Carport 8x6m Statik und Holzdimensionen?

2 Antworten

Dabei kann dich hier leider niemand sinnvoll unterstützen.

Es gibt nur 2 Möglichkeiten:
Entweder der antwortende rät nur, weil es sich nicht um einen Fachmann handelt. Dann ist die Antwort nichts wert, denn du willst da keine Hundehütte oder einen kleinen Geräteunterstand im Garten bauen.
Du willst nach eigenen Angaben ein Dach bauen, auf dem auch mal 4 Tonnen Schnee liegen können und unter dem entsprechend viele Personen und min. 2 PKW Platz finden. Hier ist der Schaden also groß wenn was schief geht und 8 m Stützweite für Balken ist eben keine Kleinigkeit mehr, sowas plant man bis zu den Fundamenten.

Oder, Möglichkeit 2 die Frage liest jemand der die Materie kennt.
Dieser darf dann aber nicht antworten, weil er einerseits erkennen muss, dass zu wenige Informationen vorliegen um es richtig zu machen und ein richtig machen einer kompletten Planung bedarf.

Do-it-yourself ist eine gute Sache. Aber dennoch sollte man mit Vernuft seine eigenen Grenzen kennen!
Allein bei der aktuellen Wetterlage, zeigen doch Nachrichten überall was für Schäden an Bauwerken entstehen. Da sind immer gleich große Sachschäden im Spiel u.U. auch Personenschäden.
Zudem benötigst du je nach Region sogar eine Baugenehmigung, musst aber in jedem Fall auf behördliches Verlangen technische Unterlagen nach Stand der Technik beibringen können.

Wenn alles so individuell nur vor Ort zu beantworten ist; sind dann also ein Großteil der Carportsätze für diese Dimensionen Schrott? Gibt ja solche Sätze mit schwächeren Balken ab 1500 Euro!?

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http://www.merkleholz.de/de/Statik-KVH-8071-191.html

Ist die Seite dann zb Mist? Hätte mich hieran orientiert...

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@nitsud88

In der Tat sind die Bausätze nicht ganz unkritisch.
Auch wenn damit viele wohl durchkommen, gibts auf der anderen Seite definitiv Eigentümer, die später für die Tragwerksplaner der Ihnen dafür später eine Statik macht viel Geld zahlen.

Auch sind solche Bausätze oft mit Klauseln versehen die auf einen zusätzlichen Nachweis durch einen Tragwerksplaner hinweisen.

Die Tabelle auf der Seite die du verlinkt hast bezieht sich auf eine veraltete DIN. Die hier gegebenen Werte scheinen in Ordnung.

Aber du siehst schon das Problem oder?
Der Sparren ist 6 m Lang und wenn der Sparrenabstand 1,0 m beträgt, dann muss ein Sparren ja mindestens 1 m Schnee tragen können (50cm von links, 50 cm von rechts) je nach Dachdeckung sogar noch etwas mehr.
Also allein der Schnee müsste dann nach deinen eigenen Angaben 0,85 kN/m betragen. Der Sparen selbst bringt nochmal 0,1 kN/m dazu kommen noch Wind und die Dacheindeckung.
Allein damit liegt man offensichtlich schon über 1,0 kN/m.
In der ersten Spalte deiner Tabelle sind die möglichen Stützweiten bei 1,0 kN/m ausgewiesen.
Und der erste Wert für deinen Sparrenquerschnitt 10/20 lautet: 5,42 m, ist also schon kürzer als dein Sparren lang sein soll!
Das mag jetzt nach "nur" 60cm klingen, aber wie gesagt das ist ja noch die Spalte mit nur 1 kN/m Last. Du müsstest ja eher so 1,5 kN/m².
Und das alles setzt noch ein völlig frei stehendes Carport voraus, sonst gibt es Schneeanhäufungen und mehr Lasten.

Und jetzt gehts noch weiter, es gibt einige Regionen in Deutschland in denen bei Schneelastzone 2 die Standsicherheit auch mit 2,3 facher Schneelast gegeben sein muss..
Schon liegst du bei einer Kombination von Last und Stützweite, die in dieser Tabelle gar nicht mehr erfasst ist.

Wind ist auch nicht ohne.
Wenn du Sparren und Pfette übereinander legst hast du schon 40 cm Bauhöhe. Das merkt der Wind schon und umschmeichelt sowas nicht sondern drückt gewaltig dagegen.
Will man Pfette und Sparren in eine Ebene bringen entschärft sich dieses  Problem, aber man braucht einen Balkenschuh der das hält. Unter Carports kann nun aber Wind auch daruntergreifen, sodas Windsog nach oben entsteht. Das Dach muss also nach unten verankert werden damit es nicht abgehoben werden kann.
Die meisten Balkenschuhe haben aber nach oben so gut wie keine Tragfähigkeit..

Ich kann nur betonen das ich es mir stark überlegen würde hier auf Glück oder learning by doing zu setzen.

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@Jackie251

Also entweder verstehe ich nicht oder du hast die Tabelle evtl anders interpretiert als ich:

In der linke Spalte stehen die Holzmaße (Breite x Höhe). Es folgen oben im Tabellenkopf die Zahlen 1, 2, 3, 4....das interpretiere ich als Laufenden freitragenden Meter. Und wenn ich nun bei Beispielsweise 10/20cm und 6m schaue, komme ich auch 2,67 kN/M...

Das entspricht doch locker deinem anvisierten Wert!?

