Chef raucht im Büro....Was tun?

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12 Antworten

Das sogenannte Passivrauchen ist so gefährlich, dass das sogar ein Grund ist zu kündigen und laut höchstrichterlichem Urteil keine Sperre beim Arbeitsamt oder Jobcenter verhängt werden darf. Man muss sich dann vorher nur die Erlaubnis vom Amt für die Kündigung einholen (unbedingt schriftlich bestätigen lassen).

Gemäß § 5 Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) hat der Chef dafür zu sorgen, dass Du einen rauchfreien Arbetsplatz hast:

Verordnungüber Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV)§ 5 Nichtraucherschutz
https://www.gesetze-im-internet.de/arbst_ttv_2004/__5.html

Zur Gefährlichkeit des so eingeatmeten Tabarauchs lies

Passivrauchen
https://de.wikipedia.org/wiki/Passivrauchen

Du wünschst Dir die berühmte eierlegende Wollmilchsau: kein Stress mit dem Chef, keinen Tabakrauch einatmen und den Job behalten. - Wird leider nicht klappen. Denn wäre der Chef rücksichtvoll, hätte er Dir beim Bewerbungsgespräch gesagt, dass er auf jeden Fall am Arbeitsplatz raucht, oder er würde Dir zuliebe zum Rauchen rausgehen. - Letztlich würde Dir aber auch das nichts nützen, denn sein Atem und seine Kleidung verpesten auch danach den Raum. - Lies dazu dies:

Gefährliche Rückstände: Mediziner warnen vormiefender Raucher-Kleidung
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/gefaehrliche-rueckstaende-mediziner-warnen-vor-miefender-raucher-kleidung-a-599431.html

Es wird Dir also nichts anderes übrig bleiben, Dich rasch nach einem neuen Arbeitsplatz umzuschauen. Drück Dir die Daumen.

.

Falls Du kündigen willst und dafür die Erlaubnis vom Arbeitsamt oder Jobcenter einholen willst, geh nicht allein hin, sondern lass Dich begleiten von einem erfahrenen Beistand / Ämterlotsen (dazu gleich mehr).

Vorsorglich diese Hinweise von mir, die ich Arbeitslosen (ALG 1 und
ALG 2 / Hartz IV), Aufstockern und Grundsicherungsbeziehern reingebe -
Du wirst leicht erkennen, was auf Deine Situation zutrifft:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen).
Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge
persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf
einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift
bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht
das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum
und Unterschrift“
).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben
aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es
mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum
dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und
Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein
Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt
wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht
behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und
wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original
unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten)
. - Nicht (oder angeblich nicht)
abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht
gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. -
Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß
allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren
und lies auch dies:
Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System?
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterlagen-mit-system.php

.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein.
Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im
Vertrauen
landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“
(wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden. - Lies auch

Wichtige Tipps für Hartz-IV-Betroffene
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wichtige-tipps-fuer-hartz-iv-betroffene.php

.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen.
Dieser Ämterlotse muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher
macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber
auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google
mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit
           einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene
           gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht
           unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit
Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Hartz IV Mitläufer
     Hartz IV Gegenwind e.V.
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und
(die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine
Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.
(Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen
des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast
Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft):
Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand
sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die
gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht
darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu
lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich
etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es
gesagt.

Zum Amt mit einer erfahrenen Begleitpersonen zu gehen ist in diesem Fall
sehr empfehlenswert.

.

ACHTUNG! - sehr wichtig für Hartz IV-Bezieher:

Folge den Dir aufgegebenen Mitwirkungspflichten wie Bewerbungen
schreiben, an Maßnahmen / Fortbildungen teilnehmen (auch falls Dir eine
der Maßnahmen blöd, unsinnig oder für Dich unangemessen erscheinen
mag). In solch einem Fall wende Dich an eine Arbeitsloseninitiative /
Arbeitslosenberatung / Rechtsberatung. - Bezüglich fehlender Mitwirkung
wurde das Gesetz für "Hartzis" krass verschärft, und das kann sehr
schmerzhafte finanzielle Folgen für Dich haben!

