Chemie/Physik studieren? Welche Vorkenntnisse sollte ich haben?

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3 Antworten

Eigentlich kommt die große Sinnkrise doch nicht mit 20, sondern erst als midlife crisis...

Die fehlenden Vorkenntnisse sind aufzuholen, zumal wenn Du das Geld für Nachhilfeunterricht aufbringen kannst. Aber wenn Dich die Naturwissenschaften in der schule nciht interessiert haben, bist Du dann sicher, dass sie es jetzt tun?

Ein BWL-Studium kann man schaffen, ohne an mehr als an viel Kohle hinterher interessiert zu sein. Ein naturwissenschaftliches Studium ist ohne Interesse am Fach nicht zu schaffen.

Und überlege Dir auch Deine Motive nochmal. Als Chemiker wirst Du die Welt genausowenig retten wie als Wirtschaftswissenschaftler. Und ein populärwissenschaftliches Buch, das es in die Bestsellerlisten schafft, hat auch eher Wirtschafts- als Chemiethemen.

Wie viel müsste ich mich in meinen kommenden Semesterferien in Bücher vertiefen?

Vier Schuljahre in den Ferien alleine mit Büchern nachholen? Unwahrscheinlich!

Meine Vorschläge dazu habe ich hier:

https://www.gutefrage.net/frage/chemiekenntnisse-nach-der-realschule-auffrischenweiterbilden?

geschrieben.

Ich persönlich kann bisher nur aus der Erfahrung meiner Universität sprechen. Inwiefern dies bei anderen ist, müssten andere schreiben.

Also ich bin zurzeit am Ende des ersten Semesters für angewandte Chemie an einer Universität für angewandte Wissenschaften (praktische Schwerpunkt mit Bachelor of Science). In unsere Fakultät gibt es zwei Studiengänge: Biotechnologie und angewandte Chemie. Jeweils für sich habe ich dort massig Leute kennengelernt, die alle anfänglich kaum etwas mit Chemie zutun hatten.

ABER: Angebotene Vorkurse vor dem Semester sowie die Wiederholung aus dem Abitur im ersten Semester macht bisher den Anschein, dass eben Vorwissen doch nicht großartig nötig ist. Das Verständnis, wenn man will, baut man innerhalb dieser Zeit auf. Und wenn du dir noch einen lieben Junkie an die Hand nimmst und mit ihn Chemie durchkaust, dann wird dies denke ich kein Problem mehr sein.

Bei uns ist es so, dass eher mit den anderen Modulen Probleme für die Studenten sind und zwar Mathematik und Physik. Und genau dort fallen die meisten durch bei uns (Durchfallquote im ersten Semester von 60-80%). Dafür hat man hier aber drei Wiederholungsmöglichkeiten pro Prüfung (inwiefern das bei anderen Uni's auch so ist, kein Schimmer).

Wenn es denn jetzt um Physik geht, so hatte ich anfänglich auch mich schwer zu entscheiden. Letzten Endes hat mich dann Chemie überzeugt, weil ich es mir sehr gut vorstellen kann im Labor zu stehen und andere diverse Gründe. Das ist denke ich geschmacklicher Natur. Physik ist aber in meiner Empfindung ein sehr harter Brocken, den ich nicht versuchen mag. Nur wenn mir die Gelegenheit existiert nach Chemie noch Physik zu studieren, dann schon. :D

Ich glaube der NC für Physik und Chemie ist an den meisten Uni's nicht gegeben bzw. sehr hoch angesetzt.

Meiner Meinung nach geht es am Anfang nicht darum, dass du das Wissen hast, sondern eher darum, dass du wissbegierig und ehrgeizig bist. Dazu noch ein Hauch von naturwissenschaftlichen Verständnis verpackt und du hast die besten Voraussetzungen um in den Bereichen Fuß zu fassen. Es geht eher darum wie du dich machst und ob du am Ball bleibst (meiner Meinung).

Und meiner Meinung ist es so, dass nicht die sehr guten Wissenschaftler allein sehr gute Leistungen vollbrachten, sondern davon die kritischen Denker, die alles hinterfragten und hinter den Modellen blicken.

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Ich danke dir für deine Antwort. Sie hat mich auf jeden Fall ein stückchen weitergebracht und mir ein wenig mehr Zuversicht gegeben. Es ist sehr nett von dir, dass du dir die Zeit genommen hast, einem fremden Menschen zu helfen :)

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@zeitgeist1994

Kein Problem. Ich persönlich kann mir auch nichts schöneres vorstellen als ein Chemiestudium :D

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kurz anmerk: In Hessen kannst du (auch mit Fachabitur) nahezu an jeder Universität studieren.

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