Chemikant und Zerspanungsmechaniker?

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1 Antwort

Wichtig ist nicht wie viel man verdient, sondern wie lange.

Ich war selber früher Dreher und zwar ein sehr guter, mit Best-Noten. Trotzdem wurde ich mit 50 "ausgewechselt".

Ein gut gemeinter Rat von mir:

In der Metallbranche, gerade bei der Zerspanungstechnik ist alles viel zu technisiert, das Wissen viel zu schnell überholt. Als Chemikant veraltet dein
Grundwissen so gut wie nie. Etwa nur 10 Prozent aller Auszubildende schaffen es bis zum Meister, zumindest im Metallbereich. Zudem musst du dir vorstellen, das so gut wie alle kleineren wie mittleren Firmen von denen in der EU wie denen aus Tschechien, Bulgarien, der Slowakei früher oder später völlig verdrängt werden. Schon heute, das konnte ich als Qualitätsfachmann für Längenprüftechnik  und als gelernter Dreher mit 27 Jahren Berufserfahrung sehen, müssen selbst kleinere Firmen bis 50 Mann Teile der Produktion auslagern, das heißt an andere Firmen vergeben. Gerade da wo ich herkomme, aus der nördlichen Oberpfalz haben selbst best ausgebildete Fachkräfte über 50, auch mit noch so guten Noten, Kursen und Berufserfahrung keine Chance mehr. Ich bin kein Hellseher und kann dir deine Zukunft nicht voraussagen, aber ich würde heute einen anderen Weg einschlagen.

Früher oder später wird der größte Teil des deutschen Maschinenbaus von denen aus China an platt die Wand gedrückt und zerquetscht werden. Gerade durch die politischen Ziele der Grünen, ab 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen, wird viele aus der Metallbranche, gerade Zulieferfirmen reihenweise in den Abgrund reißen. Sie doch mal VW an. Wenn dieser Konzern die nächsten 5 Jahre überhaupt übersteht, ist das ein Wunder.

Aber das musst du selber wissen.

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Kommentar von johnnymcmuff
04.12.2016, 12:47

trotzdem wurde ich mit 50 "ausgewechselt".

Ich habe mit fast 50 erst meine Ausbildung gemacht und habe jetzt die Chance von Zeitarbeit in einen festen Betrieb zu kommen.

Es kommt halt darauf an, wo man arbeitet, bzw. was produziert wird.

Aber Du hast recht, es wird immer schwieriger.

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