Chef will nicht zahlen (Minijob)?

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5 Antworten

Zwar besteht für den Betrieb während der ersten 4 Wochen der Betriebszugehörigkeit keine Pflicht zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, aber selbst DANN müsste er bis dahin tatsächlich geleistete Arbeitsstunden des ersten Monats dennoch laut den vertraglich vereinbarten Konditionen vergüten und auszahlen. Da Du laut eigenen Angaben im ersten Monat bereits Dein Soll mit 24 von 20 Stunden mehr als erfüllt hast, stehen Dir diese Stunden auch entsprechend zu. 

Ob er Dir für diesen Monat dann 20 h und für nächsten Monat die restlichen 4h vergütet, oder sofort die tatsächlich geleisteten 24 h, sei dabei erst mal egal. 

Wenn es mit mündlicher Einigung nicht klappt, setze den Arbeitgeber ( am besten mit einem neutralen Zeugen ) nun schriftlich in Verzug und fordere in dem Schreiben eine sofortige Auszahlung des zustehenden Arbeitslohnes binnen Fristsetzung von 1-2 Wochen. 

Im Abschluss-Satz behältst Du Dir die unmittelbare Einleitung eines gerichtlichen Mahnverfahrens vor, wenn der ausstehende Lohn nicht binnen Fristsetzung auf Deinem Konto eingegangen sein sollte.

Die Gegenbegründung der ordentlichen Anmeldung des Arbeitsverhältnisses und somit auch Führung in der Buchhaltung ist rechtlich schon mal GARNICHT haltbar, weil es schlicht und einfach die PFLICHT des Arbeitgeber ist, JEDES geschlossene Arbeitsverhältnis UNVERZÜGLICH bei den entsprechenden Institutionen anzumelden.

Ob die weitere Argumentation " nicht erbrachter Arbeitsleistung " greift, vermag ich hier aussenstehend nicht zu beurteilen. In der Regel aber auch rechtlich kaum haltbar , wenn Du zumindest Dein bestes gabst und der AG keine wirklich triftigen Gegenargumente anführen könnte. Selbst unverschuldete "Minderleistung" ist noch kein Grund für eine Verweigerung der vereinbarten Entlohnung. 

Keinesfalls Barzahlungen akzeptieren, oder zumindest nichts ohne aussagekräftige Quittung über den Grund der erhaltenen Zahlung. Zur Ausstellung einer Arbeits- / und Lohnbescheinigung gegenüber dem Jobcenter ist der Arbeitgeber auf Anforderung der Beibringung dieser Dokumentation rechtlich verpflichtet.

Familiengerd 29.06.2017, 17:22

PFLICHT des Arbeitgebers ist, JEDES geschlossene Arbeitsverhältnis UNVERZÜGLICH bei den entsprechenden Institutionen anzumelden

Die Pflicht zur unverzüglichen Anmeldung von Beschäftigungsverhältnisses besteht nur für Beschäftigungsverhältnisse in bestimmten "kritischen" Branchen (u.a. Bau-, Gastronomie- und Hotel-, Schausteller-, Gebäudereinigungs-, Fleischverarbeitungsgewerbe).

Ansonsten hat der Arbeitgeber die Anmeldung mit der ersten Verdienstabrechnung vorzunehmen, längstens 6 Wochen nach Arbeitsaufnahme.

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Parhalia2 29.06.2017, 17:56
@Familiengerd

Gute Ergänzung, aber damit kommt der AG ja wohl um seine grundlegenden Meldepflichten auch im Nachgang DOCH nicht herum. 😉

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176 Euro für eine 20h Woche? Na da hast du dich ja ganz schön über den Tisch ziehen lassen. Vielleicht solltest du deinen Arbeitgeber mal fragen was er davon hält wenn du dich an das Finanzamt und die Krankenkasse wendest. Er wird dir deinen Lohn sicherlich schnell überweisen und dich im System anlegen.

https://www.kluge-recht.de/arbeitsrecht-ratgeber/lohn-gehalt-was-tun-wenn-der-arbeitgeber-nicht-zahlt.html

Kugellette 29.06.2017, 15:16

ne 176 für 20h im monat

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Ich hatte einen Minijob angenommen (20h, 176€)

Na das ist ja gerade mal der Mindestlohn von 8,84 €/Std - jedenfalls bei 20 Stunden im Monat.

dass er wegen den paar Tagen mich nicht extra im System anlegen möchte

Dazu ist er aber verpflichtet.

Jedenfalls hatte ich zu dem Zeitpunkt schon meine 20h, sogar schon 24h, die im Vertrag standen geleistet

Kannst du das im Zweifel belegen?

Wie soll ich mich denn jetzt am Besten verhalten?

Auf keinen Fall darauf eingehen. Ihr würdet euch beide strafbar machen, denn das wäre dann Schwarzarbeit. 

Das Ding ist halt, dass das Jobcenter auch für die paar Tage einen Einkommensnachweis haben möchte.

Fein. Dann sag deinem Chef, dass das Jobcenter deine Lohnabrechnung sehen will.

Sag einfach, das du dann sagen kannst, das du schwarz gearbeitet hast und du das ausgezahlt haben möchtest :)

Sag ihm ganz einfach dass du rechtliche Schritte einleiten wirst wenn er dich nicht bezahlt. Er muss dir das bezahlen. Umsonst arbeiten.. Wo sind wir denn hier. ^^

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