Das Jobcenter kann dann ihren "Kunden" berechnen, was das Jobcenter
hätte sparen können, hätte der "Kunde" die Anweisung befolgt und
dadurch Arbeit gefunden - und das nicht nur für die Vergangenheit,
sondern auch für künftige Jahre. (Das ist also ein Schauen-wir-mal-
in-die-Glaskugel-Gesetz, völlig gaga, leider aber real.) Und das kann
sehr, sehr, sehr teuer für den "Kunden" werden.

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Erst mal hier:

https://digitaler-mittelstand.de/business/ratgeber/rauchen-am-arbeitsplatz-das-muessen-arbeitgeber-wissen-9955

Eigentlich kannst Du nur mit ihm reden!

Oder Du musst Deinen Arbeitgeber abmahnen!!! Nicht nur der Chef kann Mitarbeiter abmahnen, umgekehrt funktioniert auch!

Nur dann ist der Bruch da! Und führt, sofern bei euch das Kündigungsschutzgesetz aufgrund der Betriebsgröße keine Anwendung findet, vermutlich zur Kündigung.

Also rede mit Deinem Chef!

Viel Erfolg!!

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Kommentar von Familiengerd
05.08.2017, 00:41

Eine wohltuend vernünftige Antwort - anders als der schreiende Unsinn von RischijKot und OlafausNRW!

0

Wenn an Deiner Gesungheit Dir etwas liegt,schau Dich nach einen neuen Arbeitsplatz um,wo nicht geraucht wird.Wenn Du einen gefundern hast , dann kündige.behalte aber Deine Absicht für Dich.So würde ich es machen.

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Kommentar von Chavez2012
04.08.2017, 21:12

Danke für deinen konstruktiven Vorschlag. Sieht dennoch alles schlecht aus für mich...

0

Du wirst dir so oder so einen neuen Job suchen müssen. Wenn du es an den Betriebsrat oder die Personalabteilung gibst, bist du zwar im Recht, dein Chef wird dich aber nicht behalten. Oder du bleibst im Rauch sitzen - auch nicht gut.

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Kommentar von Chavez2012
04.08.2017, 21:10

Sieht übel aus....Ich will keinen anderen Job....Es muss doch einen Weg geben...

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finde ich von einem chef ungehörig.ich würde spontan das fenster öffnen oder zu husten anfangen. oder ihm sagen das du den rauch nicht verträgst

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Kommentar von RischijKot
04.08.2017, 22:39

Jeder normale Chef würde das Fenster natürlich öffnen.

Wenn er aber eine militante Nichtraucherin hat die wahrscheinlich schon mehrmals sehr unhöflich reagiert hat, würde ich mir auch eher eine mehr als weniger anstecken.

Der Ton macht die Musik.

0

 Am besten versuchst du noch mal mit deinem Chef zu reden wenn du den Job unbedingt behalten willst musst du ja mit ihm kommunizieren. Sonst Funktioniert es ja nicht 

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Du könntest es , auf die harte Tour beibringen oder kündigen 

harte Tour,  Unterlassung ersuchen , gesetzlicher Anspruch 

egal , bei beiden Arten bist du den Job los 

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Wie groß ist das Büro denn?

Kannst du nicht mit nem rauchenden Kollegen oder jemanden den das nicht Stört den Platz tauschen?

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Kommentar von Chavez2012
04.08.2017, 21:08

Alle sitzen in einem Raum. Es ist nur ein kleines Fenster geöffnet...

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Kommentar von cyracus
05.08.2017, 03:17

@dieLuka, der Chef ist gesetzlich verpflichtet, dafür zu sorgen, dass seine Angestellten einen rauchfreien Arbeitsplatz haben. - Google mit

§ 5 ArbStättV

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-  Chef bitten, Dir einen rauchfreien Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. 

- Bewerbungen schreiben.

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Kommentar von Chavez2012
04.08.2017, 21:14

Sieht wohl wirklich danach aus....Ich will an sich keinen anderen Job.. So ein Mist....

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Kündigen! Du bist doch unzufrieden. Gründe doch deine eigene Firma, dann kannst du in deinem Büro soviel nicht rauchen wie du möchtest.

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Kommentar von Familiengerd
04.08.2017, 23:55

Was für eine bescheuerte Argumentation!

3
Kommentar von cyracus
05.08.2017, 03:14

@teeaz, google mit

§ 5 ArbStättV

2

Die nen Job bei einem Nichtraucherchef suchen.

Oder einfach mal akzeptieren, daß nicht jeder ein militanter Nichtraucher ist.

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