Mein Chef zahlt mir keine Zuschüsse. Was kann ich tun?

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5 Antworten

Sonn- und Feiertagszuschläge sind nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Sie stehen Deiner Freundin zu wenn das arbeitsvertraglich, im  anwendbaren Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgelegt wurde.

Der Gesetzgeber hat für Sonn- und Feiertagsarbeit Ersatzruhetage vorgeschrieben. Für gearbeitete Sonntage muss dieser innerhalb von zwei Wochen gewährt werden, bei Feiertagen beträgt die Frist acht Wochen (§ 11  Arbeitszeitgesetz).

Bei Nachtarbeit sagt der Gesetzgeber im § 6 Abs. 5 Arbeitszeitgesetz:

"Soweit keine tarifvertraglichen Ausgleichsregelungen bestehen, hat der AG dem Nachtarbeitnehmer für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zahl freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren"

Wie definierst Du "Nachtarbeit"? 

Nachtzeit im Sinne des Gesetzes ist die Zeit von 23 bis 6 Uhr, in Bäckereien und Konditoreien von 22 bis 5 Uhr. Nachtarbeit ist jede Arbeit, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit umfasst (§ 2 Abs. 3 und 4 Arbeitszeitgesetz).

Ich kann mit diesen Informationen jetzt nicht sehen, dass Deine Freundin Anspruch auf Nachzahlungen hat.

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Kommentar von Familiengerd
07.04.2016, 17:04

So ist es!

Außerdem müsste sie, um als Nachtarbeiterin zu gelten und Ansprüche daraus ableiten zu können, entweder normalerweise Nachtschicht in Wechselschicht oder Nachtarbeit an mindestens 48 Tagen im Kalenderjahr leisten.

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Ob und welche Zuschüsse gezahlt werden steht doch im Arbeitsvertrag.

Einfach mal durchlesen. Da steht alles zur Vergütung drin.

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Kommentar von Familiengerd
07.04.2016, 17:19

steht doch im Arbeitsvertrag

Woher weißt Du denn, ob es überhaupt einen schriftlichen Arbeitsvertrag gibt, in dem dazu etwas steht - und wenn es ihn gibt, ob dazu überhaupt etwas zu Zuschlägen und Ausgleichstagen steht?!?!

Und auch dann, wenn es keinen schriftlichen Vertrag gibt oder im Vertrag nichts dazu steht, bestehen die Ansprüche, wenn die Voraussetzungen gegeben sind - siehe dazu die richtige Antwort von Hexle2!

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Hallo,

Falls ja wo und wie?

Bei einem Anwalt für Arbeitsrecht vor dem zuständigen Arbeitsgericht. Das wird der Anwalt dann schon sagen.

Falls nicht, warum nicht?

Da müsste der Anwalt für Arbeitsrecht erst mal schauen wie das alles aussieht. Wie die Beweislage ist und was wie, wann und wo gezahlt wurde.

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Kommentar von Familiengerd
07.04.2016, 17:24

Da müsste der Anwalt für Arbeitsrecht erst mal schauen wie das alles aussieht.

Zur Prüfung, ob Ansprüche bestehen, muss man keinen teuren Anwalt beauftragen, dafür - und auch für eine Antwort - reicht ein Blick ins Arbeitszeitgesetz ArbzG, das alle notwendigen Informationen enthält, um das leicht auch selbst beurteilen zu können:

§ 2 "Begriffsbestimmungen" Abs. 3, 4 und 5,


§ 6 "Nacht- und Schichtarbeit" Abs. 5 und

§ 11 "Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung", insbesondere Abs. 3!


Sie auch die richtige Antwort von Hexle2!

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Ich rate dazu einen Anwalt für Arbeitsrecht einzuschalten. Es könnte tatsächlich sein, dass ein Anspruch besteht und eingeklagt werden kann.

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Kommentar von Familiengerd
07.04.2016, 17:15

Um zu wissen, dass sie gesetzliche (sofern nicht arbeits- oder tarifvertragliche) Ausgleichsansprüche für Sonn- und Feiertagsarbeit hat und ob sie Ansprüche auf Ausgleich für Nachtarbeit durch Freizeit oder Zuschläge in "angemessenem" Umfang hat, braucht man kein Geld für einen teuren Anwalt auszugeben.

Dazu reicht ein Blick ins Arbeitszeitgesetz ArbzG:

§ 2 "Begriffsbestimmungen" Abs. 3, 4 und 5,

§ 6 "Nacht- und Schichtarbeit" Abs. 5 und

§ 11 "Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung", insbesondere Abs. 3!

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Wenn sie glaubt, dass ihr was zusteht, was ihr verwehrt wird, reicht vielleicht erstmal ein netter Brief von einem Anwalt für Arbeitsrecht. 

Allerdings sollte man das genau prüfen. Es gibt natürlich Läden, die haben zB tagsüber gar nicht geöffnet oder für die ist ein Sonntag wie jeder andere Tag auch (zB Nachtclubs, Kinos, ...)

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Kommentar von Familiengerd
07.04.2016, 16:56

Es gibt natürlich Läden, die haben zB tagsüber gar nicht geöffnet oder für die ist ein Sonntag wie jeder andere Tag auch (zB Nachtclubs, Kinos, ...)

Und was soll das bezüglich der Ansprüche für den Arbeitnehmer heißen?

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