Chinaridenversuch

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5 Antworten

Naja, nun hast Du ja schon eine Menge (kontroverse) Informationen zum Thema Homöopathie bekommen. Falls Du ein Referat halten sollst, hast Du schon mal das Thema Chinarindenversuch als Aufhänger - damit kannst Du richtig Punkte sammeln....auch wenn dies nicht unbedingt viel mit Deiner eigentlichen Frage zu tun hat.

Hier - einmal ganz oberflächlich geschildert - die Antwort auf Deine Frage und die Entdeckungen, die tatsächlich zu dieser Heilmethode geführt haben:

Ähnliches mit Ähnlichem heilen bedeutet, dass die Symptome, die ein Stoff beim Gesunden hervorruft, bei einem Kranken eben genau durch diesen Stoff geheilt werden können - ein Naturgesetz, das bereits Hippokrates kannte. Hahnemann machte sich dieses Prinzip zunutze, allerdings störten ihn - und natürlich auch seine Patienten die z.T. heftigen Reaktionen auf die Ausgangsstoffe...klar, wenn man z.B. die Gonorrhoe mit reinem Quecksilber behandelt stirbt der Patient vermutlich an einer Quecksilber-Vergiftung, bevor er eine Heilung durch das ähnliche Symptome hervorrufende Mittel erfahren könnte. Also hat er verschiedene Versuche mit verschiedenen Arten von Verdünnung und Verschüttelung der Mittel gemacht und festgestellt, dass er seinen Patienten damit bei vielen, damals nicht heilbaren Krankheiten helfen konnte. Die Chinarinde hatte ihn im Prinzip auf die Grundidee gebracht - auch wenn ironischerweise vielleicht gerade dieser von Hahemanns Versuchen ein Irrtum gewesen sein sollte, so hat er ihn angeregt, in die richtige Richtung zu forschen.

Bis heute gibt es zahlreiche Berichte von Heilungen vieler Krankheiten nach fachkundiger Gabe von homöopathischen Mitteln, allerdings keinen wissenschaftlichen Beweis für ihre Wirksamkeit im Vergleich zu Placebos. Das größte Problem für die Kritiker ist außerdem das nicht mehr nachweisbare Vorhandensein des Ausgangsstoffes nach einer gängigen 'Verdünnung' (C30), die gleichbedeutend mit einem Tropfen Wirkstoff innerhalb der Weltmeere ist. Trotzdem erfreut sich diese Heilmethode nach wie vor großer Beliebtheit - sogar unter intelligenten Menschen (wenn man z.B. Mitglieder des englischen Königshauses als intelligent bezeichnen darf...)

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ahnemann, der die Chinarinde kannte, stieß bei der Übersetzung von Cullens Materia Medica aus dem Englischen auf eine Ungereimtheit, die ihn dazu bewog, die China lieber noch einmal selbst zu prüfen, denn einfach abschreiben mochte er nicht. Dabei fiel ihm die Ähnlichkeit der Arzneimittel - Prüfungssymptome mit den typischen Symptomen der Malaria auf; er wußte aber aus seiner Berufspraxis, daß bestimmte Fieber, und zwar Malaria-Fieber, mit Chinarinde geheilt werden konnten, also kam ihm der Gedanke, daß die spezifische Heilung der Malaria-Fieber durch die China durch Ähnlichkeit der Symptome erklärt werden könnte.

Lassen wir ihn selbst sprechen: "Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage 2x täglich 4 Quentchen(1Qu.=3,64 g.)1 gute China ein; die Füsse, die Fingerspitzen usw. wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Ängstlichkeit, ein Zittern(aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann Klopfen im Kopfe, Röte der Wangen, Durst, kurz alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen (=bekannten) 2 Symptome erschienen alle nacheinander, doch ohne eigentliche Fieberschauder. Mit Kurzem: auch die mir bei Wechselfiebern gewöhnlichen, besonders charakteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche im Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint - alle erschienen. Dieser Paroxysm dauerte 2-3 Stunden jedesmahl und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf und ward gesund."

Sein Erlebnis stieß ihn auf ein Heilprinzip, das nicht neu war. So kannte es etwa schon Hippokrates, aber auch der sehr viel jüngere Arzt des 16.Jh., Paracelsus (1493-1541). Darin liegt bereits die einfache Wahrheit der Homöopathie( =ähnlich Heilen ), das Schwierigere lag und liegt in den Feinheiten der Ähnlichkeit. Damit war soeben auch die Homöopathie als Wissenschaft geboren, denn mit solcher an Besessenheit grenzenden Gründlichkeit haben seine berühmten Vorgänger das Heilgesetz der Ähnlichkeit sicher nicht studiert und praktiziert. Hahnemanns Selbstversuch war somit zur ersten homöopathischen Arzneimittelprüfung geworden, von denen noch viele folgen sollten. Wie bei Hahnemanns Chinarindenversuch sind alle homöopathischen Arzneien an gesunden Menschen geprüft worden.

