Chef hat die Woche wo ich krank war als unbezahlten Urlaub eingetragen und mir nicht bezahlt, was tun?

5 Antworten

Lohnt es sich da etwas zu machen?

Selbstverständlich!

Du solltest Deinen Arbeitgeber schriftlich (als Einwurfeinschreiben, nicht als Einschreiben mit Rückschein!) zur Zahlung des Entgelts für die Zeit der Erkrankung auffordern, ihm eine angemessene Frist (10-14 Tage) für die Zahlung setzen und für den Fall der Weigerung oder Nichtreaktion Klage beim Arbeitsgericht ankündigen.

Außerdem kannst Du nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 288 "Verzugszinsen und sonstiger Verzugsschaden" Abs. 5 Satz 1 eine Verzugspauschale in Höhe von 40 € verlangen:

Der Gläubiger einer Entgeltforderung hat bei Verzug des Schuldners, wenn dieser kein Verbraucher ist, außerdem einen Anspruch auf Zahlung einer Pauschale in Höhe von 40 Euro.

Die Verpflichtung zur Entgeltfortzahlung bei nachgewiesener Erkrankung ist für den Arbeitgeber zwingend - und für beide Seiten unverzichtbar! Der Arbeitgeber dürfte höchstens dann, wenn eine Bescheinigung nicht vorgelegt wird, für die entsprechende Zeit den Lohn einbehalten, müsste ihn aber nachzahlen, sobald die Bescheinigung vorgelegt würde (Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 7 "Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitgebers" Abs. 1 Nr 1).

Für eine Klage beim Arbeitsgericht brauchst Du in dieser Instanz noch keinen Anwalt (der bei der Sachlage auch nicht erforderlich ist, vorausgesetzt, Du traust Dir das selbst zu); den müsstest Du ohnehin selbst bezahlen, unabhängig vom Verfahrensausgang, wenn Du nicht passend rechtsschutzversichert oder nicht Gewerkschaftsmitglied bist oder wegen zu hohen Familieneinkommens keinen Anspruch auf einen Beratungshilfeschein hast.

Die Klage kann bei der Rechtsantragstelle eines jeden Gerichts eingereicht werden; Du kannst sie dort aber auch zur Niederschrift aufnehmen lassen, wobei man Dir bei der Formulierung kostenlos hilft.

Für die Durchsetzung Deiner Forderung hast Du 3 Jahre Zeit (Verjährungsfrist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 195 "Regelmäßige Verjährungsfrist"), für eine Forderung aus 2018 also bis zum 31.12.2021.

Es sei denn ... Du musst aber unbedingt prüfen, ob es nicht einzel- oder tarifvertraglich vereinbarte Ausschlussfristen gibt, die radikal kürzer sind als die gesetzliche Verjährungsfrist: einzelvertraglich 3 Monate (mindestens, in einem anzuwendenden Tarifvertrag mindestens 1 Monat, meist 3 oder 6 Monate. Nach Verstreichen einer Ausschlussfrist kannst Du Deine Forderung nicht mehr geltend machen!

wenn du in der Woche ein Attest vom Arzt hattest und es rechtzeitig abgegeben hast, darf er dir keinen unbezahlten Urlaub anrechnen.

AUSNAHME: das Arbeitsverhältnis bestand weniger als 4 Wochen .....

Das dürfte er auch nicht, wenn die Bescheinigung verspätet oder nachträglich eingereicht würde; dann wäre allenfalls eine Abmahnung erlaubt.

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Wie kommt er dazu? Hast du keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt? Oder wie kommt er sonst auf den Gedanken, du seist gar nicht krank gewesen?

Dch habe natürlich eine Krankmeldung abgeschickt. Wahrscheinlich aus Rache weil ich gekündigt hatte.

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@WaShibani

Dann beschwere dich schriftlich darüber, dass du keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bekommen hast. Wenn das nicht hilft, kannst du das Geld beim Arbeitsgericht einklagen. Wenn du Mitglied einer Gewerkschaft bist, wird sie dir gern dabei helfen.

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