu tun, sondern einer eher fehlgeleiteten Interpretation. Für die Juden war die Schlange nicht der Teufel, sondern eine Schlange - mehr nicht. Satan taucht in Hiob auf, wo er sich mit Gott auf gleicher Augenhöhe unterhält - eher wie ein Berater. Gott hört auf ihn, als er einen Test vorschlägt, und bekommt - in Grenzen - freie Hand von Gott. Im AT ermordet Satan 12 Menschen, mit Gottes ausdrücklicher Billigung, während der Gott des AT Millionen umbringt.

Im Satanismus ist Satan eine Art Naturkraft, unpersönlich, weder gut noch böse. Die meisten Satanisten sind Atheisten: Sie glauben weder an Gott noch an seinen Widersacher, den Teufel, den christlichen Satan. Manche sehen in Satan auch eher das menschliche kreative Potenzial - in dem man seine Kreativität entfaltet, macht man sich Satan dienstbar (in beiderseitiger Weise). Deswegen ist für viele Künstler der Satanismus sehr attraktiv. Kunst sucht Aufmerksamkeit, einer der Wege, diese zu bekommen, ist die Provokation.

Satanismus hat nichts mit schwarzen Messen zu tun, mit Tieropfern oder gar Menschenopfern. Diese verzerrte Sichtweise ist so etwas wie christliche Gegenpropaganda, denn im Satanismus, seinen elf Geboten, werden Tieropfer ausdrücklich verboten. Menschen und Tieren darf nicht wissentlich geschadet werden, nur Notwehr ist erlaubt. Man hält nicht die andere Wange hin, wenn man geschlagen wird, man schlägt zurück - aber man fängt niemals einen Streit an.

Heavy Metal Bands wurde recht früh vorgeworfen, "dem Bösen" zu dienen, satanisch zu sein. In den USA gab es eine Reihe von Prozessen, etwa gegen Led Zeppelin, weil angeblich, wenn man deren Song "Stairway to Heaven" rückwärts (!) hört, sich darin satanische Propaganda befindet. Das ist ausgemachter Unsinn, aber warum sollte man von christlichen Fundamentalisten auch vernünftiges erwarten.

Dies haben Heavy Metal Bands, immer auf der Suche nach Provokationen, ironisch aufgegriffen und ein neues, angeblich "satanisches" Symbol erfunden: das umgedrehte Kreuz, eine Parodie auf das christliche Symbol. Den humorlosen Christen ist das entgangen, seitdem glauben viele, dass das umgedrehte Kreuz irgendetwas mit Satanismus zu tun habe. Wenn es ein Symbol für den Satanismus gibt, ist es jedoch das Pentagramm, ein altes heidnisches Symbol.

Man kann auf die Provokation hereinfallen, oder es als das sehen, was es ist. Kann man letzteres, kann man auch als Christ Heavy Metal hören, oder Death Metal, oder irgendeine andere Richtung. Betrachtet man es nur durch seine Vorurteile, dann wird man eher einen Bogen um diese Musik machen. So einfach ist das.

Es handelt sich um christlichen Aberglauben der eher primitiven Sorte, wenn Bands von Satanisten oder Bands, die den Satanismus ironisch als "antichristlich" zelebrieren, mit dem christlichen Satan identifiziert werden und mit primitiver Magie wie Flüche. Wenn man weiß, worum es sich wirklich dreht, wird man das eher als belustigend empfinden. Es waren christliche Fundamentalisten, die eine Art Krieg gegen den Heavy Metal inszeniert haben, und nun bekommen sie ihr Fett ab, verdientermaßen. Sie merken ja nicht einmal, dass man sich über sie lustig macht.

Woher ich das weiß: Hobby

Kommt drauf an wen du fragst. Ich habe hier schon Religiöse erlebt, die sagten das es klipp und klare religiöse Vorschriften gäbe, an die man sich zu halten habe und die in sowas durchaus ein religiöses Verbot sehen.

Dann gibt es Christen die sagen, alles was von Gott stammt sei gut, und da Ghost ebenfalls von Gotte stamme also ebenfalls gut. Dann gibt es welche die in Ghost den Satan sehen und wieder welche, die irgendwelche Bedingungen aufstellen. Im Grunde bekommst du pro Person mindestens eine andere Meinung.

Ich hab deiner Frage mal ein paar entsprechende Tags zugefügt, damit auch die Religionsexperten und Christen auf sie aufmerksam werden.

Was die deutsche Rechtsprechung dazu sagt, sollte wohl jedem klar sein.

Grüße

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