Chefin behält Lohn für unverschuldete Fehler ein?

... komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Das Bundesarbeitsgericht hat geurteilt, dass der AN nur Arbeit mittlere Leistung und Güte abgeben muss. Heißt also auch, wenn jemand neu in der Firma ist, kann man ihn nicht sofort in Bereiche einsetzen, die gewissen Kenntnisse voraussetzen.

Daher sehe ich nicht, in wie fern du gegen deine vertraglichen Pflichten verstoßen hast und der AG damit in Zahlungsverzug ist. 

Bereits jetzt kannst du deine Kosten wie Zinsen für Dispo in Rechnung stellen und zugleich setzte ihr eine Nachfrist von 5 Arbeitstagen den restlichen Lohn zu überweisen. Wenn nicht, gehe den Klageweg. Auch wenn das die Kündigung bedeuten sollte, bei dem Saftladen wirst du nicht glücklich

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Darf meine Chefin hier einfach so die Hälfte vom Lohn einbehalten? 

Ganz klar: nein. Solange du deine Arbeitsstunden vertragsgemäß erbracht hast, steht dir auch der volle Lohn zu.

Fordere den ausstehenden Lohn mit einer Fristsetzung (z.B. 7 Tage) ein, danach wären rechtliche Schritte angebracht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es kommt auf den Arbeitsvertrag an, denke ich - ein Festgehalt kann man nicht einfach wegen angeblicher schlechter Leistungen kürzen. Vor allem nicht sofort, ohne Konfliktgespräch und ggfs. Abmahnung. Und selbst bei leistungsbezogenem Gehalt geht das ohne das Vorgenannte nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Quastenflosser
01.06.2016, 10:42

Im Arbeitsvertrag seht nichts drin von "Abrechnungen machen", das habe ich so nach und nach zugeteilt bekommen, da die vorherige Kollegin hier wegen Unzulänglichkeiten gekündigt wurde. Leider wird mir eine Kündigung ebenfalls zuteil, wie ein Mitarbeiter mir heute per SMS in meinem Urlaub übermittelte.

Danke.

1

Eine Abmahnung bzgl. der fehlenden 3 entgangenen Subventionen gab es bereits mündlich und ich habe mich auch unverzüglich um diverse Lösungen bemüht. Jedoch hat mir die zuständige Stelle (KfW) tel. mitgeteilt, dass dies
vielen Beraterinnen passiert und diese dann selbst dafür verantwortlich
sind, dass ihnen der Zuschuss entgangen ist.

Zudem wurde ich von meiner Chefin angehalten die Zuschüsse fiktiv nochmals zu stellen und mit einer frei erfundenen Schlussrechnung abzurechnen. Mein Mann meinte, das fällt doch dann unter Subventionsbetrug für meine Chefin.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie damit vor ein Gericht gehen möchte, da auch wenn sie den Fall gewinnen sollte, dennoch eine Nachverurteilung für Subventionsbetrug erhält.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Eine Gehaltskürzung wegen zu schlechten Leistungen ist nicht möglich bzw. nicht rechtlich, nein.
Bei zu geringen Leistungen darf Dich der Arbeitgeber abmahnen und gegebenenfalls irgendwann kündigen, aber nicht den im Arbeitsvertrag vereinbarten Lohn einbehalten. Diesen zu zahlen, ist der Arbeitgeber verpflichtet.

Wobei "geringe Leistung" wirklich auf die Leistung abzielt, bei nicht vorhandenen Möglichkeiten und fehlenden Schulungsangeboten spielen ja noch weit aus mehr Faktoren eine Rolle als Deine tatsächliche Leistung.

Bevor Du zum Anwalt gehst (was zu teuer sei), kannst Du Deine Chefin darauf aufmerksam machen, dass eine Kürzung des Gehaltes widerrechtlich wäre.
Gegebenenfalls kannst Du auch nach dem genauen Gesetzestext suchen und ihr den vorlegen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Quastenflosser
01.06.2016, 10:37

Danke, ich habe bereits nach dem Gesetzestext gesucht, kann aber nichts finden, dass dies aussagt. Irgendwelche Vorschläge?

