Chemische Verbindungen aus dem Wortlaut erkennen und zeichnen können?

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3 Antworten

Das muss man halt lernen, und beim Chlor ist es am kompliziertesten, weil es 4 + 1 Stufen gibt

  • HCl ist Chlorwassertoff (gelöst Salzsäure) und Cl⁻ heißt Chlorid
  • HClO ist Unter-/Hypochlorige Säure und ClO⁻ heißt Hypochlorit
  • HClO₂ ist Chlorige Säure und ClO₂⁻ heißt Chlorit
  • HClO₃ ist Chlorsäure und ClO₃⁻ heißt Chlorat
  • HClO₄ ist Perchlorsäure und ClO₄⁻ heißt Perchlorat

Über die Anzahl der Doppelbindungen streiten sich die (angeblichen) Experten. Nach meinem Wissensstand gilt "neuerdings" auch für P, S und Cl die Oktettregel.

Ganz alt ist allerdings die Regel, dass man manche Sachen einfach stur lernen muss.
Denn bei den Sauerstoffsäuren der anderen Nichtmetalle ist es eben nur mehr oder weniger ähnlich. NIe exakt übertragbar.

Das erspart dir auch Trugschlüsse, wie dass immer "O₃" am Ende steht. Das passt schon für die bekannte Schwefelsäure nicht, H₂SO₄.
Und erklärt dir auch nicht die Perxenate, mit dem Perxenat-Anion, XeO₆⁴⁻.

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Du kannst dir das schon irgendwie herleiten. Allerdings benötigst du dazu wiederum Wissen über deren Salze oder analoge Verbindungen. Dies verschiebt das Problem aber nur.

Am effektivsten ist es dir Namen und Summenformel zu merken. Bei den einfachen anorganischen Verbindungen musst du die Struktur nicht unbedingt auswendig kennen. Falls du aber Probleme hast von der Summenformel auf die Strukturformel zu schließen, würde ich sie aber auswendig lernen.

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Eine Säure ist (nach Bronsted) ein Stoff, der H+-Ionen abgeben kann. Schon aus diesem Grund muss die Formel einer Säure (zumindest in der Welt der Nicht-Chemiestudenten) mindestens ein Wasserstoff-Atom (H) enthalten, weshalb ClO3 (das wäre Chlortrioxid) nicht in Frage kommt. Sauerstoff muss eine Säure dagegen nicht unbedingt enthalten (HCl, Chlorwasserstoff, ist auch eine Säure - in Wasser gelöst als "Salzsäure" bekannt).

Die Benennungsregeln in der anorganischen Chemie sind ziemlich vielfältig. Aber für die Benennung der Sauerstoffsäuren genügt es, die Summenformel für die nach dem Element benannte Säure auswendig zu lernen (da führt kein Weg drumherum). Chlorsäure ist also HClO3 - die Sauerstoffsäuren der anderen Halogene (Brom,Iod.Fluor) sind analog aufgebaut, mit Br,I, oder F statt Cl. 

Dann gilt (für alle Sauerstoffsäuren): Die Säure mit einem O-Atom weniger (HClO2) heisst chlorige Säure, jene mit 2 O-Atomen weniger (HClO) hypochlorige Säure; Die Säure mit einem O-Atom mehr (HClO4) heisst Perchlorsäure (die trifft man unter den Chlor-Sauerstoffsäuren am ehesten im anorganischen Labor-Praktikum an). Hyper- oder Überchlorsäure scheint eine alte/andere Bezeichnung für Perchlorsäure zu sein.

Anstelle von Chlor wird natürlich das jeweils namensgebende Element für die jeweilige Säure verwendet: HBrO3 ist Bromsäure, H2SO4 ist Schwefelsäure

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Kommentar von ThomasJNewton
25.02.2016, 17:04

Wobei Fluor nun keine Sauerstoffsäuren bildet.
Und Jod gern auch mal 6fach-koordiniert auftritt.

Was um so mehr die Regel bestätigt, dass man vieles eben einfach lernen muss.

Das ist ein bisschen wie das Rennen zwischen Hase und Igel:
Wenn man die Regeln verstanden hat, kennt man die Beispiele schon im Schlaf. Die Regeln können nie das Lernen ersetzen.

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