Chef zahlt einwöchige Fortbildung,will mich 3 Jahre binden. Rechtens?!

3 Antworten

Anstatt sich zu freuen, das eine Weiterqualifizierung vom Chef bezahlt wurde und Dir eine mindestes dreijährige Garantie auf einen Vollzeitjob angeboten wird..........und das in heutigen Zeiten!

Wenn mein chef mir nicht nur 11€ die Stunde zahlen würde und ich nach der Fortbildung nicht auf Urlaub zuhause bleiben müsste,weil keine Aufträge da sind würde ich mich auch gar nicht beschweren. Ich hab da keine Zukunft. Also nochmal,darf er das?!

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habs dir mal raus gesucht:

Rückzahlungspflicht von Fortbildungskosten nicht generell zulässig

Arbeitnehmer müssen trotz entsprechender Vertragsvereinbarung nicht grundsätzlich ihre Fortbildungskosten an die Firma zurückzahlen, wenn sie kündigen (LAG Rheinland-Pfalz - Az.: 11 Sa 279/04).

Nach der Judikatur des Bundesarbeitsgerichts sind Rückzahlungsvereinbarungen generell nur zulässig, wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse daran hat und die Rückzahlungspflicht unter Berücksichtigung von Treu und Glauben dem Arbeitnehmer auch zuzumuten ist. Das gilt dann, wenn der Arbeitnehmer mit der jeweiligen Maßnahme eine angemessene Gegenleistung für die Rückzahlungsverpflichtung erhalten hat. (bei dir der Schweißerschein!)

Der Arbeitgeber kann nur den Betrag zurückverlangen, den er tatsächlich erbracht hat, höchstens jedoch den vereinbarten Betrag. Der Arbeitgeber hat substantiiert vorzutragen, wie sich seine Forderung zusammensetzt.

Dauer und Kosten der Ausbildung müssen in einem angemessenen Verhältnis zum Zeitraum der anschließenden Bindung stehen.

Hier kommt der (üblichen) Staffelung des Rückzahlungsbetrages zeitanteilig zur Bindungsdauer eine erhebliche Bedeutung zu. Der Rechtsprechung sind unter dem Vorbehalt einer gewissen Uneinheitlichkeit tendenziell folgende Regeln für ein angemessenes Verhältnis zu entnehmen.

Maßnahmedauer von bis zu 2 Monaten: höchstens 1-jährig

Eine längere Bindungsfrist ist im Regelfall unwirksam.

http://www.rechtsanwaltdrpalm.de/fortb.htm

Aber es wurde vorher nichts festgelegt,ich habe nicht einmal einen Arbeitsvertrag. Er will nachträglich,dass ich einen solchen vertrag unterschreibe...

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@Marleen16011991

das musst du nicht. Du hast einen mündlichen Arbeitsvertrag nach dem BGB.

Wenn der schriftliche Vertrag etwas anderes beinhaltet, entspricht das einer sogenannten Änderungskündigung und auf die musst du nicht eingehen.

Ich empfehle aber, mit dem Chef zu verhandeln! Der Schweißerschein ist für dich eine nicht zu utnerschätzende berufliche Qualifikation!

Sage dem Chef, dass die Bindungsfrist laut Bundesarbeitsgericht bei der kurzen Dauer der Massnahme maximal 12 Monate betragen darf... und dann unterschreibe den Vertrag.

Immerhin will dich der Betrieb qualifizieren, weil er dich hoch genug schätzt, dass er dich nicht durch einen "Gelernten" mit Schweißerschein ersetzt! Im gegenzug geh drauf ein, dass du dich 12 Monate an den betrieb bindest... udn ansonsten handel gleich einen höheren lohn aus, weil du ja mit dem Schein höher qualifiziert bist udn dementsprechend einen höheren Lohn haben möchtest!

Wenn du das geschickt angehst... dich bedankst für die Chance und das toll findest, aber eben entsprechend dem BAG-Urteil die Bindung nur für 12 Monate eingehen willst UND einen etwas höheren Lohn haben möchtest, dann sollte das machbar sein.

http://www.gehaltsvergleich.com/index.php?display=search Hier bekommst du eine Vorstellung, was du gehaltsmäßig verlangen kannst!

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Ob es Rechtens ist oder nicht ...keine Ahnung.
Andere wären froh, wenn sie einen drei Jahresjob hätten.

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