Chemie Frage Saurer Regen wichtig!

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3 Antworten

Der saure Regen war vor der Industrialisierung der wichtigste Stickstofflieferant für die Pflanzen.

Die viele tausend Blitze, die täglich auftreten oxidieren den Luftstickstoff zu Stickoxid, der dann als saurer Regen auf die Erde fällt. Carbonate im Boden haben zwar die Salpetersäure sofort neutralisiert, dem Wurzelwerk stand Nitrate als Stickstoffquelle zur Verfügung. Die Pflanzen im Ackerbau standen bis zum Ende des Mittelalterunter Stress durch den Stickstoffmangel. Daher wr immer die Brache notwendig, d.h. ein Acker wurde jedes 3. Jahr nicht bewirtschaftet. Das änderte sich erst als ausreichend Nitrate z.B. aus Chile zur Verfügung standen bzw. als das Haber-Bosch-Verfahren entwickelt wurde.

Ein saurer Regen in Maßen ist also ein Segen für die Natur.

Wie schon sysl3n schreibt, sind das sogenannt Protolyse-Reaktionen. Das sind ganz allgemein Reaktionen von Säuren mit Wasser. Nach Bronstedt sind Säuren Verbindungen, die Protonen H(+) abgeben können, z.B. an Wasser.

Dazu musst du wissen, dass Wasser eine Verbindung ist, die sowohl Protonen abgeben als auch aufnehmen kann

  • H2O ----> H(+) + OH(-)
  • H2O + H(+) ----> H3O(+)

Tatsächlich finden beide Reaktion in Wasser die ganze Zeit über statt. In neutralem Wasser ist die Konzentration der Teilchen H(+) und OH(-) gleichgross (und insgesamt sehr klein). Wenn du nun eine Verbindung wie H2SO4 oder HNO3 dazugibst, die sehr leicht ein Proton H(+) an Wasser abgeben, dann wird eine wässrige Lösung sauer, der pH-Wert sinkt von 7 (neutral) bis zu Null (stark sauer).

[in diesem Fall nicht so wichtig: wenn du eine Verbindung zugibst, die sehr gerne Protonen aufnimmt, steigt die Konzentration von OH(-) und der pH-Wert steigt von 7 bis 14; solche Verbindungen heissen Base]

Eigentlich alle Pflanzen und Tiere sind empfindlich gegen pH-Werte. Das hat ganz verschiedene Gründe. Ausserdem reagieren Mineralien empfindlich auf pH-Werte. Viele Salze lösen sich unter sauren Bedingungen (pH-Wert < 7) besser. Das führt zu einer sogenannten "Auslaugung" des Bodens. Salze, die bestimmte Pflanzen brauchen, sind dann nicht mehr in ausreichender Konzentration vorhanden.

Das ist der Hauptgrund, warum saurer Regen den Bewuchs schädigt. Die Säuren sind normalerweise nicht konzentriert genug, um direkt die Pflanzen (oder Tiere) zu verätzen.

Du kannst dir also für sauren Regen merken, dass sich der pH-Wert aufgrund von Verbindungen wie H2SO4 / HNO3 senkt und deshalb der Boden für Pflanzen schlechter wird. "Sauer" nennt man einen Zustand, bei dem (in wässriger Lösung) mehr H3O(+) als OH(-) vorhanden ist.

Das sind Protolysereaktionen bei der das Wasserstoff-Ion H^+ von der Säure auf ein Wassermolekül übertragen. Es bilden sich also Oxonium-Ionen H3O^+, die für den sauren Charakter verantwortlich sind

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