Chemie Frage: Zunahme der Siedetemperatur bei Alkenen?

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4 Antworten

Das liegt  bei Alkenen wie bei Alkanen an den Van-der-Waals-Bindungen. Die Elektronen sind nicht immer in der Elektronenwolke gleich verteilt, sondern können sich zu bestimmten Zeitpunkten mal mehr in der einen Seite der Elektronenwolke befinden und dann mal mehr in der anderen. Dann ist eine Seite des Atoms ein bisschen stärker positiv geladen und die andere Seite des Atoms ein bisschen mehr negativ. Das wirkt sich natürlich auch auf andere Atome aus - die Elektronen des Atoms, das an der negativen Seite des anderen Atoms liegen, werden sich wohl eher weg von dem anderen Atom bewegen und die an der positiven Seite eher hin zu dem anderen Atom. Dadurch entstehen Anziehungskräfte zwischen den Molekülen.

Je länger die Moleküle sind, desto größer ist die Fläche, auf der diese Van-der-Waals-Bindungen entstehen können. Deswegen braucht es mehr Siedehitze, um die Moleküle voneinander loszureißen.

Van-der-Waals-Bindungen sind nicht nur der Grund, warum lange Alkane/Alkene größere Siedehitzen haben, sondern auch, warum unverzweigte größere Siedehitzen haben - schließlich haben die auch eine größere Fläche, um Van-der-Waals Bindungen aufzubauen.

Hier nochmal mit Bildern erklärt: http://www.chemieunterricht.de/dc2/ch/cht-006c.htm

Wow, das ist ausführlich. Danke sehr :D

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Soweit ich mich erinnern kann, liegt das an den Van-der-Waals-Kräften. In den Alkenen sind die Kohlenstoffatome über kovalente Bindungen miteinander verbunden, bei denen jedes Kohlenstoffatom die Elektronen gleichstark anzieht, da Kohlenstoff immer die gleiche Elektronegativität hat. Manchmal jedoch verschiebt sich das gemeinsame Elektronenpaar für einen winzigen Augenblick mehr zu dem einen Kohlenstoffatom hin, wodurch ein temporärer Dipol entsteht. Dieser ist nur sehr schwach und keineswegs mit einem permanenten Dipol vergleichbar, aber er führt zu einer kurzzeitig stärkeren Bindung als die beiden Kohlenstoffatome gewöhnlich durch die kovalente Bindung erfahren.

Hat man nun eine längere Kette an Kohlenstoffatomen, so tritt dieses Phänomen innerhalb der Kette viel öfter auf und hat insgesamt auch eine viel größere Auswirkung. Durch die Addition der recht schwachen Van-der-Waals-Kräfte innerhalb einer längeren Kohlenstoffkette verstärkt sich der Zusammenhalt aller Kohlenstoffatome signifikant, wodurch es auch mehr Energie braucht, um die Kette zu zerstören. Daher ist die Siedetemperatur längerer Ketten höher als die kurzer Ketten.

das liegt an den Vander vaals kräften zwischen den ketten, stell dir vor jedes Wasserstoff atom packt sich ein anderes H Atom eines anderen alkens, je größer die verbindung ist desto mehr atome können sich festhalten und umso höher ist die sidetemperatur

Natürlich halten sie sich nicht fest, googel einfach mal Van der Vaals kräfte ist glaub das beste ;)

Weil die stärke der Van-der-Waals-WW zunimmt.

V-d-W-WW entstehen durch zufällige (fluktuierende) Dipole, die an jedem C-Atom spontan und kurzzeitig auftreten können. Diese Dipole induzieren bei Nachbarmolekülen durch Ladungsabstoßung ebenfalls einen kurzzeitigen Dipol, sodass sich beide Molekül kurzzeitig anziehen.

Der Rest ist reine Stochastik:

Je mehr Atome ein Molekül hat, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo ein spontaner Dipol entsteht.

Auch die Verzweigung ist entscheident für die V-d-W-WW; stark verzweigte Moleküle können sich schlechter aneinander anordnen.

Zu guter Letzt ist gerade bei großen Molekülen auch die Molekülmasse noch entscheident, schwere Moleküle gehen nicht so gerne in die Gasphase über (ohne dass sie zerfallen).

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