0

dein mann hat recht. ein beratungsgespräch beim Anwalt kostet nicht die welt. er kann da absehen wie die Chancen sind das einbehaltene gehalt wieder einzufordern.

auch für die Zukunft solltet ihr eine rechtschutzversicherung abschliesen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein. Darf sie nicht!

Schließlich hast Du Dein Festgehalt?!

Der Gang zum Rechtsanwalt lohn sich für Dich! Rechtsschutzversicherung? wenn ja, ist das ja ohnehin kein Thema. Wenn nein, dann zahlt den RA von der "hohen Kante" - das bekommt ihr ohnehin alles erstattet, weil deine Chefin das Gehalt und die RA-Kosten übernehmen muß!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Quastenflosser
01.06.2016, 10:36

Ja Rechtschutzversicherung (Premium sogar, laut meinem Mann) besteht. Aber ich glaube wir haben einen Selbstbehalt pro Fall von  150 EUR. Danke

0

tja, da bleibt dir aber nur der gang zum anwalt. hier kann man dir zwar beipflichten das das wohl nicht die feine art ist aber das bringt dir ja nicht wirklich was.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo
Nein das ist auf keinen Fall zulässig Lohn einzubehalten. Wenn eine Klärung mit der Firma nicht möglich ist bleibt nur der Weg zum Anwalt. Ist das Einkommen nicht hoch genug muss man Prozesskostenbeihilfe beantragen. Da hilft auf alle Fälle der Anwalt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hi, für alle die dies mitverfolgen, und sowas noch nicht im realen Leben miterlebt habe und ähnliche Fragen/Ängste/Bedenken haben...

...so ging der Fall aus.

- Ich ging zum Anwalt, Rechtschutz übernahm die Kosten

- Es gab eine Vorladung vor Gericht (Güdetermin) wo meine Chefin und ich anwesend waren

- Ich traf mich mit meinem Anwalt ca 10 min. davor, der mir Mut machte, dass wir den Fall zu 100% gewinnen werden, da dieses Vorgehen falsch ist

- Zuerst trug meine Chefin den Fall innerhalb von einer halben Stunde vor und hat dabei noch die ein oder andere Lüge vorgetragen und auch diverse Sachverhalte extrem zu ihren gunsten ausgelegt. (Ich kochte vor Wut)

- Dann hat der Richter sich bedankt und mit wenigen Sätzen meiner Chefin klar gemacht, dass es schon traurig und lächerlich ist, dass eine hochqualifizierte Chefin einen so einfachen und lächerlichen Fehler begeht.

- Dazu sich noch nicht einmal von einem Anwalt beraten lässt. Sie hat darauf ihren Standpunkt nochmals untermautern wollen, aber der Richter stoppte die ganze Sache und sagte ihr nochmals, dass es überhaupt keine Rechtsgrundlage für ihr Vorgehen gäbe.

- Ich wurde noch kurz angehört, aber das war nur fürs Protokoll.

- Dann wurde auch eine mögliche Schadensersatzklage abgewiesen, da meine Chefin es versäumte, den Schaden innerhalb von einer Frist von 2 Monaten nach Schadensentstehung schriftlich anzugeben.

War alles halb so wild. Fall gewonnen, Chefin dampfte peinlich berührt und stinke sauer ab ohne sich zu verabschieden.

Ich bin um eine weitreichende Erfahrung und mein zustehendes Gehalt reicher.

Danke an alle für die Hilfe!

Tolles Forum hier!!!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nachtrag:

die fehlenden Zuschüsse möchte meine Chefin jetzt
komplett zurückfordern. Da dies in den Fall des Schadenersatzes
reinfällt, wer zahlt in diesem Fall die Rechtsanwaltskosten.

Meine Rechtschutzversicherung meinte, dass dies von Ihnen nicht übernommen wird. Womöglich von einer privaten Haftpflicht.

Muss ich mit den Kosten in Vorleistung gehen?

Danke und Grüße

Jutta

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?