Carl Zeiss Armeefeldstecher

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2 Antworten

Zwischen August und September 1896 wurde es gebaut.

Wert hängt von Zustand, eventuellen, späteren Veränderungen (verbastelt? repariert?) und natürlich der Version ab. Originaltasche, Originalriemen, etc. spielen auch eine Rolle.

Von deiner Frage her kann man dir leider nicht sagen, um welche Version es sich handelt. Zeiss hat in 1896 nicht nur eine Art Armeefernstecher gebaut, sondern etliche Versionen mit verschiedener Vergrößerung, verschiedenen Objektivdurchmessern (das hat Einfluss auf die Lichtstärke), Gravuren an unterschiedlichen Stellen, Exportversionen, Versionen mit gravierten Einheitsemblemen usw. Die sind unterschiedlich selten, unterschiedlich stark gesucht und haben dementsprechend unterschiedliche Werte.

Dazu sind bestimmte Nummernblöcke bei bestimmten Modellen stärker gesucht als andere Nummernblöcke beim gleichen Modell.

Mit dem ersten Weltkrieg hat dein Glas nichts mehr zu tun. Das war bereits ausgemustert als der Krieg begann. Die Versionen, die im ersten Weltkrieg eingesetzt wurden, waren alles Entwicklungen von nach 1900. Allen voran das Dienstglas 08 (Aufnahme in den Militärbestand 1908), das hatte eine 6fache Vergrößerung bei Objektiven mit 39mm Durchmesser und wurde das Standard-Infanterieglas. Bei der Marine war besonders das 8x40 verbreitet usw.

Dein Glas ist deutlich lichtschwächer als die Versionen, die im 1. Weltkrieg verwendet wurden. Das macht es für einen Sammler natürlich nicht schlecht, aber das Militär im 1. Weltkrieg und auch schon davor wollte es nicht mehr haben - die Entwicklung war weiter gegangen.

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Kommentar von jake12
05.09.2014, 06:56

Auf er linken seite steht carl zeiss wien, auf der rechten 8 fach. Alles in normaler schrift, alsi nicht verschnörkelt oder so. Lederriemen und aufbewahrungsbox fehlen leider

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und noch welche

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Kommentar von Fraganti
05.09.2014, 22:25

Die Nummer ist die "Militärrandnummer". Randnummer, weil sie auf dem Rand steht und Militär, weil es sie bei den zivilen Modellen nicht gab. Das diente Hauptsächlich zur Bestandsverwaltung und natürlich musste derjenige dafür unterschreiben, der es ausgehändigt bekam. Ging es kaputt oder verloren, musste er einen Schadens-/Verlustbericht darüber schreiben, wie ein Kapitän über sein Schiff.

Dein Glas nennt sich in Zeisskatalogen "D.F. 8". (Dienst-Feldstecher 8-fache Vergrößerung).

Normalerweise würde die Seriennummer unter der Gravur "8-fach" stehen, bzw. wenn die Randnummer gleichzeitig die Seriennummer war (das gab es auch), würde sie eigentlich mehr Sinn ergeben und nicht auf 1896 verweisen. Eine Idee: hängt das Glas mit der Schweiz zusammen? Zeiss Export in die Schweiz hatte ganz eigene Nummernsysteme und fing immer wieder mal bei Null an, teilweise pro Modell.

Auffällig an deinem Glas:

Es hat noch die Kreuzrändelung (die Quadrate an den Okularen zum besseren Einstellen, damit man nicht abrutscht). Das war bei Zeiss Jena ab 1913 durch ein Rautenmuster ersetzt. Bei Zeiss Wien gab es die Kreuzrändelung noch bis etwa 1916.

Soweit ich das erkenne, ist die Frontplatte bereits die 2-teilige Version. Die runde Einfassung um die Frontlinse ist nicht mit dem Deckel verlötet (Einteildeckel), sondern eingesetzt. Das war bei Zeiss Jena ab 1907/1908 normal, bei Zeiss Wien gab es Einteildeckel noch bis 1915/1916.

Dein Glas hat Messingdeckel, ein Messingstirnrad und rückwärtig die Messingteilscheibe, außerdem einen Hartgummi-Bezug. Das gab es noch bei Zeiss Wien in 1916. Bei Zeiss Jena war bereits auf billigere Ersatzmaterialien umgestellt - kriegsbedingt. Zink und Stahl statt Messing, erst Leder, dann lackbeschichtete Presspappe als Bezug. Die Frontlinseneinfassung war bei Jena aber meist auch aus Messing, man hatte es mal eine Zeit lang mit Zinkfronteinfassung versucht, aber das Gewinde zerbrach dann zu leicht.

So wie ich das sehe, passt alles an deinem Glas schön mit Wiener Produktion zusammen und wird von 1915, eher 1916 sein. Äußerer Zustand ist gut, die Gravurplatten würde ich als überdurchschnittlich schön erhalten beschreiben, besonders bei einer Militärversion.

Die zivile Version (keine Randnummer, kleineres Stirnrad, andere Gravur) von deinem Glas hieß "Telact". Ein Wien Telact, ebenfalls mit merkwürdiger, 4-stelliger Seriennummern und im äußerlich ähnlichem Zustand, aber mit zerschrammten Gravuren wurde hier für 124€ inkl. abgewetztem Lederköcher verkauft:

http://www.ebay.de/itm/Fernglas-Carl-Zeiss-Wien-Telact-4985-8x-/221467103427

Ein Wiener D.F.8 mit komischer Nummer habe ich leider nicht zum Vergleich finden können.

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