Chef gibt kältebedingt frei nutzt aber meine Urlaubstage?

2 Antworten

Der gesuchte Paragraph (Annahmeverzug), ist der § 615 BGB.

Dein AG kann zwar einen Teil des Urlaubs verplanen, allerdings nicht so kurzfristig um den Annahmeverzug zu vermeiden.

Der vom AG verplanbare Urlaub muss schon einige Monate vorher feststehen. Außerdem muss er die Lage der Arbeitszeit mindestens vier Tage im Voraus bekannt geben. Dazu zählen weder der Ankündigungs- noch der Arbeitstag.

Er kann also nicht heute den Urlaub von morgen und übermorgen bestimmen.

Die vier Tage Ankündigungsfrist werden im § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz im Abs. 2 genannt und bei Arbeits-/Dienst-/Schichtplänen auch angewendet.

Jetzt ist nur folgender Umstand: Das bisherige Arbeitsverhältniss lief über eine Umschulung bei ihm. Mündlich hat er mir schon befristete Übernahme bis Ende des Jahres zugesagt. Arbeitsvertrag liegt noch nicht vor. Wovor ich jetzt Schiss habe wenn ich ihm mit Paragraphen komme kannst du dir denken ?

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@bennsen2015

Das ist das Problem: Recht haben und Recht bekommen sind oft verschiedene Dinge.

Ich kann Dir hier nur die rechtliche Seite aufzeigen. Ob Du das anwendest oder nicht, musst Du schon selbst entscheiden.

Entweder Du bestehst auf Dein Recht, mit der Gefahr, dass Du dann keinen Arbeitsvertrag bekommst oder Du "beißt in den sauren Apfel" und lässt den Chef machen.

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Wie der Name "Erholungsurlaub" schon sagt, dient der Urlaub der Erholung. Von einer Minute auf die andere nach Hause geschickt zu werden, gibt aber niemandem die Möglichkeit, diesen "Urlaub" sinnvoll zu nutzen.

Laut Bundesurlaubsgesetz sind für die Wahl des Zeitpunkts die Wünsche des Arbeitnehmers maßgebend. Einen vorgegebenen Betriebsurlaub kann der Betrieb zwar in gewissen Grenzen auch anordnen, aber garantiert nicht unter diesen Umständen. Denn dann müsste er rechtzeitig vorher den Urlaub bekannt geben, damit der Arbeitnehmer auch die Möglichkeit hat, die Zeit zu nutzen.

Mit anderen Worten, was der Chef will, geht so nicht.

Jetzt ist nur folgender Umstand: Das bisherige Arbeitsverhältniss lief über eine Umschulung bei ihm. Mündlich hat er mir schon befristete Übernahme bis Ende des Jahres zugesagt. Arbeitsvertrag liegt noch nicht vor. Wovor ich jetzt Schiss habe wenn ich ihm mit Paragraphen komme kannst du dir denken ?

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@bennsen2015

Klar, dann musst du abwägen, wie sehr du dich mit ihm anlegen willst.

Eigentlich sollte man sich Chefs mit "Erpressermethoden" aber nicht bedingungslos beugen. Nach dem Motto "Ich weiß, dass du im Recht bist, aber wehe, du bestehst darauf" kann es wohl nicht gehen. Und wenn man sich sowas einmal gefallen lässt, könnte es in Zukunft immer wieder passieren.

Ich könnte mir vorstellen, dass du den Chef wissen lässt, dass du weißt, dass er kein Recht auf Verwendung des Urlaubs hat, aber es diesmal ausnahmsweise und im Hinblick auf eine Notlage der Firma akzeptierst.

Wie gesagt, es ist nur ein Vorschlag. Du würdest ihm aber damit zeigen, dass du dich in deinen Rechten auskennst und dir nicht alles gefallen lässt, aber andererseits auch im Sinne der Firma denkst.

Viele Chefs nehmen es "mit den Paragraphen" umgekehrt ja recht genau, wenn es zum Beispiel um eine verspätete Krankmeldung geht. Dann muss man erwarten, dass sie selbst sich auch daran halten.

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