Chemie studieren, wie ist das?

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6 Antworten

Hallo Cogito,

beides. In der Chemie musst du sehr viel reines Faktenwissen lernen, auch auswendig lernen. Teilweise ist es nötig, um überhaupt auf eine Ebene zu kommen, in der man erst richtig mit Verstehen anfangen kann, teilweise ist es auch einfach absurd und wird nur deshalb aufgegeben, weil es leicht zu prüfen ist. Grundsätzlich nimmt im Hauptstudium das Faktenlernen ab zu Gunsten der komplexeren Verständnisthemen. Da die Chemie als Wissenschaft sehr vielfältig ist, kannst du dich aber später auf solche Schwerpunkte konzentrieren, die dir (z.B: von der der Fakten-/Verständnis-Balance) am meisten zusagen. Abstraktes Denken ist sehr wichtig, für Haupt- und Nebenfächer im Studium wie auch für Problemlösungen im Beruf. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, die Fähigkeit, konkrete Lösungen für abstrakte Probleme zu finden, zählt mit zum Wichtigsten, was man im Chemiestudium lernen kann. Mach dir keine Sorgen wegen Kein-Chemie-die-letzten Jahre: Im Studium wird das Ganze sowieso nochmal anders, ganzheitlich und "jetzt mal richtig" aufgezogen. Dir das Oberstufenchemiewissen vorher schonmal anzueignen, ist aber keine dumme Idee, vor allem, weil der Stoff, den mal inhaltlich in 12/13 (wars bei mir noch) macht, inhaltlich und mengenmäßig doch sehr überschaubar ist.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. Melde dich gern bei mir, wenn du noch weitere Fragen hast.

Vielen Dank, das hilft mir schon ein gutes Stück weiter!

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Also, ich bin selber noch nicht allzu lange dabei aber ich find es einfach super.

Als erstes würde ich dir empfehlen auf eine Hochschule zu gehen statt auf eine Uni, da das meiner Meinung nach noch "einfacher" ist, wenn man das so sagen kann. Ich hatte Chemie-LK in der Schule, also einiges an Vorwissen aber ein Freund von mir aus dem selben LK hat parallel mit mir angefangen zu studieren, allerdings an einer Uni. Der hat auch nach dem ersten Semester aufgehört weil er es einfach nicht gepackt hat. Bei mir wird wirklich bei Null angefangen, allein daher weil man auch mit einer Ausbildung an eine Hochschule gehen kann und so viele nicht allzu viel Vorwissen haben.

Du musst dir klar machen, dass Chemie immernoch eine Naturwissenschaft ist, und dass dieses naturwissenschaftliche Verständnis schon da sein sollte, wenn das nicht der Fall ist kann man es eigentlich direkt vergessen. Natürlich muss man viel lernen aber das fällt einem wesentlich einfacher wenn man erstmal versteht was man da macht. Ich bin selber nicht der Typ der einfach alles auswendig lernt aber nach dem Praktikum (Versuche im Labor) ist mir meist klar was ich da gemacht hab und ich kann es auch einfach.

Das Mathe ein wichtiger Teil ist wurde ja schon erwähnt, da solltest du ganz klar fit drin sein und ansonsten ein Grundverständnis in Informatik und Physik kann auch nur von Vorteil sein, Bei mir reden immer nur alle davon, dass die später den 1,.. Schnitt haben wollten, das find ich ein bisschen übertrieben aber allegemein denke ich schon, dass es gut machbar ist, solange du die Beigeisterung für das Thema entwickelst und anfängst die Chemie zu "lieben"

Chemie-Uni und Chemie-Hochschule sind zwei kfast omplett verschiedene Fächer. Für den einen ist das eine vielleicht das richtige, für den andren das Andere. An der Hochschule geht es darum, "Rezepte" zur Problemlösung zu lernen, an der Uni soll Grundlagenwissen -Verständnis vermittelt werden, um diese - und andere, abstrakte!- "Rezepte" selbst entwickeln zu können. Und selbstverständlich bedeutet das auch, dass das Studium an der Uni länger dauert und dabei gleichzeitig erheblich schwieriger ist. Man bekommt aber auch einen ganz anderen Blick für die Materie, und gerade das, was ich in meinem Post oben zum Thema "konkrete Lösungen für abstrakte Probleme finden" geschrieben habe, gilt für Uni-Chemie. FH-Chemie ist was anderes. FH-Chemie ist deswegen nicht schlecht, aber es muss einem der Unterschied schon klar sein, bevor man sich entscheidet.

Pauschal zu raten, auf eine HS zu gehen, anstatt auf eine Uni, halte ich, genau wie den umgekehrten Fall, für keine gute Idee. Es kommt auf den jeweiligen Studenten an, was ihm besser liegt und was er im Studium lernen will.

