Chef holt Mitarbeiter per Einschreiben aus seinem Urlaub?

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3 Antworten

Urlaub darf normalerweise nicht unterbrochen werden

Der
jährliche Urlaubsanspruch eines Arbeitnehmers ist im
Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) geregelt. Demnach hat jeder Arbeitnehmer in
jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub von mindestens
24 Werktagen. Dieser gesetzlich festgelegte Mindesturlaub darf weder
bei den Ausführungen im Arbeitsvertrag noch bei der Angabe der
Urlaubsdauer in Tarifverträgen unterschritten werden. Grundsätzlich
erfolgt die Bewilligung bzw. Nichtbewilligung von Urlaubsanträgen durch
den Arbeitgeber. Dieser muss vor der Urlaubserteilung entscheiden, ob er
dem Arbeitnehmer den beantragten Urlaub gewährt oder dessen
Urlaubswunsch wegen dringender betrieblicher Belange i.S.v. § 7 Abs. 1
BUrlG ablehnt. Hat der Arbeitgeber den Urlaub bewilligt und dies dem
Arbeitnehmer mitgeteilt, so ist er an diese Erklärung gebunden und kann
den Arbeitnehmer nicht aus dem Urlaub zurückrufen. Der Arbeitgeber hat
demnach keinen Anspruch auf Urlaubsunterbrechung.

Quelle: https://www.afa-anwalt.de/arbeitsrecht-ratgeber/urlaub/vorzeitiger-urlaubsabbruch/

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Kommentar von Erdbeerzopf
29.08.2016, 13:48

Danke. Ja dieses Recht sagt mir auch was. :) Deswegen kam diese Einberufung aus dem Urlaub ziemlich unrecht vor. Ich frage mich, was passiert wär, wenn man so gar nicht reagiert hätte und einfach erst nach dem Urlaub zurückgekehrt wäre. :)

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Erdbeerzopf:

Was wäre denn passiert, wenn der Kollege nicht mehr existiert hätte? Externe Hilfe geholt? Firma aufgelöst?

Meine Devise: Der Urlaubsvertreter muß eingeweiht und firm sein. Andernfalls muss der Wissensträger aus dem Urlauib geholt werden, gegen Erstattung sämtl. Unkosten versteht sich.

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Kommentar von Erdbeerzopf
29.08.2016, 14:09

Hm gute Frage. Ich würde mal behaupten, wenn er nicht existiert hätte, wäre es vermutlich nicht zur Entstehung des Fehlers gekommen. Ich denke, es ging schon schief als man niemanden in den Teil des Projektes eingeweiht hat und die Aufgabe nicht ordentlich an die Urlaubsvertretung übergeben hat. :) Deswegen wäre da schon der Kollege teilweise an seinem eigenen Schicksal schuld. Aber das macht das Arbeitsrecht ja nicht ungültig.Eine Firma mit 16 Mann muss in Stande sein, ohne einer Person trotzdem wie ein Uhrwerk zu laufen - selbst in einer Krise.

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nicht beheben konnten und man annahm, dass das nur von dem im Urlaub befindenden Kollegen korrigiert werden konnte.

das ist, wenn man so etwas vermutet, durchaus legitim.. man macht sich da natürlich schadensersatzpflichtig, aber gegen ein einschreiben ist nichts einzuwenden, zumal, wenn der fa. ohne diesen MA wirtschaftlicher schaden entstehen könnte..

aber wer bist du, wenn nicht betroffen, dass dich das so aufregt?

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Kommentar von Erdbeerzopf
29.08.2016, 13:27

Beim nächsten mal bin ich die nächste, der das passieren könnte. Zumal hier schon mehrmals Urlaub verschoben und gestrichen wurde, obwohl er schon mit Unterschrift genehmigt wurde. Darf man sich nicht informieren oder für seine Kollegen aufregen? Schließlich sind wir ein Team.

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Kommentar von Familiengerd
29.08.2016, 13:46

das ist, wenn man so etwas vermutet, durchaus legitim

Eher nicht!

Das Vorgehen des Arbeitgebers wäre nur dann "durchaus legitim", wenn ohne den Rückruf aus dem Urlaub die entstehenden organisatorischen, technischen und/oder wirtschaftlichen Probleme so gravierend wären, dass sie dem Arbeitgeber nicht mehr zuzumuten wären.

Bisher ist das nach der Rechtsprechung der deutschen Arbeitsgerichte in entsprechenden Fälle nur "theoretisch" denkbar.

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