CB - Funk (Mobilfunk)

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1 Antwort

Hallo Cram7,

Grundsätzlich ist es so, dass Magnetfußantennen nicht so "gut laufen" wie fest installierte Antennen. Das liegt daran, das ein fest in der Fahrzeugkarosserie installierter Antennenfuß eine richtige Masse hat wohingegen der Magnetfuß seine Masse lediglich über kapazitive Kopplung + Schirm Antennenkabel bekommt. Aber: Beim Magnetfuß musst Du halt nicht bohren und hast auch keine Arbeiten am Fahrzeug-Himmel (ganz ehrlich: Ich habe auch nur einen Magnetfuß drauf weil es einfach einfacher ist).

Bei der Platzierung der Antenne ist der Standort wichtig: Dieser sollte nach Möglichkeit in der Mitte des Fahrzeugdaches sein weil das Blech (die Masse), mal ganz ganz einfach formuliert, die Funkwellen erst aus der Antenne zieht. Würdest Du die Antenne mittig hinten am Fahrzeugdach platzieren (wo auch die Radioantenne sitzt) dann hättest Du nach vorne viel Masse aber nach hinten nix => die Antenne hat dadurch eine Richtwirkung und arbeitet demnach nach vorne (übers Blech) besser als nach hinten.

Die böse Stehwelle: Die Stehwelle sollte idealerweise 1:1 sein, wirst Du aber kaum hinbekommen. Fangen wir mal weiter vorne an: Was verbirgt sich hinter der Stehwelle: Das Stehwellenverhältnis, auch SWR genannt, beschreibt das Verhältnis von vorlaufender zu rücklaufender Welle. Ist Deine Antenne nicht sauber eingestellt, so bringt sie nicht die komplette, vom Funkgerät kommede "Leistung" (=vorlaufende Welle) in die Luft und da Energie nicht verloren geht... wandert sie als rücklaufende Welle zum Gerät zurück. Hast Du eine schlechte Stehwelle und Du bekommst von Deinen 4W nur 3W in die Luft, dann wandern 1W zurück zur Endstufe des Funkgeräts und die muß die Endstufe zusätzlich "verkraften"... oder kurz gesagt: Deine Endstufe muß dann keine 4W sondern 5W verarbeiten und das kann unter Umständen zu deren Defekt führen.

Antennen: Antennen sind Schwingkreise, die eine sogenannten Resonanzfrequenz besitzen. Das ist die Frequenz, auf der die Antenne am effektivsten und besten schwingt... und dabei auch sendet. Das ist üblicherweise bei 2 x Lambda/4 = Lamda/2 (bzw. bei Mobilantennen Lamda 5/8). Ein Beispiel für Resonanz kennst Du bestimmt: Wenn Du in einem alten Haus bist und ein LKW gefahren kommt, gibt es oft irgend einen Punkt, wo die Scheiben für einen kurzen Moment nicht nur vibrieren sondern scheppern. Das ist der Punkt, wo der Schall in Resonanz mit der Eigenfrequenz der Fensterscheiben liegt. Davor und danach vibrieren die Scheiben nur... und irgendwo dazwischen scheppern sie. Ähnlich ist es auch mit der Antennenlänge: Ist die Antenne zu kurz oder zu lang, ist sie nicht in Resonanz und "bremst"... im Fall des Funks bringt sie nicht die volle Leistung in die Luft und reflektiert Leistung zum Funkgerät zurück (das SWR steigt dann an und wird weit größer als 1!).

Eine Antenne hat im Mobilbereich üblicherweise eine Länge von 5/8 der Wellenlänge. Bei 27MHz entspräche dies dann einer Länge von 11,11m und 5/8 davon ergeben 6,94m. So lang ist das Ding am Fahrzeug aber nicht... sondern wird mit Spulen mechanisch verkürzt. Trotzdem muß eine Antenne an die letztlich vorherrschenden Masse- Verhältnisse des Fahrzeugs (Blechgröße des Dachs und Standort) angepasst werden. Dazu hat sie oben einen verstellbaren Stab.

Mit diesem Stab stellst Du auf der Mitte Deines zu arbeitenden Frequenzbereichs die bestmöglichste Stehwelle ein. Dazu hänst Du mit einem kurzen Kabelstück ein Stehwellenmeßgerät unmittelbar nach dem Funkgerät rein, eichst es mit FWD auf die vorlaufende Leistung (Sendetaste drücken und am Drehregler so lange drehen bis der Zeiger am rechten Skalenende ist). Anschließend stellst Du auf REV, um die rücklaufende Leistung angezeigt zu bekommen. Beim Drücken der Sendetaste wird sich der leicht bis mäßig nach rechts bewegen und zeigt Dir damit das Stehwellenverhältnis an. Idealerweise würde er sich nicht bewegen aber leider nur "idealerweise". Nun suchst Du den Punkt am Stab (raus- bzw. reinschieben) den Punkt, an dem der Zeiger am wenigsten ausschlägt (und natürlich dabei ausserhalb des roten Bereichs (ab 3) ist. Hast Du ihn gefunden dann passt alles. Beim Einstellen wirst Du merken, dass zu weit reinschieben oder zu weit rausziehen das SWR verschlechtert... und genau dazwischen liegt die Resonanzfrequenz. Wird das SWR mit dem Rausziehen immer schlechter und dem Reinschieben immer besser so kann es ggf. auch sein dass Du den Stab leicht kürzen musst (zentimeterweise!)... solange bis das SWR dann von seinem tiefsten Punkt aus wieder zu steigen beginnt. Dann hat der Stab auch die entsprechende Länge zum optimalen Einstellen!

Viel Erfolg!

Mfg

73, Frank

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