Ich bin kein Statiker und technisch nicht so super fit (welch Überraschung), aber ich interpretiere die Tabelle doch richtig!?:S

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@nitsud88

Huhu,

ja ich hatte die Tabelle auch erst so interpretiert, das oben nebeneinander die Stützweiten stehen und man als Ergebniss immer die mögliche Belastung ablesen kann.
Das ergibst aber keinen Sinn. Die Stützweite geht im Quadrat oder sogar hoch 4 in die Zulässige Last ein (je nachdem welcher Nachweis maßgebend ist).
Bei verdoppelter Stützweite muss der Balken daher die 4fache (2²) oder sogar 16 fache (2^4) Tragfähigkeit haben, bzw. kann nur 1/4 der Last tragen usw.

Schon wenn man also die Spalten unter 1 und 2 vergleicht (doppelte Stützweite, es dürfte also maximal 1/4 der Last zulässig sein) sieht man, dass die Werte von Spalte 2 bei ca. 80% der Werte von Spalte 1 liegen. Das ist völlig unmöglich.
Noch auffälliger ist es, wenn man Spalte 1 mit Spalte 10 vergleicht.
Bei der 10 fachen Stützeweite, kann ja maximal 1/100 der Last getragen werden - die Tabelle hat in Spalte 10 jedoch etwa 1/3 der Werte aus Spalte 1.

Die Zahlen über der Tabelle, die Spalten 1,2,3 usw sind die Belastung in kN/m. Der abzulesende Wert je Querschnitt ist dann die mögliche Stützweite.
Dann passt es etwas.
bei 1/3 der Stützweite ergibt sich mit Stützweite² = 1²/3² = 1/9 also nur ca. 1/9 der Schnittgröße oder eben ca. 9 mal soviel zulässige Last. Dann passt die Beziehung der Spalten.

Wenn man also abließt kommt man für einen 10/20 auf eine maximale Länge von 5,42 m und dann kann dieser gerade mal 1kN/m tragen.

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@Jackie251

PS:
Ich finde die Tabelle nicht gut dargestellt, da auch ich genau diesen Irrtum zunächst begangen habe. Man denkt erstmal es sein anders gemeint.

Der Unterschied zwischen uns (und das meine ich wirklich nicht böse!) ist dann eben: Ich sehe mir das Ding an und erkenne als Fachmann, dass die Beziehung zwischen 1. und 10. Spalte so nicht korrekt sein können, das etwas anderes gemeint sein muss oder die Tabelle falsch ist.
Ein Laie erkennt diesen Fehler aber nicht und hätte ein Querschnitt dreimal so hoch belastet wie er tragen kann.
Und so ist dann dann später auch mit den Nägeln und Stahlformteilen an den Stößen. Man interpretiert hier schnell falsch.

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@Jackie251

Danke, ich verstehe es zwar immer noch  nicht 100%ig, aber es macht Sinn, was du im ersten Absatz ausgeführt hast. Kannst du eine Empfehlung für ausreichend starke Querträger, Also welches Holz und welche Breiten x Höhe, geben? 8x24cm bei 5,27m freitragenden Fläche ausreichend?

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@nitsud88

Die Abstände der Träger zueinander würde ich auch auf beispielsweise 80cm zueinander kürzen?

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@nitsud88

Auch wenn du andersherum fragst...
;-)

Ich kann die bei aller Hilfbereitschaft keinen ausreichend tragfähigen Balkenquerschnitt hier angeben.
Ich wollte dir mit meinem Berechnungsbeispiel nur aufzeigen, dass deine Vorhaben eine Dimension hat, für welche deine Tabelle schon nicht mehr richtig geeignet ist.

Aus Wind und Aussteigung ergeben sich auf jedenfall zusätzliche Lasten. Ob diese relativ gering sind und daher keinen größeren Querschnitt erfordern oder ob dadurch größere Balken erforderlich sind, hängt davon ab wie die Aussteifung gebaut wird.
Dazu kommen unzählige weitere Fragen. Zum Beispiel nach der Umweltbelastung des Holzes. Nur wenn der konstruktive Holzsschutz korrekt ausgeführt wird, kann man die sogenannte Nutzungklasse II unterstellen. Kann das Holz mal feucht werden, verringert sich seine Tragfähigkeit schon merklich und vor allem ist die Verformung beträgtlich größer.

Weiterhin stellt sich die Frage nach der Verankerung gegen abhebenden Wind. Es wäre völlig sinnglos wenn man einen Balkenquerschnitt hat, der unter Schneelast nicht bricht - ABER dessen Querschnitt geometrisch zu klein ist um an Ende die Verankerungsbauteile zu plazieren...

Es gibt einfach zu viele Einflussfaktoren und ich bleibe dabei, dass du da ein richtiges Bauwerk erstellen willst. Dazu braucht es dann auch eine Planung.

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Hallo nitsud88,

auch wenn Du es nicht hören willst: Du solltest dennoch einen Bauingenieur oder einen erfahrenen Zimmermann vor Ort zu Rate ziehen. So sind z.B. die genannten 0,85 kN/m² für Schneelastzone 2 ein Mindestwert, der, je nach Höhenlage, deutlich überschritten werden kann, bis zu mehr als das Doppelte (z.B. Hunsrück, Oberpfalz, etc.).

Nur soviel als Hinweis, damit's kein Unglück gibt: Die Sparren sind mit 10/20 für eine Spannweite von 5,50 m definitiv zu schwach. Wähle hier besser 12/24. Ob KVH oder Brettschichtholz macht übrigens fast keinen Unterschied. Achtung: Wenn z.B. das Wohnhaus direkt daneben steht und es zu Schneewehen kommen kann, ist auch das vielleicht zu wenig. Deshalb, wie gesagt: Frag' nochmal jemand vor Ort, der sich auskennt!

Grüße!

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