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Ich habe Chemie studiert, ohne es auf der Schule je gehabt zu haben. 3 Monate intensiven Paukens (Skell, Repetitorium Chemie für Mediziner) haben mich gegenüber Leuten von naturwissenschaftlichen Gymnasien konkurrenzfähig gemacht. Ich hatte dann noch das Glück, auf einen sehr geduldigen Professor in der Grundvorlesung zu treffen (von Schnering). Er stellte sich selbst den dümmsten Fragen mit Engelsgeduld. Ohne ihn hätte ich vor der Chemie wohl die Flucht ergriffen. Aber es ist zu schaffen, und es gibt verschiedene Herangehensweisen. Besonders abstrakt ist Chemie nicht...eher im Gegenteil. Solide mathematische Fertigkeiten sind sehr nützlich (Dreisatz!).

Hallo Jobul,

ich muss hinzufügen, dass man heutzutage mit Dreisatz in Chemie nicht mehr weit kommt. Da geht es recht schnell los mit An*lysis (kaum zu glauben die Zensur hier), Differentialrechnung und -gleichungen, linearer Algebra, auch Funktionen- und Gruppentheorie, weil dies z.B. für ein Verständnis von Spektroskopie und statistischer Thermodynamik erforderlich ist.

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Ich bin ja häufig nah bei Dir, aber was hat Dreisatz mit Mathematik zu tun?!? Das ist Rechnen! ;o)

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Beim 100-m-Lauf mitzuhalten, wenn man 10 m weiter hinten startet, ist möglich; - doch man muss schneller sein als die anderen.

Für die Chemie als solches benötigst Du die richtigen Bilder im Kopf. Mathematik sollte Dir mit 3-D-Integralen, Matrizen-Rechnen und Fourrier-Transformationen keine Schmerzen hinter der Schädeldecke verursachen. Ein wenig pysikalisches Verständnis und dann klappt es auch mit dem Professor. ;o)

Das Bild von einem Marathon, bei dem man eine Handbreit weiter hinten startet als die anderen, trifft es wohl größenordnungsmäßig besser :-).

Und: Ich kenne keinen, keinen einzigen, der das Studium wegen Mathe geschmissen hat.

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@TorO0o

Da kannste mal sehen, jetzt kennste wenigstens einen, bei dem es anfänglich in Mathe etwas holperig war! Und für die theoretische Chemie sollte man schon in der höheren Mathematik bewandert sein! ;oP

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@TorO0o

Ich kenne ca 40 Leute die das Chemie-Studium wegen Mathe geschmissen haben - und die waren alle aus meinem Semester :D Und ja, den Marathon trifft es am ehesten... der 100m Lauf wirkt als ob es schnell vorbei wäre.

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@Ferkelfan

Nee, mein Guter, das bedeutet nur, dass Du ganz schön gasgeben musst, um die anderen einzuholen. ;o)

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Also Chemie studieren ist SEHR anspruchsvoll! Du brauchst einiges an Faktenwissen aber deutlich mehr an Verstehen. Prinzipiell fängt man beim Wissen bei 0 an, also ist Vorwissen nicht unbedingt notwendig - wenn auch hilfreich. Sehr wichtig ist auch Mathe, da ein Chemiestudium zeitweilen seeeehr Mathelastig werden kann.

Bevor du dich für dieses Studium entscheidest, sei dir bewusst, dass ca. 70% das Studium wieder abbrechen! Und das sind nicht alles faule und dumme Leute... es ist wirklich ein anspruchsvoller Studiengang, der dir jegliche Freizeit nehmen wird wenn du eine Chance haben willst. Das ist kein Zuckerschlecken, sei gewarnt! Ich hab es nach 2 Semestern abgebrochen weil ich nicht damit zurechtgekommen bin, keine einzige freie Minute mehr im Leben zu haben. Von den Noten her, hätte ich nichtmal aufhören müssen. Die meisten Abbrecher fallen schlichtweg durch die Prüfungen.

Da muss ich widersprechen. Der Studiengang wird dir nicht "jegliche Freizeit nehmen", zumindest niemandem, der das Studium zu Ende bringt. Ja, es ist kein Zuckerschlecken, an den "guten" Unis am allerwenigsten, aber ohne Ausgleich zieht das keiner durch. Da wird man ja verrückt. Trotzdem ist es aber kein Easy-Going-Studium à la Ethnologie oder BWL. Wenn du mit dem Pensum nicht zurechtkommst, ist es vielleicht - für dich - einfach nicht das Richtige, das ist ja auch total in Ordnung. Das heißt aber nicht, dass es allen, zum Beispiel cogito47, so gehen wird.

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Vergiss es! Entweder Du liebst die Chemie, oder nicht! Falls nicht, dann lasse sie in Ruhe!

Top!

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