Chef und Assistenz geben persönliche Informationen an Mitarbeiter aus

7 Antworten

In einem Betrieb sichert immer etwas durch, da kann man nie etwas geheim halten. Du musst handfeste Beweise haben, um dagegen vorgehen zu können. Vielleicht hat mal jemand etwas aufgeschnappt, als der Vorgesetzte und die Assistentin sich unterhalten haben. Das geht alles sehr schnell. Dir bleibt vorerst nur die Möglichkeit, mal mit dem Chef zu reden.

Aber es kann mir ja keiner sagen, dass es legal ist, dass die damit so unsicher umgehen, dass andere Kollegen das mitkriegen können.... zu dem sie dabei auch noch schlecht gemacht wurde.

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Nicht von ungefähr sagt das Gesetz, dass man dem AG nicht sagen muss, warum man arbeitsunfähig ist. Tut man dies dennoch, sollte man davon ausgehen können, dass hier nichts weitererzählt wird.

Das sind persönliche Dinge die unter das Datenschutzgesetz fallen. Es steht dem Vorgesetzten und/oder seiner Assistentin nicht zu, Krankheitsbilder der AN an Kollegen weiter zu geben.

Wendet Euch an den Betriebsrat und/oder den AG. Dieser sollte mit den "Plaudertaschen" mal ein ernstes Wort reden und evtl. auch (bei Wiederholung) arbeitsrechtliche Konsequenzen ansprechen.

Was hier passiert ist, ist ein absolutes "no go".

Ich würde den Betrieb fragen, wie er es mit dem Schutz der Mitarbeiterdaten hält.

Die Tatsache, dass deine Schwester erkrankt ist, darf selbstverständlich im Betrieb bekannt sein, weil zum Beispiel eine Vertretungsregelung notwendig ist. Die Art der Erkrankung ist aber nicht interessant für den Betrieb. Deine Schwester ist nicht verpflichtet, den Grund zu nennen. Und wenn sie es dennoch tut, darf sie davon ausgehen, dass diese Information nicht im Betrieb verbreitet wird, da erstens ihr Einverständnis dazu nicht vorliegt und zweitens dies fur den Betriebsablauf nicht nowendig ist bzw. nicht durch eine Rechtsvorschrift erlaubt ist.

Jeder Beschäftigte, der mit personenbezogenen Daten zu tun hat, müsste mit den Datenschutzbestimmungen vertraut sein und sich per Unterschrift dazu verpfichtet haben, diese einzuhalten. Sofern der Betrieb mehr als 9 Mitarbeiter hat, die mit personenbezogenen Daten zu tun haben, ist er verpflichtet einen Datenschutzbeauftragten einzurichten.

Ich denke, wenn du nachfragst, wie es der Betrieb mit diesen Regelungen hält, ist das ein ordentlicher Schuss vor den Bug. Für Verstöße gegen den Datenschutz kann es empfindliche Ordnungsstrafen geben.

Deiner Schwester wäre jedoch nicht damit gedient, wenn jemand bestraft würde. Für das künfitge Klima wäre es vielleicht nicht ideal, diese Angelegenheit ausschließlich rechtlich anzugehen. Das würde ich nur tun, wenn keine Einsicht zu erreichen wäre, dass das nicht in Ordnung war.

Vielmehr würde ich mir vorstellen, dass man den Verantwortlichen und der tratschenden Belegschaft zwei Dinge ins Stammbuch schreibt:

  • persönliche Daten müssen auch persönlich bleiben. Wenn jemand einem Mitarbeiter etwas erzählt, was von Belang für die Persoanlabteilung ist, dann hat das auch dort zu bleiben.

  • eine psychische Erkrankung hat man genauso zu respektieren wie eine körperliche. Depressionen sucht man sich ebenso wenig freiwillig aus wie eine Blinddarmentzündung. Deiner Schwester arbeitet, wenn ein anderer Kollege erkrankt ist, genauso "für ihn" als Vertretung, so wie es sich in einem Team gehört. Und sicher beklagt sie sich dann nicht über ihn.

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