Wenn gesunde Menschen ein Arzneimittel bekommen, produzieren sie Symptome, z.B. rechtsseitige Kopfschmerzen, brennendes Magenweh, Reizbarkeit, Durchfälle nach kalter Milch usw. Diese Symptome werden gesammelt und ausgewertet. So entstehen Arzneimittelbilder. Hahnemann hat bis zu seinem Tod 200 Arzneien geprüft, d.h. er hat seiner Nachwelt nicht nur eine theoretisch fundierte Heilmethode hinterlassen, sondern auch eine reichlich brauchbare. Wenn ein Arzneimittel imstande ist, Die und Die Symptome zu produzieren, ist es auch imstande, Die und Die Symptome zu heilen, aber die Ähnlichkeit bezieht sich auf das gesamte Krankheitsbild eines Patienten.

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Kommentar von Minascha
09.10.2011, 11:00

Das habe ich mich schon durchgelesen , aber was meinte genau ähnliches werde durch ähnliches geheilt . Beim Versuch hat sich herausgestellt das Die Chinaride Menschen nicht heilt schon schwächer macht ??????

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Vielleicht hilft Dir auch folgender Text der (homöopathiennahen) Carstens-Stiftung zum Chinarinden-Versuch Hahnemanns weiter:

http://www.carstens-stiftung.de/wissen/hom/pdf/geschchinarindelochbrunnerjahrbuchjb9.pdf

Die kamen zu folgenden Ergebnissen:

Der Chinarindenversuch spielt innerhalb der Homöopathie eine untergeordnete Bedeutung, was ihre Rechtfertigung betrifft. Der Chinarindenversuch ist keine Arzneimittelprüfung im homöopathischen Sinne. Hahnemann hat 27 Jahre nach dem Versuch China nochmals geprüft, dabei scheint er seine eigenen Symptome aus 1790 nicht mitaufgenommen zu haben. Der Vorlesungsversuch von Prof. Habermann hat neben wissenschaftlichem/didaktischem Interesse polemischen Charakter Der Streit um den Chinarindenversuch regt zur Reflektion über Wissenschaft und den Umgang mit Daten und Theorien an.

Man könnte daraus glatt entnehmen dass selbst die Homöopathiefans der Carstens-Stiftung inzwischen eingesehen haben, dass Hahnemanns Chinarindenexperiment wohl kaum als Nachweis für die Richtigkeit des homöopathischen Ähnlichkeitsprinzip taugt und sie daher nun fleißig zurückrudern um die Bedeutung dieses fehlgeschlagenen Versuchs klein zu reden.

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Ich möchte dir das Prinzip "ähnlich mit ähnlichem heilen" durch ein leichteres Beispiel erklären.

Wenn Du eine Zwiebel nimmst und schneidest, produziert das Tränen und Röte der Augen.

Zwiebel als homöopathisches Mittel hat ein bestimmtes s.g. Arzneimittelbild unter welchem tränende und rote Augen auch vorkommen.

Wenn Du z.B. eine Grippe hast und als wichtigste Symptom tränende und rote Augen hast, dann kann z.B. Zwiebel oder homöopathisch genannt Alium Cepa eingesetzt werden..

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Kommentar von Thomas3005
11.10.2011, 23:58

Wenn Du eine Zwiebel nimmst und schneidest, produziert das Tränen und Röte der Augen.

Nur nimmt man in einer homöopathischen Arzneimittelprüfung keine Zwiebel und stellt dann fest das diese die Augen tränen läßt.

Stattdessen nimmt man eine homöopathisch potenzierte Zwiebel - und selbst bei einer niedrigen Potenz von D6 (also einer Verdünnung von 1:1000000) tränt da rein gar nichts mehr. Wer es nicht glaubt kann es gerne selbst ausprobieren - eine D6-Potenz läßt sich problemlos zuhause herstellen. Aber selbst wenn eine Zwiebel in D6 die Augen tränen lassen würde (was nicht der Fall ist) ist es trotzdem noch kein Grund dafür, das potenzierte Zwiebeln irgendwie bei Erkrankungen mit tränenden Augen als Symptom helfen sollen - das ist mittelalterliches Analogiedenken das in der Realität den klitzekleinen Haken hat, dass es nicht funktioniert....

Genausogut könntest du (nach Homöopathen-Logik) eine Grippe die als wichtigstes Symptom tränende und rote Augen hat mit Tränengas behandeln - gemäß Hahnemann (und natürlich auch FragenFragenFra) müßte das dann auch wunderbar funktionieren - ich kann es jedem Hömöopathieanhänger nur wärmstens empfehlen!

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Diese Aussage ist auch Humbug. Schau mal hier: http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Homöopathie

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Kommentar von autsch31
12.10.2011, 22:55

"esoquatsch" = gehässiges anonymes Geschreibe von Leuten, die es nicht zum echten Wissenschaftler geschafft haben. Reine Zeitverschwendung.

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